Smarter shoppen - Mobile Shopping wird immer beliebter

Das mobile Internet verändert das Einkaufsverhalten. Online-Shops sind rund um die Uhr und von jedem Ort aus zu erreichen. Wie auch Offline-Shops von der Smartphone-Revolution profitieren können, erläutert Gerd Bovensiepen, Partner und Leiter des PwC-Bereichs Retail & Consumer.

Im Gespräch mit Gerd Bovensiepen, Partner und Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter in Deutschland und Europa bei PwC


Gerd Bovensiepen

Immer mehr Konsumenten sind auch unterwegs online – Smartphone und Tablets machen es möglich. Welche Folgen hat dies für den Online-Handel?

Gerd Bovensiepen: Zunächst einmal öffnen Smartphones neue Zeitfenster für den Einkauf. Wer online bestellen will, muss dies nicht mehr von zu Hause aus tun, sondern kann dies auch während der Bahnfahrt oder beim Warten auf den Arzttermin erledigen. Fast jeder vierte Konsument in Deutschland nutzt diese Möglichkeiten regelmäßig, wie unser „Global Multi-Channel Survey“ zeigt. Um diese Kundengruppe zu erreichen, müssen Online-Shops ihre Webseiten für den mobilen Zugriff optimieren oder auch Apps anbieten.

Werden die Verbraucher künftig dann noch mehr im Internet kaufen statt im stationären Handel?

Bovensiepen: Der Wettbewerb zwischen Online- und Offline-Shops wird sich verschärfen, aber auch die Konkurrenz zwischen den stationären Einzelhändlern. Das mobile Internet schafft eine maximale Preistransparenz – jeder Konsument kann selbst noch im Geschäft vor dem Kauf recherchieren, ob Produkt x im Internet oder beim Händler y billiger ist. Wahrscheinlich gibt es dafür bald Apps, die auch gleich ausrechnen, ob die Preisdifferenz den Zeit- und Kostenaufwand für die Fahrt zu einem anderen Geschäft rechtfertigt.


Wie kann bzw. sollte der stationäre Einzelhandel auf den Mobile-Shopping-Trend reagieren?

Bovensiepen: Einzelhändler, die sowohl Filialen als auch einen Onlineshop unterhalten, sollten die Möglichkeiten des mobilen Internet für eine engere Verknüpfung der Absatzkanäle nutzen. Doch auch in Geschäften, die kaum oder gar nicht im Internet verkaufen, können Mobile-Shopping-Elemente sinnvoll integriert werden. Interessieren sich Kunden beispielsweise für die technischen Details und Konfigurationsmöglichkeiten eines Smart-TV, könnten sie diese per QR-Scan aus dem Internet auf ihr Smartphone laden. Doch würden auch weniger aufwändige Services von den Konsumenten geschätzt: Immerhin jeder fünfte Befragte würden sich über einen kostenloses, leicht zugängliches WLAN in Geschäften freuen.