Blockchain: Deutsche Banken noch am Anfang der Entwicklung

17 Februar, 2017

Die Blockchain-Technologie verspricht nicht weniger als eine Revolution der Finanzbranche. PwC befragte nun erstmals Führungskräfte deutscher Banken nach dem Stellenwert und dem strategischen Umgang mit dem Thema. Das Ergebnis: Die Technologie entwickelt sich rasant, sie steckt aber noch in den Kinderschuhen.

Zwar haben die deutschen Banken erkannt, dass der Aufstieg von der Blockchain-Technologie ein hohes Potential in sich trage, ihre Geschäftsmodelle zu beeinflussen, erklärt PwC-Experte Dr. Thomas Schönfeld, aber die Entwicklung steht jedoch noch ganz am Anfang. Diese Einschätzung bestätigt die PwC-Umfrage, an der 150 Führungskräfte der Bankenbranche teilnahmen: Circa die Hälfte (47%) der Befragten bestätigt die Relevanz von Blockchain, über zwei Drittel der Führungskräfte (68%) geben jedoch gleichzeitig an, wenig oder gar nicht mit der Technologie vertraut zu sein.

Ein Blick in die Zukunft bestätigt jedoch das wachsende Bewusstsein für die Technologie. Mittelfristig sehen bereits 54% der Befragten konkrete Relevanz für ihre Bank. 63% gehen sogar von einer hohen Bedeutung für das Geschäftsmodell der Banken in 10 Jahren aus.

 

10-Jahres-Ausblick: Banken rechnen mit einer steigenden Bedeutung von Blockchain

 

Blockchain in der Geschäftsstrategie

„Bei vielen Banken ist das Thema Blockchain noch nicht entscheidungsreif. Auch wenn die Relevanz der Technologie erkannt wird, findet sie noch keinen Eingang in die Geschäftsstrategie der Institute“, so Dr. Thomas Schönfeld. Dass genau das der nächste Schritt sein muss, dürfte den meisten Banken bekannt sein. Doch noch herrscht Zurückhaltung. Nur ein geringer Teil der Unternehmen investiert signifikant und weniger als die Hälfte (42%) beschäftigen Mitarbeiter, die sich regelmäßig mit dem Thema auseinandersetzen.

 

In 75% der Banken ist Blockchain nicht Teil des strategischen Plans

 

IT Sicherheit und Datenintegrität

Am intensivsten diskutiert wird in der Finanzindustrie im Zusammenhang mit der Blockchain-Technologie der Bereich des P2P-Zahlungsverkehr. Für die befragten Führungskräfte der Banken spielt dies jedoch eine untergeordnete Rolle: Nur 36% der Befragten erwarten eine Reaktion ihrer Institute auf Blockchain-Lösungen im Zahlungsverkehr. Gleiches gilt für den digitalen Wertpapierhandel: Nur knapp über ein Drittel (35%) hält eine Reaktion ihrer Institute auf diesen Trend für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich.

Stattdessen setzen deutsche Banken ganz auf das Thema IT-Sicherheit. Die große Mehrheit (67%) würde sehr wahrscheinlich auf Methoden, Tools und Technologien zurückgreifen, die die Informationssicherheit verbessern und Betrug identifizieren und vorhersagen können.

Kleine Institute zeigen sich handlungsschneller

Unabhängig von ihrer Größe stufen Banken die Relevanz von Blockchain-Technologie ähnlich hoch ein. Institute mit einer Bilanzsumme von unter 1 Mrd. € scheinen jedoch handlungsschneller. Sie arbeiten der Befragung zufolge nicht nur bereits länger an Blockchain-Projekten, sondern investieren auch mehr Budget als die großen Banken. „Offensichtlich möchten gerade kleinere Häuser als ‚early adopter‘ einen möglichen Zukunftsmarkt erschließen. Sie erhoffen sich Wettbewerbsvorteile, wenn Sie die Technologie früher und besser in die Praxis umsetzen als die Platzhirsche“, so Dr. Thomas Schönfeld.

 

Nur die wenigsten Banken stellen Budget für die Erforschung von Blockchain-Technologie bereit

 

Der Blick auf die Ergebnisse der Befragung zeigt auch: Die meisten Banken in Deutschland möchten erst die Entwicklung der Technologie abwarten, bevor sie selbst aktiv werden. Drei Viertel der Befragten Führungskräfte möchten den Einsatz von Blockchain zunächst bei ihren Wettbewerbern beobachten, bevor Sie die Technologie selbst einsetzen.

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Dr. Thomas Schönfeld
Leader Blockchain
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