Wachstum braucht Daten – auch im Asset and Wealth Management

Die Ergebnisse des 22. CEO Survey von PwC für das internationale Asset Management.

Neue Produkte und mehr Effizienz machen optimistisch 

Der 22. CEO-Survey für das internationale Asset Management vermittelt ein umfassendes Bild über Chancen und Risiken der Branche aus Sicht ihrer Vorstandsvorsitzenden. Die Topmanager blicken weniger optimistisch auf die Weltkonjunktur des Jahres 2019 als bei der Vorjahresumfrage (auf 2018). Allerdings glauben auch 61 Prozent der Befragten, dass sie 2019 mit neuen Produkten und Services Umsatzwachstum generieren werden. 68 Prozent sehen in Effizienzsteigerungen einen wirkungsvollen Wachstumstreiber für das eigene Unternehmen. Und 71 Prozent geben an, organisch wachsen zu wollen. Entsprechend gehen 65 Prozent der CEOs im Asset Management davon aus, dass ihre Beschäftigtenzahl 2019 moderat (53 Prozent) bis stark (12 Prozent) steigen wird. 

Besonders gesucht sind IT- und Digitalexperten, die den technischen Wandel in den Vermögensverwaltungen vorantreiben sollen. 27 Prozent sehen in einer zu geringen Fachkräfteverfügbarkeit eine Wachstumsbedrohung, 24 Prozent im Tempo des technischen Wandels und 37 Prozent in der zunehmenden Cyberkriminalität. 

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Was beschäftigt die Vorstandschefs im Asset Management außerdem?  

Spannungen in Wachstumsregionen 

Auf die Frage, wo die CEOs im Asset Management auf politischer Ebene Gefahren für ihr Unternehmenswachstum sehen, nannten 43 Prozent „Überregulierungen“. Auf Rang 2 stehen „Handelskonflikte“ (32 Prozent) und danach „Politischer Populismus“ (30 Prozent).

Obwohl die weltweit bedeutendsten Handelskonflikte zurzeit zwischen den USA und China sowie zwischen Großbritannien und den Staaten der Europäischen Union stattfinden, sehen die CEOs im Asset & Wealth Management ihre wichtigsten Wachstumsregionen in den USA (32 Prozent), in Großbritannien (20 Prozent) und in China (15 Prozent). Deutschland liegt weniger im Trend und rangiert im aktuellen Survey mit 14 Prozent nur noch auf Rang 4. Im Vorjahr hatte Deutschland mit 25 Prozent noch auf Rang 3 gelegen. 

Erfolgsfaktor Daten

Die höchsten Zustimmungsraten im CEO-Survey von PwC für das internationale Asset Management haben – wie 2018 – Aussagen zur Relevanz von digitalen Datenanalysen bekommen. So bejahen 96 Prozent der befragten Vermögensverwalter-CEOs, dass Daten über Kundenpräferenzen und - bedürfnisse und deren Analyse mitentscheidend für den Langzeiterfolg ihrer Unternehmen sind. 91 Prozent sagen dies auch über Daten für die Finanzplanung und 90 Prozent über Daten zur Markenstärke und Unternehmensreputation. Dass die den Unternehmen für diese drei Segmente zur Verfügung stehenden Daten umfassend genug sind, sehen jedoch nur 15, 39 und 18 Prozent der Befragten.

Die Diskrepanzen belegen, wie weit das Bewusstsein für Daten als strategisches Asset und Entscheidungsgrundlage im Asset Management und die dafür nötige Datenqualität auseinanderliegen. Diese Lücke zu schließen, zählt zu den größten Herausforderungen des Asset Managements in den kommenden Jahren.

Datenrelevanz vs. Datenqualität

Künstliche Intelligenz

Dass der Markt sich in den kommenden fünf Jahren durch Künstliche Intelligenz (KI) signifikant verändern wird, glauben 90 Prozent der Asset-Management-CEOs. 62 Prozent gehen sogar davon aus, dass das Thema eine größere Wirkung auf die Welt haben wird als der Siegeszug des Internets. 

Dennoch: 26 Prozent der CEOs geben an, noch keine Pläne für KI-gestützte Technologien für das eigene Unternehmen zu haben. „KI-ferne Unternehmen könnten den technologischen Anschluss schnell verlieren, wenn sie das Thema noch länger auf die lange Bank schieben“, sagt Gerald Gonsior, Leiter Asset & Wealth Management bei PwC Deutschland. „Es ist besser, KI in kleinen Schritten zu integrieren als gar nichts zu tun.“ Immerhin 37 Prozent der Unternehmen im Markt planen, KI-Anwendungen in den nächsten drei Jahren einzuführen. Erst 29 Prozent der Asset & Wealth Manager arbeiten bereits mit KI.

„Asset Management Unternehmen müssen ihre Digitalisierung mit voller Konsequenz vorantreiben, wenn sie technologisch nicht abgehängt werden wollen. Dies gilt für interne Prozesse ebenso wie für die Kundenberatung und den Vertrieb. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sie Marktanteile an stärker technologiegetriebene Akteure und Fintechs verlieren.“

Gerald Gonsior, Leiter Asset & Wealth Management bei PwC Deutschland

Dieser Beitrag ist des Teil 22. CEO Surveys. Eine Übersicht aller Inhalte finden Sie hier.

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Gerald Gonsior

Partner und Leiter Asset & Wealth Management, PwC Germany

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