Wie Deutschland sein Offshore-Windpotenzial voll ausschöpfen kann

12 Juni, 2018

Auf dem Weg zu einer subventionsfreien Industrie

Die europäische Offshore-Industrie kann auf eine über 20-jährige Historie zurückblicken. Mit den ersten subventionsfreien Angeboten bei Ausschreibungen in Deutschland, den Niederlanden und in Dänemark bestätigt Europa nicht nur seine Führungsposition in der mittlerweile kosteneffizienten Offshore-Technologie. Vielmehr zeigen die Gebote die fortgeschrittene Wettbewerbsfähigkeit der Technologie, die eine Schlüsselrolle bei der Energiewende einnimmt. In unserer neuen PwC-Studie geben wir einen Überblick über Deutschlands gegenwärtige und kommende Offshore-Projekte. Die staatliche Förderung befindet sich in einer grundlegenden Transformationsphase. Das aktuelle Förderungssystem endet 2020, ehe nach der Übergangsfrist 2021-2025 ein zentrales Ausschreibungssystem in Kraft tritt. Doch nicht nur in Deutschland tut sich viel: Unsere Publikation gibt zudem einen Überblick zu den Entwicklungen in Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Belgien und Dänemark. Unsere PwC-Experten beschreiben, wie der Offshore-Ausbau erfolgreich gestaltet werden kann.
 

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Deutschlands Pipeline Project

Die Branchenentwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland ist gekennzeichnet von starker, politischer Förderung und umfangreichen regulatorischen Veränderungen in den vergangenen Jahren wie dem Übergang zu einem gebotsbasierten Ausschreibungssystem. Mit 17,4 TWh Offshore- Winderzeugungsleistung im Jahr 2017 zeigen die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen (Windenergie-auf-See-Gesetz und EEG) erste Wirkung. Die Offshore-Windkapazitäten steigen, zudem kommt der Netzausbau voran und die Subventionskosten fallen. Das liegt auch an immer größeren Projekten und Turbinen, wenngleich mit größerer Küstenentfernung und Wassertiefe die Komplexität der Offshore-Produktion steigt. Schon heute ist in Deutschland, nach dem Vereinigten Königreich, die zweitgrößte (Offshore-)Kapazität in Europa installiert. Bis zum Jahr 2030 sollen insgesamt 15 GW Offshore-Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Dieses Ziel kann in drei Phasen untergliedert werden:

  • Bis Ende 2020 werden 7,7 GW Kapazität unter der "alten" Regelung auf der Basis des festen EEGEinspeisetarifes installiert. Davon waren zum Jahresende 2017 bereits 5,4 GW installiert.
  • In der Übergangszeit von 2021 bis 2025 in Betrieb genommene Anlagen werden über
    Marktprämienvergütung subventioniert. Insgesamt sollen bis 2025 3,1 GW zusätzliche Leistung
    installiert sein. Im Jahr 2017 wurden bereits 1,49 GW ausgeschrieben, wobei 1,38 GW an
    subventionsfreie Projekte gingen. Weitere 1,61 GW werden im April 2018 ausgeschrieben.
  • Ab 2026 wird ein zentrales System eingeführt. Dann werden Offshore-Kapazitäten für vorentwickelte
    Standorte in halbjährlichen Auktionen von 700-900 MW pro Jahr vergeben. Bieter, die die geringste
    Subvention in Form der Marktprämie fordern, erhalten den Zuschlag. Hat der Eigentümer der Fläche
    erfolglos am Verfahren teilgenommen und schon in der Interimszeit keine Kapazitäten zugesprochen
    bekommen, so erhält er ein Einspruchsrecht. Beispielsweise kann er dann zum Zuschlagspreis des
    Auktionsgewinners die Fläche selbst entwickeln.

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Entwicklungen in der Offshore-Industrie (Ausblick)

Vertrauen in die Offshore-Industrie wächst

Der Trend zur Kostenreduktion in Deutschland und anderen europäischen Ländern deutet darauf, dass der subventionsfreie Offshore-Ausbau sich dauerhaft durchsetzen kann. Die sechs Länder mit der höchsten Entwicklungsdynamik – Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich – weisen ähnliche Trends auf:

  • Eine starke Projekt-Pipeline:
    Das starke Branchenwachstum erhöht das Vertrauen in die Offshore-Industrie. Dank der guten Ergebnisse des Branchenwachstums steigt das Vertrauen in die Offshore-Windenergie, was zu einem höheren staatlichen Rückhalt in ganz Europa führt. Deutschland steht beispielhaft für diese Entwicklung. Von insgesamt 2,8 GW, die die größten europäischen Märkte im vergangenen Jahr angeschlossen haben, entfiel mehr als die Hälfte auf Deutschland.
  • Schnelle Kostenreduzierung:
    Der Einsatz wettbewerblicher Ausschreibungen, eine verbesserte Wirtschaftlichkeit, die sich aus größeren Turbinenblättern ergeben, und ein gesteigertes Know-how haben bereits zu Kostensenkungen geführt. Der Rückgang der Rohstoffpreise (vor allem bei Stahl) in der Vergangenheit sowie niedrige Zinsen unterstützten diese Tendenz weiter. Die letzten beiden Faktoren mögen sich in der Zukunft vielleicht ändern, die strukturellen Kostenänderungen der Offshore-Windenergie können die möglichen negativen Auswirkungen vermutlich ausgleichen.

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Oliver Moß
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