PwC-Studie: Konfliktmanagement ist Führungsaufgabe

Konflikte rund um den Arbeitsplatz eines Mitarbeiters, Streitigkeiten mit Verbrauchern oder Auseinandersetzungen mit Partnerunternehmen: Im unternehmerischen Alltag lassen sich Konflikte nicht vermeiden. PwC und die Europa-Universität Viadrina analysieren seit zehn Jahren, wie deutsche Unternehmen mit Konflikten umgehen. Nun wurde der vierte Teil der Studienreihe veröffentlicht. Darin untersuchen die Autoren, wie sich Konfliktmanagement als Instrument werteorientierter Unternehmensführung etablieren und als Gegenstand von Risiko- und Qualitätsmanagement im Unternehmen umsetzen lässt.

„Wie ein Unternehmen mit Konflikten umgeht, sagt viel über das Unternehmen selbst und seine Werte aus“, ist Dr. Michael Hammes, Director bei PwC und einer der Autoren der Studie, überzeugt. „Denn bei Konflikten muss ein Unternehmen Stellung beziehen: Alle Beteiligten verfolgen das Vorgehen mit erhöhter Aufmerksamkeit. Diskrepanzen zwischen dem Unternehmensleitbild und dem tatsächlichen Handeln haben negative Konsequenzen. Klare Werteentscheidungen, die sich in ebenso klaren Strukturen eines Konfliktmanagement-Systems niederschlagen, bieten die große Chance, nachhaltig Vertrauen bei Mitarbeitern, Kunden und Kooperationspartnern aufzubauen“, plädiert Hammes für den professionellen und werteorientierten Umgang mit Konflikten im Unternehmen.

Konfliktmanagement als Instrument werteorientierter Unternehmensführung

Die ersten beiden Teile der als fünfteilige Serie geplanten Studie zum Konfliktmanagement haben untersucht, wie Unternehmen mit Konflikten umgehen. Teil drei hat sich mit der Frage befasst, wie ein Konfliktmanagement-System in der Praxis aussehen kann. Der nun veröffentlichte vierte Teil der Reihe gibt Handlungsempfehlungen für die Etablierung eines Konfliktmanagement-Systems und untersucht, wie sich Konfliktmanagement im Führungs- und Risikomanagement-System des Unternehmens verankern lässt.

Die Studienergebnisse fußen auf dem langjährigen und intensiven Austausch zum Thema im Rahmen des 2008 gegründeten „Round Table Mediation und Konfliktmanagement der deutschen Wirtschaft“, an dem 50 Unternehmen regelmäßig teilnehmen. Die Studie evaluiert zudem exemplarisch die Strukturen im Konfliktmanagement des Software-Unternehmens SAP. Aus diesem Fallbeispiel lassen sich zahlreiche Praxis-Hinweise ableiten, die beim Aufbau eines Konfliktmanagement-Systems wichtig sind.

Zum Beispiel zu folgenden Themen:

  • Kosten von Einzelkonflikten, der Einzelkonfliktbearbeitung und eines Konfliktmanagement-Systems
  • Schadenspotenzial sowie Handlungs- und Interventionsbedarfs bei Konflikten
  • Qualitätsmerkmale von Konfliktmanagement-Systemen und deren Integration in bestehende Management-Abläufe
  • Verzahnung bestehender Management-Systeme mit dem Konfliktmanagement
  • Reporting zu Konfliktmanagement-Systemen: Erfassung des Wertbeitrags zu einer konstruktiven Konfliktkultur

Der letzte Band der fünfteiligen Studienserie soll 2016 veröffentlicht werden. Für die abschließende Studie ist eine quantitative Analyse geplant. Sie wird die Veränderungen im unternehmerischen Konfliktmanagement zehn Jahre nach der ersten umfassenden Bestandsaufnahme untersuchen und Handlungsempfehlungen für die Zukunft geben.