Künstliche Intelligenz sorgt für Wachstumsschub

Wie groß ist das Potenzial und wie kann Ihr Unternehmen davon profitieren?

PwC-Studie: Chancen und Risiken KI-basierter Lösungen

Das deutsche BIP dürfte allein aufgrund KI-basierter Lösungen bis 2030 um mehr als elf Prozent steigen. Das entspricht einem Potenzial von rund 430 Milliarden Euro. Wachstumstreiber sind vor allem Innovationen.

Digitale Assistenten, Chatbots und automatisierte Autos: Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) sind auf dem Vormarsch. Und dieser Trend wird sich weiter beschleunigen: Bis zum Jahr 2030 dürfte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) allein aufgrund KI-basierter Innovationen um 11,3 Prozent steigen. Das entspricht einer Summe von rund 430 Milliarden Euro. 

Das zeigt eine detaillierte Deutschland-Auswertung der globalen PwC-Studie „Sizing the prize. What’s the real value of AI for your business and how can you capitalise?“, der zufolge das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufgrund von KI bis 2030 um rund 14 Prozent auf 15,7 Billionen US-Dollar steigen dürfte.

In ihrer Analyse skizzieren die PwC-Experten die Chancen und Risiken, die für Unternehmen mit KI einhergehen – und beleuchten zudem, welche Regionen und Branchen besonders profitieren. Die Studie ist der Auftakt einer mehrteiligen Serie über die Auswirkungen von KI auf unterschiedliche Branchen sowie aktuelle und zukünftige Anwendungsfälle.

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Das hohe KI-Potenzial basiert in erster Linie auf Innovationen: Unternehmen bringen in zunehmendem Maße Produkte auf den Markt.

Innovationen als entscheidender Wachstumstreiber

Das hohe KI-Potenzial basiert in erster Linie auf Innovationen: Unternehmen bringen in zunehmendem Maße Produkte auf den Markt, die qualitativ hochwertiger und stärker auf den einzelnen Kunden zugeschnitten sind als bisherige Angebote. Dies wird die Nachfrage ankurbeln und der Studie zufolge fast 60 Prozent des KI-Zuwachses ausmachen.

Hinzu kommen Produktivitätsfortschritte: Unternehmen werden dank KI-Technologien wesentlich effizienter. Das gilt insbesondere für kapitalintensive Branchen wie die industrielle Fertigung oder die Transportindustrie, die durch KI die höchsten Produktivitätssteigerungen erleben dürften. Und auch die Kunden werden dank KI Zeit sparen – oder vielmehr: gewinnen. AI vereinfacht die Kommunikation von Mensch und Maschine durch Assistenzsysteme. Das zeigt sich schon jetzt bei digitalen Sprachassistenten wie Siri, Alexa & Co. Künftig wird zum Beispiel das automatisierte Fahren vermehrt Freiräume schaffen, um Zeit anderweitig zu nutzen.

China und die USA spüren den KI-Effekt am stärksten

Vom KI-Boom dürfte China am stärksten profitieren: Die PwC-Experten haben errechnet, dass die chinesische Wirtschaft allein durch KI bis 2030 um 26,1 Prozent wachsen dürfte. Das entspricht einem Potenzial von sieben Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: In Nordamerika sind es 14,5 Prozent (3,7 Billionen US Dollar).

Für Nordeuropa beziffern die PwC-Analysten das Potenzial auf 9,9 Prozent Wachstum bzw. 1,8 Billionen US-Dollar. Mit mehr als elf Prozent steht Deutschland damit im Vergleich zu seinen direkten Nachbarn gut da. Das liegt vor allem an dem hohen Anteil von Branchen, in denen starke Produktivitätssteigerungen möglich sind.

Da sich KI noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, haben andere Länder aber noch gute Chancen, aufzuschließen. Das gilt auch für Entwicklungsländer.

Gesundheitsbranche und Automobilsektor profitieren besonders

Um die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Produkte und Dienstleistungen verschiedener Branchen zu analysieren, haben die PwC-Experten den Artificial Intelligence Impact Index entwickelt. Dafür haben sie mit Branchenkennern und dem Fraunhofer-Institut zusammengearbeitet, um für acht Sektoren folgende Kriterien zu analysieren:

  • Potenzial zur Verbesserung der Personalisierung,
  • Potenzial zur Qualitätsverbesserung,
  • Potenzielle Zeitersparnis für den Konsumenten,
  • Verfügbarkeit von Daten, um diese Vorteile zu realisieren.

Daraufhin wurde der jeweilige Einfluss von KI auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet. Mit jeweils 3,7 Punkten liegen die Healthcare-Branche und die Automobilindustrie vorne. Es folgen die Finanzbranche (3,3), der Transport- und Logistiksektor (3,2), der Bereich Technologie, Kommunikation und Unterhaltung (3,1) und der Handel (3,0).  

Das unterstreicht eindrucksvoll: KI hat das Potenzial, ganze Branchen disruptiv zu verändern. Unternehmen, die sich nicht schnell genug anpassen und die neuen Technologien rasch adaptieren, laufen deshalb Gefahr, von agileren und innovativeren Konkurrenten überholt zu werden. Verantwortliche sollten sich deshalb zwei wichtige Fragen stellen: Welche Auswirkungen hat KI auf unser Unternehmen? Ist womöglich gar unser Geschäftsmodell bedroht?

Alte Arbeitsplätze gehen verloren, neue entstehen

Ängste vor massenhaften Jobverlusten sind dagegen übertrieben. Zwar werden durch KI-Technologien viele Arbeitsplätze wegfallen – vor allem, weil Maschinen einfache Tätigkeiten übernehmen. So dürfte es im Zeitalter des autonomen Fahrens beispielsweise kaum noch LKW-Fahrer geben.
Auf der anderen Seite entstehen aber neue Jobs und Berufsbilder. Mitarbeiter, die zuvor Routinearbeiten ausgeführt haben, können sich anspruchsvolleren Aufgaben widmen. Um den reibungslosen Verkehr in einer fahrerlosen Welt sicherzustellen, werden wir zum Beispiel Lotsen brauchen, die Straßen überwachen wie es Fluglotsen im Luftverkehr tun.

Hinzu kommt, dass ein höheres Produktionsvolumen zu einem höheren Bedarf an Arbeitskräften führt – und dass Unternehmen Menschen brauchen, die kreativ über den Einsatz von KI nachdenken und KI-Systeme entwickeln, aufbauen und warten. Die Herausforderung für Entscheider besteht darin, geeignete Mitarbeiter für diese Aufgaben zu rekrutieren.

Fazit

Künstliche Intelligenz ist ein Game Changer

Dank KI wird es in naher Zukunft viele Dinge geben, die wir uns noch nicht vorstellen können und die weit über simples Automatisieren und Beschleunigen hinausgehen. Es werden innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entstehen. Und wir werden Unternehmen als Marktführer erleben, die heute noch unbekannt sind.

Gerade etablierte Unternehmen sollten deshalb ihre bisherigen Strukturen überdenken, um attraktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben. Zwei Kernfragen für Entscheider lauten: Wo sollten wir investieren, und welche Fähigkeiten ermöglichen uns, besser zu performen?

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Vier Emfehlungen zur optimalen Nutzung von künstlicher Intelligenz von Christian Kirschniak

  1. Analysieren Sie, was KI für Ihr Unternehmen bedeutet: Welche Auswirkung wird sie auf Ihr Unternehmen haben und wie verwundbar ist Ihr Geschäftsmodell?
  2. Priorisieren Sie Ihre Reaktion: Wo erkennen Sie wegweisende Möglichkeiten in Ihrer Branche? Und wie können Sie davon profitieren?
  3. Bereiten Sie Personal und Systeme vor: Verfügen Sie über die richtigen Talente, Daten und Technologien?
  4. Bauen Sie Steuerung und Kontrollen auf: Wie können Sie das Vertrauen und die Transparenz von AI-Anwendungen stärken?

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Christian Kirschniak
Partner und Head of Data & Analytics Advisory PwC Europe, PwC Germany
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