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Deutscher Startup Monitor: Auskopplung Frankfurt

PwC-Studie 2020: Immer mehr Startups in der Mainmetropole setzen auf digitale Geschäftsmodelle

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Michael Burkhart
Managing Partner Region Mitte und Standortleiter Frankfurt bei PwC Deutschland
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Frankfurter Startups kämpfen mit den Folgen der Corona-Krise

Online-Plattformen, Software as a Service oder Online-Handel – Frankfurter Startups werden immer digitaler: 73 Prozent der Jungunternehmer aus der Mainmetropole setzen auf ein digitales Geschäftsmodell – das sind plus 15 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und 6 Prozentpunkte mehr als im bundesweiten Schnitt. Zudem ist der Anteil der Gründer, die sich selbst der Informations- und Kommunikationstechnologie zuordnen, von 24 auf 42 Prozent gestiegen – das sind zehn Prozentpunkte mehr als bundesweit. Diese Fokussierung könnte ihnen dabei helfen, die Auswirkungen der Krise zu bewältigen. Denn die Pandemie hat den Entrepreneuren das Leben erschwert, insbesondere die Finanzierung ist anspruchsvoller geworden.

„Die Startups haben erkannt, dass die weitere Fokussierung auf die Digitalisierung ihre Geschäftsmodelle resilienter macht. Immer mehr ihrer Kunden sind in der Krise ‚gezwungen‘ worden, sich selbst weiter zu digitalisieren, so dass die Nachfrage nach entsprechenden Produkten und Dienstleistungen steigt.“

Michael Burkhart, Managing Partner Region Mitte und Standortleiter Frankfurt bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

Die Digitalisierung beeinflusst die Geschäftsmodelle immer stärker

Die Digitalisierung hat großen Einfluss auf die Entwicklung von Geschäftsmodellen in der Startup-Szene, sagen 92 Prozent der Gründerinnen und Gründer im Raum Frankfurt. Das sind 11 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und 7 Prozentpunkte mehr als im bundesweiten Schnitt. Insbesondere Künstliche Intelligenz gewinnt als Zukunftstechnologie an Bedeutung: Jeder zweite Frankfurter Jungunternehmer (2019: 42 Prozent; bundesweit: 43 Prozent) ist der Meinung, dass KI weitreichende Implikationen für sein Geschäftsmodell hat.

Corona und die Folgen für Startups

Zwei Drittel der Frankfurter Startups berichten, dass die Pandemie ihr Geschäft negativ beeinträchtigt hat. Bundesweit mussten sogar drei Viertel der Startups negative Auswirkungen verkraften. Besonders der Ausfall von Veranstaltungen, die Verzögerung von Aufträgen, der kurzfristige Umsatzrückgang und die reduzierte Liquidität machen den Startups zu schaffen.

Als Reaktion auf die Krise fokussieren sich die Frankfurter Gründerinnen und Gründer auf ihre Produktentwicklung (60 Prozent) oder verschieben geplante Investitionen (47 Prozent). Nur 14 Prozent geben an, dass sie Personal abgebaut haben, um Kosten zu reduzieren.

Dennoch: Im Jahresvergleich ist die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl deutlich gesunken. Beschäftigten die Frankfurter Startups im Vorjahr im Schnitt noch 17 Mitarbeitende, sind es heute nur noch 13.

Kapitalbeschaffung ist eine der größten Hürden

Die größte Hürde, vor der die Jungunternehmer stehen, ist – neben Vertrieb und Kundengewinnung – die Kapitalbeschaffung. 48 Prozent (2019: 40 Prozent) empfinden es als schwierig, im aktuellen Umfeld an Geld zu kommen. Dabei haben die Frankfurter Startup-Entscheider klare Vorstellungen, woher das kommen sollte: Sie wünschen sich eine Finanzspritze aus staatlichen Fördermitteln und besseren Zugang zu Risikokapital. Die Realität sieht jedoch anders aus: Nur 12 Prozent der Frankfurter – bundesweit sind es 19 Prozent – haben Zugang zu Wagniskapital, während 42 Prozent dieses Finanzierungsmittel gerne nutzen würden.

Sieben von zehn Startups streben ins Ausland

Stark sind die Frankfurter Startups, wenn es um Diversität und Internationalisierung geht. Sie verfolgen ehrgeizige Expansionspläne: 70 Prozent der Frankfurter Startup-Entscheider planen den Ausbau ihrer internationalen Aktivitäten. Beim Sprung ins Ausland helfen könnte ihnen ihre hohe Internationalität. Der Anteil der Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt: Fast jeder dritte Frankfurter Startup-Gründer hat einen Migrationshintergrund, bundesweit ist es nur jeder Fünfte. In 36 Prozent der Frankfurter Startups wird englisch gesprochen wird; bundesweit ist in 30 Prozent der Startups englisch die dominierende Arbeitssprache.

Die Stärken und Schwächen des Frankfurter Startup-Ökosystems

Die Frankfurter Startup-Entscheider bewerten das lokale Startup-Öko-System in diesem Jahr deutlich schlechter als noch im Vorjahr: Nur noch 51 Prozent sind mit den Startup-Bedingungen im Raum Frankfurt zufrieden – neun Prozentpunkte weniger als 2019. Bundesweit liegt die Zufriedenheit mit 61 Prozent deutlich höher. Die größten Schwächen sind der schwierige Zugang zu Kapital und Investitionen sowie die angespannte Lage auf dem Immobilienmarkt: 37 Prozent bezeichnen den Zugang zu Kapital und Investitionen als schlecht; 39 Prozent sind mit der Verfügbarkeit von bezahlbaren Büroimmobilien in der Mainmetropole unzufrieden.

Nichtsdestotrotz hat der Großraum Frankfurt den Entrepreneuren Einiges zu bieten: Eine der größten Stärken der Mainmetropole ist die Nähe und der Zugang zu Universitäten, Startup-Netzwerken, Mentoren und Beratern. Auch die wirtschaftspolitischen Initiativen und die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal vor Ort bewerten je 53 Prozent der Frankfurter Gründerinnen und Gründer als gut.

Punkten kann Frankfurt nicht zuletzt beim Thema Kooperationen: Hessische Startups arbeiten überdurchschnittlich häufig mit etablierten Unternehmen zusammen (78 Prozent vs. 72 Prozent bundesweit).

„Ausgerechnet am größten Finanzplatz Deutschlands haben junge Unternehmer es besonders schwer, an Kapital zu kommen. Die Corona-Krise hat dieses Problem weiter verschärft, da sich Venture-Capital-Häuser erst einmal auf ihr bestehendes Portfolio konzentriert haben. Außerdem ist der Austausch mit potenziellen Geldgebern viel komplizierter geworden, da kaum noch Veranstaltungen stattfinden.“

Daniel Spengemann,Leiter der PwC-Startup-Initiative Next Level in der Rhein-Main-Region

Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt der 8. Deutsche Startup Monitor, den der Bundesverband Deutsche Startups e. V. und PwC in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen erstellt haben. An der Studie haben sich knapp 2.000 deutsche Startups beteiligt, darunter 112 Startups aus dem Frankfurter Raum.

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