Global Entertainment and Media Outlook 2013-2017: Überall-Internet revolutioniert Medienbranche

Die globale Medien- und Unterhaltungsindustrie bleibt im Umbruch: Dank Smartphone, Tablet und immer höherer Übertragungsgeschwindigkeit im Mobilfunknetz hat sich das Überall-Internet in wenigen Jahren von der Vision zur Realität entwickelt. Tiefgreifende Folgen für die Mediennutzung und damit auch die Geschäftsmodelle der Anbieter sind bereits heute sichtbar, wie der „Global Entertainment and Media Outlook: 2013 – 2017“ verdeutlicht.

Im Jahr 2017 werden weltweit 54 Prozent der Haushalte über einen mobilen Internetzugang verfügen, während nur 51 Prozent (auch) einen stationären Breitband-Internetanschluss nutzen. Bei den Zugangsentgelten liegt das mobile Internet mit schätzungsweise 385 Milliarden US-Dollar weltweit in fünf Jahren sogar vor den Festnetz-Internetanschlüssen. In vielen Schwellenländern, in denen es keine flächendeckende kabelgebundene Infrastruktur gibt, dürfte der Anteil der mobilen Internetnutzung noch höher liegen.

„Die ‚Smartphone-Revolution’ hat sowohl für den Verkauf von ‚Content’ aller Art als auch für den Werbemarkt gravierende Konsequenzen. Musik, Spiele und Filme werden sich schon bald an jedem Ort auf Tablet oder Smartphone streamen lassen, ein Download ist nicht mehr notwendig. Auch die Online-Werbung wird dank der Verknüpfung mit den Ortsdaten und Surfprofilen der Nutzer effektiver und damit wertvoller.“
Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC

Der Trend zum Überall-Internet beschleunigt zudem die Digitalisierung der Branche. Während der Umsatz mit digitalen Medien (Endkunden- und Werbeerlöse) bis 2017 um jährlich 11,9 Prozent auf knapp 989,5 Milliarden US-Dollar steigen wird, entwickelt sich das nicht-digitale Geschäft nur noch schleppend: Die Branchenexperten von PwC rechnen mit einem durchschnittlichen Plus von 1,6 Prozent pro Jahr auf etwa 1,16 Billionen US-Dollar. Der Branchenumsatz insgesamt wird von 2013 bis Ende 2017 jahresdurchschnittlich um 5,6 Prozent auf dann rund 2,15 Billionen US-Dollar zulegen.

Weitere ausgewählte Ergebnisse im Überblick:

Online-Werbung wird mobil

Da sich der Medienkonsum zunehmend auf Mobilgeräte verlagert, muss sich auch die Werbung anpassen. Die Erlöse aus Online-Werbung auf mobilen Endgeräten werden bis 2017 voraussichtlich um über 27 Prozent pro Jahr auf gut 27 Milliarden US-Dollar steigen – dies entspricht einem Anteil von 15 Prozent an den gesamten Werbeerlösen im Internet (185 Milliarden US-Dollar).

Fernsehen erfindet sich neu

Die TV-Branche hat den Wettbewerb mit den Onlinemedien bislang gut verkraftet. Doch nun gewinnt der Abruf von Sendungen und Filmen über das Internet. „Over-the-Top“-Anbieter (OTT) wie Netflix, die das Fernsehprogramm ausschließlich im Internet verfügbar machen, fordern etablierte Sender heraus. Bis 2017 werden die weltweiten Umsätze im OTT-Segment gut 17 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Erlöse der klassischen TV-Branche (ohne Werbung) werden voraussichtlich um über vier Prozent p.a. auf gut 212 Milliarden US-Dollar steigen.

Eurokrise schlägt durch

Die Umsatzentwicklung in der Medien- und Unterhaltungsbranche hängt allerdings nicht nur von technologischen Neuerungen, sondern auch den konjunkturellen Rahmenbedingungen ab. Während die Branchenerlöse in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) bis 2017 kumuliert um rund 75 Prozent auf gut 354 Milliarden US-Dollar steigen werden, fällt das Wachstum in den G7-Staaten mit knapp 20 Prozent auf 1,23 Billionen US-Dollar moderater aus. Besonders schwach dürfte die Entwicklung auf Grund der Eurokrise in Westeuropa ausfallen. Für diese Region erwarten die Branchenexperten von PwC einen Umsatzanstieg um lediglich drei Prozent pro Jahr (15,7 Prozent im Prognosezeitraum insgesamt) auf knapp 506 Milliarden US-Dollar.

Top-10 der weltweiten Medienmärkte, Prognose 2017
 
Rang
(2012)
Rang
(2017)
Land Erlöswachstum p.a.
(2013-2017)
Umsatz 2017
(in US-Dollar)
Quelle: PwC, Global Entertainment and Media Outlook: 2013–2017
1 1 USA 4,8 % 632,1 Mrd.
2 2 Japan 1,2 % 213,1 Mrd.
3 3 VR China 12,0 % 202,8 Mrd.
4 4 Deutschland 2,5 % 110,0 Mrd.
5 5 Vereinigtes Königreich 4,0 % 103,9 Mrd.
6 6 Frankreich 2,4 % 78,4 Mrd.
9 7 Brasilien 10,8 % 71,0 Mrd.
7 8 Südkorea 4,8 % 57,1 Mrd.
10 9 Kanada 5,0 % 52,9 Mrd.
8 10 Italien 3,7 % 51,2 Mrd.

Im "Global Entertainment and Media Outlook" analysiert PwC alljährlich die Schlüsseltrends in der weltweiten Unterhaltungs- und Medienbranche. Aus den Trends werden Umsatzprognosen für 13 Teilbranchen des Medienmarktes in 50 Ländern abgeleitet. Zu den beobachteten Segmenten zählen Internet (Werbeeinnahmen und Zugangsentgelte), Fernsehen (Werbung, Gebühren und andere Entgelte, beispielsweise für Pay-TV), Musik (u.a. Tonträgerverkauf und Downloads), Film (Kino, DVD-Verkauf und -Verleih sowie Downloads), Videospiele und Radio. Hinzu kommen die Verkaufs- und Werbeerlöse der klassischen, überwiegend nicht-elektronischen Medien (Zeitungen, Fach- und Publikumszeitschriften sowie Bücher) und Außenwerbung.