Fit für eine neue Ära: Medienunternehmen auf der Suche nach digitalen Geschäftsmodellen

21 Oktober, 2013

Zeitungen und Zeitschriften kämpfen seit Jahren mit schwindenden Umsätzen. Die Auflagen sind im Sinkflug, die Einnahmen aus der Werbung gehen zurück und verlagern sich immer mehr ins Internet. Medienunternehmen sehen sich gezwungen, ihre Geschäftsmodelle an das digitale Zeitalter anzupassen und neue Erlösquellen rund um das Internet zu erschließen. Die Branche befindet sich aktuell in einer Phase des Ausprobierens: Welche Ansätze funktionieren? Was kommt bei den Lesern an? Was bindet die Nutzer? Welche Funktionen generieren Mehrwert und die Bereitschaft, für Inhalte zu zahlen?

Die digitale Ära bedroht die traditionellen Geschäftsmodelle der Medienbranche. Medienunternehmen brauchen deshalb ein starkes und nachhaltiges Geschäftsmodell, das flexibel auf die kontinuierlichen Marktveränderungen reagiert.

Werner Ballhaus, PwC-Experte für Social Media

Die Verlagerung von Erlösquellen aus dem Printbereich in die digitale Welt zwingt Medienunternehmen, in neue Geschäftsmodelle zu investieren, die ihr Alleinstellungsmerkmal als unabhängige Informationslieferanten herausstellen und gleichzeitig die Anforderungen des digitalen Zeitalters erfüllen. Nur so können sie ihre Zukunftsfähigkeit sichern. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, emotionale und Mehrwert bietende Nutzererlebnisse zu schaffen und in den Aufbau starker Marken in digitalen und nicht-digitalen Märkten zu investieren. Dabei kann beispielsweise die Analyse von Kundendaten helfen, passgenauer auf die individuellen Interessen der Nutzer einzugehen.

Auf der Suche nach innovativen Geschäftsmodellen? Sprechen Sie uns an!

PwC unterstützt Medienunternehmen dabei, gewinnbringende neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und geeignete Kooperationspartner zu finden. Der Ansatz der PwC-Branchenexperten reicht von der Analyse des Geschäftsmodells über das Formulieren einer geeigneten Strategie bis hin zur Ausarbeitung und Umsetzung von Maßnahmenplänen. Die PwC-Experten verfügen nicht nur über ausgewiesene Branchenerfahrung, sondern können auch auf tiefgreifende Expertise in der digitalen Welt zurückgreifen und kennen sich mit Geschäftsmodellanpassungen und Veränderungsprozessen bestens aus.

Auf einen Blick

  • Nachhaltige Geschäftsmodelle schaffen
  • neue Umsatzchancen für Medienunternehmen.
  • Datenanalysen helfen, das Angebot nutzer-spezifisch
  • zu gestalten und die Verkaufszahlen zu verbessern.
  • Nutzer-generierte Inhalte stärken die Marke in
  • verschiedenen Kanälen.
  • Technologien, die einen Zusatznutzen für den User bieten,
  • werden zum Wettbewerbsvorteil.

Im Gespräch mit Werner Ballhaus, PwC-Experte für Social Media

Wie steht es um die Zukunft der Medienbranche? Wo liegen die wichtigsten to do‘s?

Werner Ballhaus: Die digitale Ära bedroht die traditionellen Geschäftsmodelle der Medienbranche. Das ist unumstritten. Medienunternehmen brauchen deshalb ein starkes und nachhaltiges Geschäftsmodell, das flexibel genug ist, um auf die kontinuierlichen Marktveränderungen zu reagieren. Unternehmen sollten sich darüber klar werden, wo ihr Kerngeschäft liegt. Eine regionale Zeitung konzentriert sich beispielsweise darauf, lokale Informationen für die Bewohner einer bestimmten Region bereit zu stellen. Unternehmen sollten sich damit auseinandersetzen, welche technische Plattform sich am besten eignet, um ihr Kerngeschäft zu unterstützen. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, die Inhaltserstellung von der Zweitverwertung zu trennen. Und letztlich müssen sich Unternehmen nach Kooperationspartnern umsehen, um ihr Kerngeschäft zu stützen und ihren Kunden echten Mehrwert zu bieten.

Welche Trends und Ansätze beobachten Sie bei Zeitungen und Zeitschriften?

Ballhaus: Die Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften nehmen weiter ab, wobei die Einbußen bei regionalen Titeln weniger stark sind. Dafür nimmt die cross-mediale Nutzung von Verlagsprodukten weiter zu. Immer mehr Menschen lesen online oder nutzen eine der 450 Verlags-Apps, die mittlerweile für Smartphones und Tablet-PCs zur Verfügung stehen. Paid Content setzt sich langsam durch: Rund 50 Zeitungstitel in Deutschland haben Bezahlschranken für ihre digitalen Inhalte eingerichtet. Immer mehr Leser sind bereit, für qualitativ hochwertige und gut recherchierte Inhalte zu zahlen. Ohne ein redaktionelles Alleinstellungsmerkmal wird vielen Titeln das Überleben allerdings schwer fallen. Mittel- bis langfristig wird eine Verlagerung der Investitionen und Produktionskosten in die Onlinemedien stattfinden. In den nächsten fünf Jahren werden Verlage aber noch einen erheblichen Teil ihrer Umsätze mit gedruckten Ausgaben erwirtschaften. Unternehmen müssen also im eigenen Portfolio und bei den Investitionen die richtige Balance zwischen den aktuellen und den künftigen Wertreibern finden.

Was sind die Erfolgsfaktoren für neue Geschäftsmodelle bei Medienunternehmen?

Ballhaus: Es geht vor allem darum, starke Marken aufzubauen und die Inhalte den neuen Kanälen und der Situation der User anzupassen. Nutzer-generierte Inhalte können dabei helfen, die Marke zu stärken. Sinnvoll ist es auch, in den Aufbau von Communities zu investieren und eine emotionale Verbindung zu den Zielgruppen aufzubauen. Darüber hinaus sollten Medienunternehmen eine gelungene Verknüpfung von Online- und Offline-Inhalten schaffen. Ganz wichtig: Bei diesen tiefgreifenden Veränderungen müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter mit einem Chance-Management-Prozess mitnehmen und auf Veränderungen vorbereiten.

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Werner Ballhaus

Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT)

Tel.: +49 211 981-5848

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