Alternative Asset Manager stehen vor Wachstumsboom

11 August, 2015

Bei alternativen Asset Managern stehen die Zeichen auf Wachstum. Sie werden bis 2020 nahezu doppelt so viel Geld verwalten wie 2013. Dieser enorme Wachstumsschub ist verbunden mit einem Reifeprozess der Anbieter, die sich in Zukunft effizienter aufstellen und stärker fokussieren. Um erfolgreich zu sein, brauchen sie eine dezidierte Wachstumsstrategie.

Die Niedrigzinsphase zwingt viele Investoren zum Umdenken. Denn etablierte Anlageklassen wie Anleihen bieten nur noch niedrige Erträge, aber auch Aktien bergen enorme Kursrisiken. „Viele Investoren setzen stärker auf Private Equity, Hedgefonds oder Immobilien, die nachhaltig höhere Erträge bringen können und sich unabhängig vom Kapitalmarkt entwickeln. Mit solchen Produkten haben viele in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht“, sagt Susanne Eickermann-Riepe, Partnerin und Spezialistin für Immobilien-Investments bei PwC. Das Wachstumspotenzial ist immens: Laut der PwC-Studie „Alternative Asset Management in 2020: Fast Forward to Centre“ wird das Volumen des von alternativen Asset Managern verwalteten Vermögens von 7,9 Billionen Dollar im Jahr 2013 bis 2020 auf 15,3 Billionen Dollar steigen und sich damit nahezu verdoppeln.

Produkte werden stärker standardisiert und an Kundenwünschen ausgerichtet

Dieses Wachstum wird begleitet von einem Umbruch in der Branche. Die bislang heterogene Landschaft der alternativen Anbieter wird sich stärker als eigene Anlageklasse etablieren und industrielle Stärke entwickeln. Sie werden Abläufe effizienter gestalten sowie Prozesse und Organisation optimieren – auch um den wachsenden Anforderungen der Kunden zu entsprechen. „Die Anbieter werden Produkte stärker an den spezifischen Wünschen ihrer Kunden ausrichten, sie gleichzeitig aber auch stärker standardisieren“, sagt Markus Hammer, Leiter des Bereichs Asset Management bei PwC.

Staats- und Pensionsfonds treiben Nachfrage nach alternativen Anlagen an

Die Nachfrage nach alternativen Investments wird vor allen Dingen von Staatsfonds, Pensionsfonds oder anderen Institutionen angetrieben. Allein die staatlichen Investoren werden jährlich um 6,2 Prozent wachsen und bis 2020 dann insgesamt Kapital in Höhe von 15,3 Billionen Dollar managen. Ein enormes Potenzial: Die staatlichen Investoren werden ihren Anteil an alternativen Anlagen auf 29 Prozent erhöhen. Aber auch im Zuge der wachsenden Mittelklasse und der demographischen Entwicklung steigt das Interesse vieler Pensionsfonds, in ertragreiche Anlageklassen für die Altersvorsorge zu investieren und ihre Geldanlagen breiter aufzustellen. „Wir rechnen damit, dass die Nachfrage nach alternativen Geldanlagen in Schwellen- und Entwicklungsländern größer sein wird als in den etablierten Industrienationen. Dabei stehen vor allem Private Equity, Immobilien und Infrastruktur im Mittelpunkt“, betont Hammer.

Vor allem Private Equity, Infrastruktur und Immobilien sind gefragt

Die Anbieter müssen sich in Zukunft stärker fokussieren und sich durch eindeutige Geschäftsmodelle von der Konkurrenz abgrenzen. Eine wichtige Aufgabe besteht für sie in Zukunft darin, passende Absatzkanäle zu wählen. Dazu werden Unternehmen breit aufgestellte Plattformen nutzen und ihren Brand ausbauen. „Anbieter von alternativen Investments brauchen eine klare strategische Ausrichtung, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Hammer. Sie können sich entweder als breit diversifizierte Anbieter oder als Spezialist aufstellen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen Multi-Strategie-Einsatz zu wählen. Grundsätzlich bieten sich drei Ansätze für die Expansion an: Finanzstarke und ertragreiche Anbieter können aus eigener Kraft von innen heraus wachsen, ihre internen Kapazitäten erweitern und ihr Geschäft skalieren. Eine zweite Gruppe wird durch Käufe von anderen Unternehmen an Expertise gewinnen. Und eine dritte Gruppe wird Partnerschaften mit Banken und anderen Asset Managern eingehen, um ihre Kapazitäten auszubauen und breitere Absatzkanäle zu nutzen. Das schließt auch Vertriebsvereinbarungen oder Joint-Ventures ein.

Datenbasierte Entscheidungen gewinnen an Bedeutung

Und noch einen weiteren Trend haben die PwC-Experten ausfindig gemacht: In Zukunft werden die Investmententscheidungen alternativer Asset Manager stärker datenorientiert sein. „Der Einsatz von standardisierten Daten wirkt sich nicht nur positiv auf Investmententscheidungen aus, mit ihnen können die Anbieter ihre gesamte Organisation effizienter ausrichten“, betont Hammer. Denn so können sie die Qualität bei Schlüsselfunktionen wie Steuer oder Compliance erhöhen, aber auch die Qualität ihres Reporting gegenüber Regulierungsbehörden und Investoren verbessern.

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Markus Hammer

Leiter Financial Services Tax & Legal

Tel.: +49 69 9585-6259

Susanne Eickermann-Riepe

German Real Estate Leader

Tel.: +49 69 9585-5909

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