Online-Rechner veranschaulicht indikative Sachzeitwertermittlung von Strom- und Gasversorgungsnetzen

16 September, 2010

Für die neue Vergabe der zahlreichen Konzessionsverträge über Strom- oder Gasversorgungsnetze, die in den kommenden Jahren auslaufen, sind sowohl Kommunen als auch Versorger auf fundierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen angewiesen. Häufig liegen zu Beginn von Ausschreibungsverfahren jedoch nur wenige Informationen vor, trotzdem muss über die Bewerbung um eine Konzession schnell entschieden werden. Die PwC hat bereits zahlreiche Projekte im Zusammenhang mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen über auslaufende Konzessionen durchgeführt.

Für detaillierte Analysen der Wirtschaftlichkeit von Konzessionen für die leitungsgebundene Strom- und Gasversorgung fehlen vielfach Informationen und Zeit. Auf der Grundlage erster Indikatoren können die Beteiligten dennoch einschätzen, ob und in welche Richtung sie Konzessionsverfahren weiter verfolgen sollten und wie sie sich wirtschaftlich und strategisch sinnvoll verhalten:

  • Stadtwerke haben durch das Auslaufen der in den 1990er Jahren geschlossenen Konzessionsverträge die Chance, sich um die Versorgung in attraktiven Konzessionsgebieten in räumlicher Nähe zum bisherigen Netz zu bewerben.
  • Regionalversorger müssen bewerten, unter welchen Rahmenbedingungen die Fortführung der Versorgung in auslaufenden Konzessionsgebieten und Bewerbungen um neue Gebiete in städtischen Versorgungsgebieten sinnvoll erscheinen.
  • Kommunen haben die Wahl, entweder erneut dem bisherigen Netzbetreiber eine Konzession erteilen, einen anderen Netzbetreiber zum Zuge kommen zu lassen oder gar selbst in den Netzbetrieb einzusteigen.

Zentrale Punkte sind dabei der Aufbau einer langfristigen Wirtschaftsplanung, um Aussagen über die künftigen finanziellen Rückflüsse eines Netzbetriebes zu erhalten, sowie die Ermittlung eines Sachzeitwertes. Dieser dient sowohl als Anhaltswert für den möglichen Kaufpreis des Netzes als auch zur Ableitung der kalkulatorischen und handelsrechtlichen Kapitalkosten für die neue Konzession.

Auf Basis ihrer langjährigen Beratungsexpertise im energiewirtschaftlichen Bereich haben die Experten von PwC ein Bewertungsvorgehen entwickelt, das bereits mit wenigen Informationen über künftige Konzessionsgebiete erste Aussagen zur Wirtschaftlichkeit erlaubt. Im Rahmen dieser Beratung wird unter anderem der Sachzeitwert des Strom- oder Gasversorgungsnetzes ermittelt. Dabei kommt ein von PwC entwickeltes Rechenverfahren zum Einsatz.

Der zu Demonstrationszwecken entwickelte Online-Rechner „Konzessionen” vermittelt einen Eindruck, wie der indikative Sachzeitwert auf der Grundlage von Kennzahlen ermittelt werden kann.

Im Online-Rechner „Konzessionen” wurde ein aus dem im Rahmen der Beratung eingesetzten Rechenverfahren abgeleitetes, vereinfachtes Rechenverfahren hinterlegt, das mit typischen Kennzahlen kleinstädtischer bzw. Stadtrand-geprägter Netze arbeitet. Der Online-Rechner soll es Interessierten ermöglichen, sich eine Vorstellung davon zu machen, wie mit ausgewählten Indikatoren eine erste Sachzeitwertindikation ermittelt werden kann.

Zudem werden die weiteren Schritte dargestellt, die im Rahmen eines individuellen Beratungsprojektes von PwC bearbeitet werden. Ziel der individuellen Beratung ist die Erarbeitung einer fundierten Grundlage zur Entscheidung, beispielsweise darüber, ob die Bewerbung um eine auslaufende Konzession sinnvoll ist.

Hinweise

Der zu Demonstrationszwecken entwickelte Online-Rechner arbeitet mit Kennzahlen durchschnittlicher Netze in den alten und neuen Bundesländern. Im Einzelfall können sich zum tatsächlichen Sachzeitwert deutliche Abweichungen ergeben. Aufgrund der geringeren Homogenität von Gasversorgungsnetzen sind höhere Abweichungen bei der Bewertung dieser Netze zu erwarten.

Die Berechnung erfolgt für wesentliche Netzanlagen:

  • Strom: Kabel und Freileitungen Mittel- sowie Niederspannung, Ortsnetzstationen inkl. aller Komponenten, Hausanschlüsse sowie Zähler
  • Gas: Übernahmestationen, Gasdruckregelanlagen, Versorgungsleitungen, Hausanschlüsse sowie Zähler

Bei den Berechnungen gelten folgende Prämissen:

  • Es werden durchschnittliche Altersstrukturen Ost/West, durchschnittliche Preise Ost/West (Preisstand 2008) sowie durchschnittliche Verhältnisse bei Oberflächenversiegelung (Kleinstädtische bzw. Stadtrandbedingungen) angenommen
  • Berechnung mit minimalen Nutzungsdauern gemäß Entgeltverordnungen
  • Keine Berücksichtigung von Anhaltewerten sowie keine Abschläge für TGL-Anlagen
  • Da Hochspannungsnetze mehrheitlich nicht als örtliche Verteilungsanlagen betrachtet werden, bleiben diese unberücksichtigt; gleiches gilt für Gasspeicher- und Verdichteranlagen
  • nicht aufgelöste Baukostenzuschüsse sind vom Sachzeitwert abzuziehen

Legal Disclaimer
Beachten Sie bitte, dass es sich bei dem hier zur Verfügung gestellten Online-Rechner „Konzessionen” lediglich um ein Veranschaulichungsbeispiel handelt, das zu dem Zweck in das Internet eingestellt wurde, eine Vorstellung vom Beratungsansatz von PwC zu vermitteln. Eine mit Hilfe des Online-Rechners „Konzessionen” vorgenommene Berechnung durch Sie stellt weder eine rechtliche, rechnungslegungsbezogene, steuerliche noch sonstige fachliche Auskunft, Empfehlung und Beratung der PwC dar. Die mit Hilfe des Online-Rechners „Konzessionen” ermittelten Rechenergebnisse sind auch nicht geeignet, eine individuelle Beratung durch fachkundige Mitarbeiter von PwC unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalles zu ersetzen. Die Entwicklung des Online-Rechners „Konzessionen” erfolgte mit der gebotenen Sorgfalt. Gleichwohl übernimmt PwC im Rahmen der gesetzlich zulässigen Grenzen keinerlei Haftung und Gewährleistung für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit oder Brauchbarkeit eines unter Verwendung des Online-Rechners „Konzessionen” ermittelten Ergebnisses. Für Entscheidungen, die der Nutzer auf Grundlage einer Berechnung des Online-Rechners „Konzessionen” trifft, übernimmt PwC keine Verantwortung. Wenn der Nutzer verlässliche Informationen in konkreten Fällen wünscht, kann er sich gerne jederzeit direkt mit PwC zum Zwecke einer individuellen Beratung in Verbindung setzen.

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