Hohe Dynamik in einzelnen Segmenten: Die aktuellen Prognosen in der Automobilbranche

15 Dezember, 2017

In den wichtigsten Weltmärkten China, USA und Europa werden nach 1,6 Prozent in 2017 im kommenden Jahr 2,1 Prozent Wachstum erwartet. Eine neue Rangfolge der weltweiten Top-OEMs, der beginnende Aufstieg der E-Mobilität, Car-Sharing Dienste und die Erkenntnis, dass weniger Autos auch mehr Verkehr auf den Straßen erzeugen können, sind nur einige der Perspektiven, die sich 2017 für die Zukunft der Automobilindustrie ergeben haben.

Dynamischer Wandel der globalen Märkte

In Europa ist in vielen Ländern die Wachstumsdynamik weiterhin intakt. Zwischen Januar und November wurden nach Angaben der ACEA in der EU und EFTA-Region 14,9 Millionen Neuwagen (Pkw) zugelassen. Das bedeutete ein Plus von 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, obwohl der zweitgrößte Markt – Großbritannien – bis Ende des Jahres um 5,1 Prozent schrumpfen könnte. Für die Stabilität des EU-Marktes sorgt der anhaltende Aufschwung der großen Märkte in West- und Südeuropa, der von den kleineren Ländern in Zentraleuropa noch unterstützt wird. Für 2018 werden deshalb 15,7 Millionen Neuzulassungen für Pkw und 2,0 Millionen für die leichten Nutzfahrzeuge erwartet.

Dass neue Technologien und innovative Produkte weiterhin ein Garant für Erfolg sind, zeigt sich 2017 besonders in China. Trotz des starken Rückgangs des Wachstums von 13,3 Prozent in 2016 auf voraussichtlich 2,4 Prozent in 2017 steigt die Produktion batteriebetriebener Autos nach PwC-Hochrechnungen auf knapp 400.000 Stück – was einer Versechsfachung binnen 24 Monaten entspricht.

In den USA erwartet PwC Autofacts einen Rückgang des Neuwagen-Absatzes um 1,8 Prozent auf 17,14 Millionen Einheiten für das Jahr 2017. Für 2018 wird ein weiterer Rückgang um 2,4 Prozent prognostiziert. Demgegenüber hält der Trend in Richtung sogenannter „Light Trucks“ – also Pickups, SUVs, Geländewagen und Minivans – an. Sie machen inzwischen mehr als 60 Prozent des Absatzes aus.

Neue Technologien zeigen ihr Potential

Ganz andere Wachstumsraten sind im Bereich der Elektro- und Hybridfahrzeuge in Deutschland zu realisieren. Mit einem Plus von 116 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Absatz zwischen Januar und November auf 48.300 Einheiten. Zusätzliche Wachstumsimpulse geben die Wechselprämien für ältere Dieselfahrzeuge. Nachdem der Anteil von Dieselfahrzeugen in der EU und im EFTA-Raum bereits in diesem Jahr von 49 Prozent auf 45 Prozent fielen, rechnet PwC Autofacts für 2018 mit einem weiteren Rückgang auf dann nur noch 40 Prozent.
Christoph Stürmer, Global Lead Analyst von PwC Autofacts, erläutert: „Dabei verläuft der Übergang in die Elektro-Ära – auch das ist eine Lehre der vergangenen Monate – schneller als erwartet“.

Mobilitätstrends treiben die Zukunft der Industrie

Dazu passt, dass fast alle großen Hersteller in den vergangenen Monaten ankündigten, die Zahl ihrer (teil-)elektrisch betriebenen Modelle in den kommenden Jahren signifikant steigern zu wollen. Toyota zum Beispiel will bis 2023 exakt 40 solcher Modelle anbieten (zum Vergleich: 2016 waren es 25), Volkswagen 27 (2016: 8), Ford 29 (2016: 7) und Mercedes-Benz 32 (2016: 16). Passend dazu soll sich in Deutschland die Zahl der öffentlichen Ladesäulen 2018 auf rund 30.000 verdreifachen.

Neben der Elektrifizierung werden Car-Sharing und Autonomes Fahren weitere Volumentreiber darstellen. Sie sind keine separaten technologischen Entwicklungen sondern verknüpfen die Treiber zukünftiger Mobilitätskonzepte miteinander.

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Felix Kuhnert

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Partner, Global Automotive Leader, PwC Germany

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Christoph Stürmer

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