Gefühl schlägt Kalkül: CEOs vertrauen bei strategischen Entscheidungen trotz Big Data auf ihre Intuition

09 September, 2014

Datenanalysen bieten neue Möglichkeiten für strategische Entscheidungen. Jedoch sehen sich mehr als die Hälfte der befragten Entscheider bisher nicht dazu in der Lage, die Daten adäquat zu nutzen und sich somit einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Trotzdem ist die Mehrheit der Befragten davon überzeugt, dass Big Data den Entscheidungsprozess verändern werden. Für die im Auftrag von PwC durchgeführte Untersuchung wurden über 1.100 Führungskräfte weltweit nach der Art, wie sie strategische Entscheidungen treffen, befragt.

Big Data verändert die Art, wie unternehmerische Entscheidungen getroffen werden. Daran haben rund zwei Drittel der CEOs weltweit keinen Zweifel. Wenn es um große strategische Entscheidungen geht, vertrauen 30 Prozent der befragten Unternehmenslenker jedoch auch im Zeitalter von „Big Data“ immer noch mehr ihrer Intuition und Erfahrung als den harten Zahlen. Eine gewisse Skepsis gegenüber dem praktischen Nutzen von Big Data besteht weiterhin, so die Ergebnisse der Studie „Gut & gigabytes. Capitalising on the art & science in decision making“, die das britische Marktforschungsunternehmen Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag von PwC durchgeführt hat.

Verbesserte Entscheidungsfindung mit Hilfe von Datenanalysen

Datenanalysen können für Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil durch verbesserte Entscheidungsfindung bedeuten. So berichten datengesteuerte Unternehmen dreimal so häufig von verbesserter Entscheidungsfindung als Unternehmen, die sich nicht auf umfangreiche Datenanalysen verlassen. Dabei beschreibt lediglich ein Drittel der befragten CEOs den Entscheidungsprozess als stark datengesteuert.

In der Studie gab ein Drittel der Befragten an, dass die letzte Entscheidung einen Wert von mindestens einer Milliarde US-Dollar hatte. Die Mehrheit der Führungskräfte, 44 Prozent, trifft mindestens einmal im Monat eine gewichtige Entscheidung, während 35 Prozent angaben, dass sie einmal im Quartal einen großen Beschluss treffen müssen.

Die fünf wichtigsten strategischen Entscheidungen in den nächsten zwölf Monaten

Ausschlaggebend für strategische Entscheidungen ist in der Regel der Wunsch nach Unternehmenswachstum. Dieses Motiv nannten die Führungskräfte weltweit an erster Stelle, während an zweiter Stelle die Zusammenarbeit mit Wettbewerbern und an dritter Stelle die Verkleinerung des eigenen Unternehmens folgte. Gerade in Westeuropa und in der Region Asien-Pazifik ist der Wunsch nach Unternehmenswachstum groß, während in den USA stärker die Schrumpfung des eigenen Geschäfts – verbunden mit einer Effizienzsteigerung – erreicht werden soll. Auf Platz vier der strategischen Entscheidungen stehen die Erschließung neuer Branchen und neue Geschäftsmöglichkeiten. Platz fünf belegen strategische Finanzierungsentscheidungen.

Gelegenheit macht Geschäfte

Oftmals werden die Entscheidungen nicht gezielt oder langfristig geplant, sondern ein Entscheidungsprozess beginnt in vielen Fällen erst dann, wenn sich eine Geschäftschance eröffnet. Dennoch werden Entscheidungen oft noch zu defensiv getroffen, die Daten immer noch zu wenig genutzt. Die häufigste Hürde: Gerade Führungskräfte der obersten Hierarchieebene („C-Level“) sind nicht immer sicher in der Auswertung von Big Data. Mehr als die Hälfte gab in der Untersuchung an, dass sie Daten unberücksichtigt ließ, weil sie diese nicht verstand. Rund ein Drittel kritisiert, dass die Daten zu spät vorliegen.

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