Globale PwC Analyse zur Energiewende: Geschäftsmodelle für eine Branche im Wandel

04 Dezember, 2014

Weltweite Megatrends beeinflussen die Strategien und die künftige Rolle von Energieunternehmen. Eine globale Analyse von PwC und strategy& skizziert die Auswirkungen auf die Energiebranche und analysiert, welche Veränderungen sich dadurch bei den Markt- und Geschäftsmodellen in verschiedenen Regionen rund um den Globus ergeben. „Für Energieunternehmen wird die Zeit knapp. Sie müssen jetzt die richtigen Weichen stellen, um die Chancen der Energiewende zu nutzen“, kommentiert Folker Trepte, Leiter Energiewirtschaft bei PwC Deutschland, die aktuelle Lage.

Bahnbrechende technologische Neuerungen, der Klimawandel und die Verknappung von Rohstoffen, die zunehmende Urbanisierung und der demographische Wandel verändern das Verhalten der Verbraucher weltweit. Gleichzeitig entstehen neue Wettbewerbsformen, der Anteil erneuerbarer Energien wächst, regulatorische Themen rücken in den Vordergrund.

„Schwarzmalerei halte ich für übertrieben. Fest steht jedoch: In einigen Ländern verändert sich die Branche mit hoher Geschwindigkeit. Unternehmen, die mit diesem Wandel nicht Schritt halten, laufen Gefahr, Marktanteile zu verlieren. Die Energiewende verlangt nach neuen Markt- und Geschäftsmodellen, die auf die regionalen Besonderheiten abgestimmt sind. Die aktuellen Strategien der Unternehmen werden dadurch auf eine harte Probe gestellt“, analysiert Folker Trepte den Status Quo. „Die Frage ist nicht, ob sich die Geschäftsmodelle in der Branche verändern werden, sondern vielmehr welche neuen Formen sie annehmen und wie schnell Unternehmen ihren Kurs anpassen“, so Trepte weiter.

Globale Szenarien für eine veränderte Energieversorgung

Die PwC Analyse skizziert mögliche neue Marktmodelle, die abhängig von lokalen Bedingungen in unterschiedlichen Ländern relevant werden können. Dazu gehören folgende:

  • Green Command and control: In diesem Szenario stehen die Regierungen der betroffenen Länder im Zentrum: Sie kontrollieren und betreiben den Energiemarkt. Die Politik diktiert dabei den Übergang zu erneuerbaren Energien und digitalen Technologien.
  • Ultra-distributed generation: Dieses Szenario zeichnet sich durch Märkte aus, in denen die Energieerzeuger in dezentralisierte, erneuerbare Energieerzeugung investieren. Die Investitionsentscheidungen basieren dabei auf Anreizen, die die Politik setzt, oder auf Wirtschaftlichkeitsrechnungen.
  • Local energy systems: In diesem Szenario weisen die Märkte in den entsprechenden Regionen einen hohen Zersplitterungsgrad bei der Energieerzeugung und -verteilung auf. Lokale Gemeinden fordern eine größere Kontrolle über die Energieversorgung. Dieses Szenario ist auch in Ländern denkbar, die einen lokalen Ansatz benötigen, um Haushalte in entlegenen Regionen zu versorgen.
  • Regional supergrid: Dieses Szenario beschreibt Märkte, die länderübergreifend aufgestellt sind und erneuerbare Energie über große Distanzen transportieren. Dazu bedarf es einer erneuerbaren Energieerzeugung im großen Stil sowie intelligenter Speicher- und Übertragungskapazitäten.

Auf das richtige Geschäftsmodell kommt es an

Die globale PwC Analyse identifiziert zudem Ansätze für innovative Geschäftsmodelle. Diese geben Energieunternehmen rund um den Globus Anhaltspunkte, auf welchen Kernkompetenzen sie aufbauen sollten, um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein. Welche Geschäftsmodelle in welcher Region Erfolg versprechen, hängt insbesondere von den Rahmenbedingungen des Energiemarkts vor Ort ab:

  • Product innovator model: Unternehmen, die sich auf innovative Produkte und Dienstleistungen konzentrieren, werden sich aktiv in Segmenten wie Elektrofahrzeugen oder Solar- und Brennstoffzellen engagieren.
  • Partner of partners model: Unternehmen, die als „Partner der Partner“ auftreten, werden nicht nur standardisierte Energieprodukte anbieten, sondern auch andere Dienstleistungen erbringen, die mit Energie in Verbindung stehen.
  • Virtual utility model: Unternehmen, die auf das Prinzip der virtuellen Versorgung setzen, bringen die Stromerzeugung aus den unterschiedlichsten Quellen und Systemen zusammen und agieren als Mittler zwischen den Energiemärkten.

Weitere erfolgversprechende Ansätze reichen vom „Network manager“ über den „Grid developer“ bis hin zum „Value-added enabler“.

Etablierte Player haben Vorteile gegenüber neuen Marktteilnehmern

„Aus meiner Sicht wird es nicht das eine Geschäftsmodell geben, das sich gegen alle anderen durchsetzt. Wir werden in den unterschiedlichen Regionen weltweit eine ganze Reihe funktionierender Ansätze beobachten, die bestehende Modelle weiterentwickeln oder neue Dienstleistungen und Produkte umsetzen. Etablierte Energieunternehmen sind vielleicht nicht so innovativ oder fokussiert wie neue Marktteilnehmer. Sie bringen allerdings große Erfahrung und profundes Wissen in wichtigen Themen wie Preispolitik, dem Umgang mit Daten, Kooperationen oder regulatorischen Fragestellungen mit. Das wird ihnen dabei helfen, die Energiewende mit robusten Geschäftsmodellen zu managen“, so das Fazit von Folker Trepte.

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Folker Trepte

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