Auswirkungen von COVID-19 auf die Wertschöpfungstiefe deutscher Banken

PwC-Umfrage 2020: Wie reagieren Banken auf die Coronakrise?

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Tomas Rederer
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Coronakrise als Katalysator

Bei der Bewältigung der Coronakrise spielen Banken eine wichtige Rolle. Mit schnellen Krediten und finanziellen Dienstleistungen sind sie der Ausgangspunkt für den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Europa. Entscheidende Erfolgsfaktoren dafür sind ein beschleunigter digitaler Wandel – sowohl in internen als auch externen Bereichen – und die Zusammenarbeit mit erfahrenen Dienstleistern. Das zeigt eine neue Kurzumfrage von PwC, nach der Banken die Impulse der Coronakrise aufgreifen und schnellstmöglich in konkrete Maßnahmen umsetzen sollten.

„Die Coronakrise hat die bestehenden Veränderungen noch einmal beschleunigt – es stehen nachhaltige strukturelle Änderungen an.“

Tomas Rederer, Partner, Head of Financial Services Operations Consulting bei PwC Deutschland

Die Umfrage im Überblick

Langfristige Änderungen von Geschäftsmodellen erwartet

Viele Unternehmen befinden sich aufgrund der Coronakrise noch immer in Zahlungsschwierigkeiten, Kredite müssen ausgesetzt werden, der Kostendruck bei den Banken steigt. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte 2020 ist deshalb davon auszugehen, dass es zu Anpassungen bei den Geschäftsmodellen kommt. Das bestätigen auch die Umfrageergebnisse: Mehr als 90 Prozent der Befragten gaben an, dass Covid-19 nachhaltige Auswirkungen auf das Geschäftsmodell ihres Unternehmens haben wird. Über ein Drittel erwartet sogar einen starken Wandel.

Kostendruck zwingt zu mehr Wirtschaftlichkeit

Als Antwort auf den steigenden Kostendruck sieht die Branche zwei Stellschrauben: Ertragssteigerungen und Kostensenkungen. Für 58 Prozent der befragten Banken stellt die Ertragssteigerung das höchste strategische Ziel dar. 37 Prozent geben an, dass Kostensenkungen für sie das geeignetere Mittel sind. Der strategische Fokus auf die Ertragssteigerung ist dabei nicht neu. Schon vor Krisenzeiten ließ sich eine Entwicklung weg vom klassischen Zinsgeschäft, hin zu neuen Ertragsquellen wie Near- oder Beyond-Banking-Produkten beobachten. Unabhängig davon, ob Ertragssteigerungen oder Kostensenkungen als strategisches Ziel angegeben werden, zeigt die Umfrage auch, dass Outsourcing und Digitalisierung strategisch wichtige Hebel sein können.

Entscheidender Erfolgsfaktor: Outsourcing

Gerade in der aktuellen Krise sind starke Partnerschaften unverzichtbar, um Geschäftsaktivitäten zu digitalisieren, Prozesse zu optimieren, den Geschäftsbetrieb wieder zu stärken und Geschäftsmodelle auszuweiten. Alle Befragten stufen daher die Zusammenarbeit mit Prozess- und IT-Dienstleistern als wichtigen Erfolgsfaktor ein, um im Sinne ihrer strategischen Ziele ihren Ertrag zu steigern und Kosten zu senken. Ganze 75 Prozent bezeichnen diese Kooperationen sogar als „sehr wichtig“. Knapp 60 Prozent der befragten Banken wollen aufgrund ihrer Erfahrungen in der Coronakrise auch zukünftig mehr Dienstleistungen auslagern und sich auf ihre differenzierenden Funktionen konzentrieren. Wer zur Bewältigung aktueller Herausforderungen kreative Ansätze gefunden hat, kann in dieser Hinsicht davon auch zukünftig profitieren.

„Für 75% der befragten Banken sind externe Dienstleister ein entscheidender Hebel, um ihren Ertrag zu steigern und Kosten zu senken.“

Dr. Karen Heuermann, Manager bei PwC Deutschland

Dringlichkeit der digitalen Transformation

Durch die Krise wurden Banken gezwungen, für ihre Kunden vermehrt digitale Angebote zu schaffen. Diesen Impuls nutzen über 90 Prozent der Befragten nun, um ihre Digitalisierung langfristig voranzutreiben und so auch nach Krisenzeiten konkurrenzfähig zu bleiben. Dabei wollen sie gleichermaßen zu ca. 30 Prozent die Digitalisierung ihrer Vertriebskanäle, Neugeschäftsprozesse und Bestandsprozesse vorantreiben. Der starke Fokus auf die Stärkung von Vertrieb und Neugeschäft zeigt, dass Banken auf Kundenzentrierung setzen, um Erträge zu steigern und damit dem steigenden Kostendruck zu begegnen.

Homeoffice-Möglichkeiten bieten deutliches Optimierungspotenzial

Auch unternehmensintern hat Covid-19 neue Impulse gesetzt und die Dringlichkeit einer Beschleunigung des Digitalisierungsprozesses unterstrichen. Über 90 Prozent der befragten Banken ermöglichen bereits mindestens der Hälfte ihrer Mitarbeiter, im Homeoffice zu arbeiten. Fast 20 Prozent der Befragten haben sogar über 90 Prozent ihrer Mitarbeiter im Homeoffice.  Doch die Erfahrungen sind durchmischt: Nur 41 Prozent der Umfrageteilnehmer bewerten die bereitgestellte Homeoffice-Ausstattung als gut oder sehr gut, während fast 60 Prozent die diesbezügliche Performance ihres Unternehmens als mittelmäßig oder sogar schlecht einstufen. Dabei ist zu beachten, dass neben der technischen Infrastruktur für erfolgreiches Remote-Arbeiten ebenfalls eine Vielzahl von kulturellen und steuernden Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

„Viele Banken wollen den aktuellen Impuls nutzen, um über die Erweiterung von Remote-Modellen nachzudenken: Fast 90 Prozent der Befragten planen, auch nach Corona das flexible Arbeiten weiterhin stark auszubauen. Eine Entwicklung, von der auch Arbeitnehmer profitieren werden.“

Tomas Rederer,Partner, Head of Financial Services Operations Consulting bei PwC Deutschland

Die Methodik

Die PwC-Umfrage „Auswirkungen von Covid-19 auf die Wertschöpfungstiefe von deutschen Banken“ wurde von Ende April bis Mitte Mai 2020 unter C-Level-Vertretern der Financial-Services-Industrie durchgeführt. Mit dem Ziel, aktuelle, durch die Coronakrise bedingte Entwicklungen in der Branche zeitnah abzubilden, stützt sich die Umfrage auf zehn quantitative Fragen. 24 der Top 70 Institute in Deutschland waren an der Kurzumfrage beteiligt.

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