Die zehn größten Fehler beim Energiemanagement

12 November, 2018

Immer mehr Unternehmen versuchen ihren Energieeinsatz und ihre Energiekosten durch strukturiertes Energiemanagement zu minimieren. Doch dabei gibt es oft noch Verbesserungspotenzial. PwC-Energieexperte Nicolas Deutsch hat die zehn größten Irrtümer im Energiemanagement zusammengefasst – und erklärt, wie Unternehmen sie vermeiden können.

Herr Deutsch, „Die zehn größten Fehler beim Energiemanagement“ nennen Sie Ihren schnellen Ratgeber. Woher kennen Sie die Fehler?

PwC hat bereits hunderte Energiemanagement-Projekte begleitet. Die - bewusst etwas überspitzt formulierten - „größten Fehler“ haben wir in der täglichen Beratungspraxis identifiziert – unternehmens- und branchenübergreifend. Da lag es nahe, einen schnellen Überblick mit den wichtigsten Verbesserungspotenzialen und Lösungsansätzen zu geben.

Wie nutzen Leser Ihre Zusammenfassung am besten?

Die zehn Folgen brauchen jeweils ungefähr 45 bis 90 Sekunden Lesezeit. Und wer 30 Minuten zusätzlich investiert, kann daraus eine kurze Checkliste für viele Energiemanagement-Themen in seinem Unternehmen machen. Wird diese Checkliste konsequent beachtet, kann der Return on Investment üppig ausfallen.

Gibt es einen Königsweg beim Energiemanagement?

Nein, dafür sind Unternehmen in ihrer Struktur und ihrem Energie-Abnahmeverhalten zu unterschiedlich. Es gibt allerdings einige Königsdisziplinen auf dem Weg zum optimalen Energiemanagement: Zum Beispiel die ehrliche Ausgangsanalyse, die abteilungsübergreifende Zielfindung und Projektplanung sowie die technische und organisatorische Umsetzung in kleinen Schritten.

Und was sind typische Fehler beim Energiemanagement?

Beispielsweise wissen viele Unternehmen, die Steuer-, Abgaben- und Umlagenreduzierungen beantragen wollen, nicht genau, welche gesetzlichen Pflichten sie vorher bei der physikalischen Messung erfüllen müssen. Da geht es etwa um die Zählerstruktur. Oder es fehlt beim Energiemanagement an geeigneten Prozessen für die Zusammenarbeit der Verantwortlichen, an effizienten Querschnittstechnologien, an notwendigen Verhaltensänderungen bei den Mitarbeitern, an Wechselwirkungsanalysen und an Best-Practice-Wissen aus der eigenen Branche.

Viele Unternehmen beheben organisatorische und technische Defizite nicht, weil sie die Kosten dafür fürchten. Ist das auch beim Energiemanagement so?

Zu hohe Kosten für organisatorische Verbesserungen sind teilweise auch ein Mythos. Sie werden oft überschätzt. Was viele Unternehmen beispielsweise nicht wissen: Zusätzlich zu staatlichen Energieeffizienz-Förderprogrammen gibt es auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten wie das Einspar-Contracting, mit denen die sie ihre Investitionskosten senken können. Auch Steuer-, Abgaben- und Umlagenreduzierungen sind möglich. Kurzum: Chancen gibt es beim Energiemanagement viele, man muss sie nur kennen und nutzen.

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Nicolas Deutsch

Advisory, PwC Germany

Tel.: +49 69 9585-3962

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