Verrechnungspreise

Soll-/Ist-Ergebnisse liegen nicht mehr in der Benchmarking-Bandbreite. Was muss ich jetzt tun?

Es stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, wie zum Beispiel:

  • Auf einen alternativen Punkt in der Bandbreite zielen (z. B. unteres Quartil)
  • Anpassung des bestehenden Benchmarking, zum Beispiel unter Verwendung von Daten aus der vorangegangenen Finanzkrise, um den erwarteten Rückgang der vergleichbaren Ergebnisse im Geschäftsjahr 2020 abzuschätzen.
  • Anpassung des bestehenden Benchmarking unter Bezugnahme auf Markt-/Industriedaten unter Verwendung statistischer Verfahren (z. B. Regressionen).

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Ich habe aufgrund der Krise außerordentliche Aufwendungen - wie kann ich dies gegenüber der Betriebsprüfung rechtfertigen/was kann ich präventiv tun?

Prüfen Sie zunächst die rechtlichen Vereinbarungen, um festzustellen, ob vertragliche Bestimmungen zur Behandlung solcher Aufwendungen vereinbart wurden. Zweitens kann eine Sonderfaktorenanalyse („Special Factor Analysis“, SFA) außerordentlicher Aufwendungen durchgeführt werden, um zu dokumentieren und die Überlegung zu stützen, ob diese aus den „normalen“ Erträgen extrahiert werden sollten und folglich als vertretbarer Aufwand für die lokale Niederlassung auf der Grundlage der spezifischen Fakten und Umstände klassifiziert werden können.

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Wie rechtfertige ich Verluste für Gruppenunternehmen mit begrenztem Risiko (limited risk/routine entities) als Folge der Krise?

Verluste bei Unternehmen mit begrenztem Risiko stehen oft unter Druck oder werden von den Steuerbehörden in Frage gestellt. Begrenztes Risiko bedeutet jedoch nicht kein Risiko. In der Regel können Verluste über einen kurzen Zeitraum (z. B. ein bis drei Jahre) gerechtfertigt werden, solange die Verluste aus Funktionen, Vermögenswerten und Risiken resultieren, die von der lokalen Gesellschaft kontrolliert wurden oder außergewöhnlicher Natur sind und rechtlichen Vereinbarungen folgen (siehe oben). Wegen des hohen Betriebsprüfungsrisikos sollten in solchen Fällen lokale Verrechnungspreis-Vorschriften und Richtlinien beachtet werden.

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Ich habe Leute, die langfristig im Homeoffice arbeiten, was nicht ihr normaler Arbeitsplatz ist. Welche Verrechnungspreis/Betriebsstätten-Risiken muss ich im Auge behalten?

Die OECD hat klargestellt, dass sie nicht erwartet, dass durch vorübergehende Home Office-Optionen zusätzliche Betriebsstätten geschaffen werden. Die OECD hat jedoch keine alternativen Bestimmungen veröffentlicht, weshalb die Grenzen für normale Betriebsstätten (Typischerweise Artikel 5 der Doppelbesteuerungsabkommen) gelten. Das Risiko liegt daher bei Arbeitnehmern, die bereits vor dem Lockdown außerhalb ihres gewöhnlichen Landes tätig waren. Sollten die Anforderungen an das Home-Office jedoch längerfristig bestehen bleiben, dann besteht das Risiko, dass durch das Home-Office ein fester Geschäftssitz und/oder abhängige Vertreter-Betriebsstätten entstehen.

Darüber hinaus sollten Mandanten aus Verrechnungspreis-Sicht zentralisierte/Entrepreneur Strukturen prüfen, falls sie (nahe) an den minimalen Substanzanforderungen betrieben werden und die Auswirkungen von Schlüsselmitarbeitern beurteilen, die während des Lockdown außerhalb des Unternehmerstandorts arbeiten.

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Infolge der Krise habe ich einen außergewöhnlichen konzerninternen Finanzierungs-/Liquiditätsbedarf. Wie wirkt sich dies auf meine konzerninternen Transaktionen aus?

Überprüfen Sie, ob konzerninterne Cashpool-/Finanzierungsvereinbarungen in Krisenzeiten noch angemessen sind – relevante Faktoren sind Preis, Laufzeit, Bedingungen oder Sicherheiten. Die Finanzierung sollte sowohl aus Sicht des Kreditgebers als auch aus Sicht des Kreditnehmers (weiterhin) wirtschaftlich vernünftig sein (unter Berücksichtigung der neuen Bestimmungen des OECD-Kapitels X zu Finanztransaktionen), um eine Umklassifizierung zum Beispiel als Eigenkapital zu vermeiden.

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Dr. Simon Renaud

Director, PwC Germany

Tel.: +49 211 981-1601

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