Mangelnde Transparenz in der Altersvorsorge – wie können Banken und Versicherer helfen?

16 März, 2017

Werde ich im Alter gut über die Runden kommen? Kann ich später auf meine ersehnte Weltreise gehen? Einen Gesamtüberblick über die eigenen Rentenansprüche zu erhalten, ist ein mühsamer und langwieriger Prozess. Digitale Lösungen wie die eines „Vorsorge-Managers“ könnten für mehr Transparenz sorgen.

Warum es sich für Finanzdienstleister lohnen könnte, in diesem Feld First Mover zu sein, erklärt PwC-Partner Holger Junghanns.

Die Gestaltung ihrer Altersvorsorge ist eine Aufgabe, die viele Menschen überfordert. Sie schlagen einen „Vorsorge-Manager“ vor – was verbirgt sich hinter dieser Idee?

Holger Junghanns: Wir haben festgestellt, dass etwa zwei Drittel der Deutschen kein klares Bild über ihre Altersvorsorgeansprüche hat. Gleichzeitig wächst die Angst vor Altersarmut. Beratung ist also dringend notwendig. Das Problem ist jedoch: Die Menschen vertrauen Banken, Versicherungen oder auch dem Staat in Sachen Altersvorsorge nicht. Sie verlassen sich lieber auf ihr eigenes Urteil.

 

 

An dieser Stelle kommt der „Vorsorge-Manager“ ins Spiel. Unsere Vorstellung ist eine App oder Web-Lösung, die Verbraucher befähigt die Gestaltung Ihrer Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen, indem sie ihnen genau die Informationen bietet, die ihnen aktuell fehlen: Wie hoch werden nach heutigem Stand meine Altersbezüge sein? Und wie groß ist die Lücke zu der Summe, die ich gerne hätte? Was sollte ich konkret tun?

Was hätten Verbraucher davon?

Holger Junghanns: Zunächst einmal hätten die Menschen zum ersten Mal eine verbindliche Auskunft darüber, wo sie in Sachen Altersvorsorge überhaupt stehen. Die App würde die Einkünfte aus sämtlichen Vorsorgearten abbilden – gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge. Und sie würde dem Nutzer aufzeigen, wie sich Veränderungen in der persönlichen Lebenssituation oder Entwicklungen der Rentenansprüche auf die Bezüge im Alter auswirken. All diese Informationen braucht der Verbraucher, um sich im nächsten Schritt zu entscheiden oder nochmals persönlich beraten zu lassen, wie er seine Vorsorgelücken am besten schließt. Der Hauptnutzen wäre damit eine bislang nicht dagewesene Transparenz und die daraus folgende Möglichkeit informiert zu handeln.

Und was hätten Finanzdienstleister davon, eine solche App anzubieten?

Holger Junghanns: Viele Finanzdienstleister merken ja bereits, dass sie in Sachen Altersvorsorge den Kontakt zum Kunden verloren haben. Das Vertrauen der Menschen in die etablierten Institutionen ist bei diesem Thema unheimlich gering.

 

 


Ein „Vorsorge-Manager“, der genau die Funktionen bietet, die die Verbraucher jedoch suchen, wäre ein Weg zurück zum Kunden. Sie würden ihren Kunden das Heft des Handelns wieder ein stückweit in die Hand geben und wären dafür als Anbieter der digitalen Lösung der natürliche Ansprechpartner für das Thema Altersvorsorge. Die Chance liegt damit in der Gewinnung neuer Kunden, in eine höheren Kundenbindung, einer Verbesserung der Beratungsqualität, der Schaffung neuer vertrieblicher Ansatzpunkte und vor allen dringend notwendige neue Ertragsquellen zu erschließen.

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