PSD2: Deutsche wünschen sich innovativere Banken

25 August, 2017

Wie eine Umfrage von PwC belegt, sind mehr als die Hälfte der Deutschen dazu bereit, Drittanbietern von Finanz-Services Zugriff auf ihre Kontodaten einzuräumen – sofern die Sicherheit vor unbefugten Zugriffen gewährleistet ist. Besonders Jüngere Kunden unter 30 Jahren haben wenig Bedenken. Für Banken und klassische Zahlungsdienstleister ist dies Gefahr und Chance zugleich. Einerseits verpflichtet sie die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Services Directive 2/PSD2) zur Schaffung einer Schnittstelle zu Drittanbietern, wie zum Beispiel FinTechs. Andererseits würden 8 von 10 Bankkunden die innovativen FinTech-Services lieber von ihrer eigenen Bank erhalten.

 

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Die Zeiten, in denen Bankkunden sämtliche Leistungen von Girokonto über Kredit bis Geldanlage über ihre Hausbank abgewickelt haben, sind lange vorbei. Heute tummeln sich zahlreiche Nischenanbieter im Markt, die mit spezifischen Bankleistungen den etablierten Instituten Konkurrenz machen. Viele von ihnen sind Finanz-Startups, sogenannte FinTechs, die häufig sogar ohne Banklizenz operieren.

Bankkunden in Deutschland haben kaum Berührungsängste zu den neuen Dienstleistern, wenn sie auf diese Weise Services erhalten, die ihnen ihre Bank nicht bietet. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Demnach sind 68 Prozent der Deutschen sogar dazu bereit, Drittanbietern von Finanz-Apps einen Zugriff auf ihr Bankkonto einzurichten.

Andererseits sagen 81 Prozent, ihnen wäre lieber, wenn die Services von der eigenen Bank angeboten würden.

 

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„Bankkunden wollen das Beste aus beiden Welten – die Sicherheit einer Bank und die Innovationskraft eines FinTechs. Kreditinstitute, die nicht beides leisten können, werden es künftig schwer haben. Denn dann nutzen die Kunden – dank PSD2 – nur noch ihre Infrastruktur, beziehen die profitablen Services aber beim digitalen Wettbewerber.“

Peter Kleinschmidt, Digital Leader Financial Services bei PwC Deutschland

86 Prozent der unter 30-Jährigen zur Öffnung des Kontos bereit

Wie viel Zündstoff PSD2 für die Zukunft des Bankenmarkts birgt, zeigt der Blick auf die jungen Bankkunden unter 30 Jahren. Unter ihnen liegt der Anteil derer, die Drittanbietern einen Zugriff auf ihr Bankkonto erlauben würden, sogar bei 86 Prozent.

Das „ja“ der meisten Befragten ist jedoch auch an Bedingungen geknüpft. 38 Prozent sagen, sie seien zwar grundsätzlich bereit, ihr Konto zugänglich zu machen – aber nur, wenn es vor unbefugten Zugriffen geschützt wird. 34 Prozent machten die Erlaubnis wiederum davon abhängig, dass ihre Daten sicher sind und der Datenschutz geklärt ist. Immerhin jeder fünfte Kunde muss zudem erst davon überzeugt werden, dass der Service des Drittanbieters auch einen echten Mehrwert liefert.

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Peter Kleinschmidt

Leader Digital Financial Services, PwC Germany

Tel.: +49 69 9585-1090

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