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Prävention von Wirtschaftskriminalität
Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Compliance und Unternehmenskultur in Großunternehmen
Ein funktionierendes Compliance-Programm hilft Unternehmen dabei, wirtschaftskriminelle Handlungen zu reduzieren oder im Idealfall zu vermeiden. In Zeiten steigender Haftungsrisiken und einer Zunahme von Schadensfolgen durch Wirtschaftskriminalität gewinnt das Thema an Bedeutung. Eine Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) analysiert, wo deutsche Großunternehmen bei der Umsetzung von Compliance-Programmen und Hinweisgebersystemen stehen. Ein Ergebnis: Im Vergleich zu ihren nordamerikanischen Kollegen haben deutsche Unternehmen erheblichen Nachholbedarf in Sachen Compliance.
Die Initiative, ein Compliance-Programm aufzusetzen, kommt in den seltensten Fällen freiwillig. Sie resultiert in der Regel aus steigendem Druck von außen. Das zeigt ein Blick in die USA: Regelungen wie der Sarbanes-Oxley Act verschärfen dort die Anforderungen an Kontroll- und Präventionsmaßnahmen. Entsprechend gut sind US-Firmen mittlerweile in puncto Compliance-Programme und Whistleblowing-Systeme aufgestellt. Dass diese Kontrollen wirkungsvoll sind, zeigen die Zahlen aus der PwC-Studie zu Compliance: Nur 54 Prozent der US-gelisteten Unternehmen in Deutschland wurden durch Wirtschaftskriminalität geschädigt. Dagegen berichteten 68 Prozent der anderen börsennotierten Firmen über wirtschaftskriminelle Delikte.
Firmen fürchten Aufwand, Bürokratie und Kosten
Die Anzahl der Großunternehmen, die ein Compliance-Programm implementiert haben, ist seit der letzten Studie im Jahr 2007 um drei Prozentpunkte gestiegen: auf 44 Prozent. Allerdings haben mehr als die Hälfte (57 Prozent) derjenigen, die nicht über ein entsprechendes Programm verfügen, auch nicht vor, ein solches in den nächsten zwei Jahren einzuführen. Als Gründe nennen die Befragten unverhältnismäßigen Aufwand (54 Prozent), zu viele bürokratische Kontrollen (58 Prozent) und zu hohe Kosten (53 Prozent).
Positive Unternehmenskultur - höhere Akzeptanz
Die Studie zeigt, dass die Akzeptanz und auch der Erfolg von Compliance-Programmen und Hinweisgebersystemen entscheidend von der Unternehmenskultur abhängen. Um diesen Zusammenhang aufzuzeigen, wurde für die Studie zum ersten Mal ein Unternehmenskultur-Index gebildet. Drei Dimensionen von Unternehmenskultur sollten von den Befragten eingeschätzt werden: Teamatmosphäre, Bereitschaft zur Mitteilung von Fehlern und Toleranz gegenüber Regelverstößen.
Eindeutiges Ergebnis: Ein Compliance-Programm oder auch ein Hinweisgebersystem stößt auf eine sehr viel höhere Akzeptanz, wenn ein Unternehmen über eine positive Kultur verfügt. Am geringsten fällt die Zustimmung aus, wenn eine unterdurchschnittliche Unternehmenskultur vorliegt.
Hinweisgebersysteme haben sich noch nicht durchgesetzt
Nur ein gutes Drittel (34 Prozent) der Unternehmen hat bislang ein Hinweisgebersystem eingeführt. Lediglich zehn Prozent haben dies vor. Einer der Haupteinwände ist die Furcht vor Denunziationen (44 Prozent). Das Missbrauchsrisiko wird jedoch überschätzt. Die Hälfte der Unternehmen berichtete über keine Vorfälle von Missbrauch. Neun Prozent schätzten den Anteil missbräuchlicher Nutzung auf ein bis fünf Prozent und weitere elf Prozent der Befragten auf fünf bis zehn Prozent. Nur jedes vierte Unternehmen machte schlechtere Erfahrungen.
Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt die PwC-Studie "Compliance und Unternehmenskultur. Zur aktuellen Situation in deutschen Großunternehmen".
Die vollständige Studie kann hier kostenlos bestellt werden.
Bibliographische Daten
Compliance und Unternehmenskultur
Zur aktuellen Situation in deutschen Großunternehmen
Autoren
Claudia Nestler (PwC)
Steffen Salvenmoser (PwC)
Prof. Dr. Kai-D. Bussmann (Universität Halle-Wittenberg)
et al.
Herausgeber
PricewaterhouseCoopers AG WPG. Frankfurt am Main
Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg
Bibliographie/Quelle
Softcover
Februar 2010
52 S.
DIN A4
28 Abb.
Bindung: Softcover
Preis
kostenlos
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