Management Summary Startup Studie 2017

24 Juli, 2017

Für unsere Studie 2017 haben wir 450 deutsche Startup-Unternehmen befragt. Lesen Sie hier die wichtigsten Ergebnisse und Hintergründe.

Startups werden bei Finanzierung immer innovativer

Fünf Prozent aller Unternehmer nutzen neue Kapitalquellen wie Crowdfunding und Kreditplattformen. Die wichtigste Finanzierungsquelle bleiben allerdings mit 84 Prozent die Eigenmittel, d.h. private Ersparnisse oder Geld aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Dahinter folgen Bankkredite (61 Prozent) und öffentliche Fördermittel (25 Prozent).

Wer eine gute Geschäftsidee hat, kriegt auch Geld

Die vielfachen Kapitalisierungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass sich nur noch 19 Prozent der Start-ups ausschließlich aus Eigenmitteln finanzieren müssen. Bei einer ähnlichen PwC-Umfrage in 2016 Jahr waren es noch 27 Prozent. Zugleich stieg der Mix aus Eigen- und Fremdfinanzierung von 53 Prozent auf 65 Prozent. Es zeigt sich: Eine gute Geschäftsidee hat bessere Chancen auf eine Finanzierung. Und von ihrer Geschäftsidee überzeugt sind immerhin 65 Prozent der Befragten. Rund die Hälfte der Befragten gab allerdings an, dass die Überzeugungsarbeit sehr oder eher schwierig gewesen sei – vor allem deshalb, weil das Geschäftsmodell nicht richtig vermittelt werden konnte oder weil die Unternehmensplanung zu kurzfristig war.

Jedes zweite Startup kooperiert mit einer etablierten Firma

Das Risikokapital stammt in vielen Fällen gar nicht von Venture-Capital-Fonds, sondern von anderen Unternehmen. Der PwC-Umfrage zufolge arbeitet bereits jedes zweite deutsche Startup mit mindestens einem etablierten Unternehmen zusammen. 16 Prozent unterhalten Arbeitsverbindungen mit wissenschaftlichen Einrichtungen, 13 Prozent mit anderen Startups aus dem gleichen Geschäftsbereich. Leicht gestiegen ist die Zahl der Kooperationen mit Beratungsgesellschaften (13 Prozent nach 9 Prozent im Vorjahr), strategischen Investoren (11 Prozent statt 8 Prozent) sowie der öffentlichen Hand (6 Prozent statt 4 Prozent). Nur 28 Prozent der befragten Startups verzichten komplett auf Kooperationen. Rund 90 Prozent der Startups lassen sich bei Spezialthemen wie Steuern, Gründung, Finanzierung oder Rechtsberatung extern beraten.

„Ich kann Gründern nur empfehlen, Kooperationen einzugehen. Die Zusammenarbeit vor allem mit etablierten Unternehmen ermöglicht es Startups, sich auf ihr Kerngeschäft, ihre Kunden und ihre Produkt- oder Geschäftsidee zu konzentrieren und für andere Aufgaben auf bereits bestehende Infrastrukturen zuzugreifen.“

Philipp Medrow, Leiter der PwC Startup-Initiative NextLevel

91 Prozent loben die digitale Infrastruktur an ihrem Standort

Die befragten Startups sind „sehr zufrieden“ mit dem Gründungsklima an ihrem jeweiligen Standort. 68 Prozent befanden die Rahmenbedingungen für „eher gut“, 18 Prozent bezeichneten sie sogar als „sehr gut“. Besonders geschätzt wird hierbei die digitale Infrastruktur: 46 Prozent bezeichnen sie als „sehr gut“, 45 Prozent als „eher gut“. Bei der Einschätzung, welche im European Digital City Index 2016 aufgeführten deutschen Städte künftig als Startup-Hub an Bedeutung gewinnen, schneidet Hamburg mit 74 Prozent am besten ab, gefolgt von Berlin (70 Prozent) und Frankfurt (68 Prozent). Schlusslichter sind Stuttgart, Dresden und Karlsruhe. 

„Die von uns befragten Gründer sind mit dem Startup-Standort Deutschland zufrieden, auch im Hinblick auf Aspekte wie Vernetzungsmöglichkeiten oder den Zugang zu finanziellen Mitteln.“

Philipp Medrow, Leiter der PwC Startup-Initiative NextLevel

Äußere Risiken: Fachkräftemangel, Schuldenkrise und Datenschutzvorgaben

Die meisten Befragten (29 Prozent) sehen das größte volkswirtschaftliche Risiko für ihr eigenes Geschäftsmodell – wie bereits 2016 – im Fachkräftemangel. Auf Platz zwei liegt die europäische Schuldenkrise (26 Prozent), Platz drei belegt mit 22 Prozent der Aspekt „Strengere Vorgaben beim Datenschutz“. Auch Cyber-Attacken spielen eine Rolle: Rund jedes siebte Startup war in den letzten drei Jahren schon mindestens einmal Opfer eines solchen Angriffs. Außerdem schätzt beinahe die Hälfte der Befragten das Risiko als hoch ein, zukünftig selbst Opfer eines Cyber-Angriffes zu werden. Dazu passt, dass viele Befragten Maßnahmen für ihre eigene IT-Sicherheit ergreifen möchten: Den Spitzenplatz mit 37 Prozent haben Schulungen zur Informationssicherheit und entsprechende Investitionen in den nächsten 12 Monaten. 34 Prozent haben die Verantwortung für das Thema auf der höchsten Führungsebene etabliert.

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Florian Nöll

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Stephan Hofnagel

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