Robotic Process Automation (RPA): Roboter im Maschinenraum

30 März, 2017

Start adding items to your reading lists:
or
Save this item to:
This item has been saved to your reading list.

RPA bietet ein enormes Einsparpotenzial für das Back Office. Die roboterbasierten Lösungen lassen sich schnell an die bestehenden Kernsysteme andocken und kostengünstig implementieren. Bei der Einführung gilt es, die Mitarbeiter von den Vorteilen der neuen Technologie zu überzeugen.

Mit Robotic Process Automation oder Robotics lassen sich Standardprozesse in nachgelagerten Bereichen von Banken vollständig automatisieren. Das erhöht die Effizienz, gibt Mitarbeitern neue Freiräume und ermöglicht den Instituten, relativ kurzfristig bis zu 60 Prozent der Prozesskosten einzusparen.

Erst wenn die Abwicklungsprozesse für den Regelbetrieb vollständig automatisiert ablaufen, wird eine Bearbeitung in Echtzeit ermöglicht und Banken können auch im Frontoffice digitale Leistungen wie einen App-basierten Robo-Advisor anbieten. RPA ist damit eine der Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Etablierung digitaler Geschäftsmodelle. Zunächst gilt es aber, die Mitarbeiter vom Einsatz der Software-Roboter zu überzeugen.

Plattformunabhängige Software

Bei RPA übernehmen Roboter manuelle Arbeitsschritte von menschlichen Mitarbeitern etwa im Back Office oder in der Verwaltung. Robotics hebt damit das klassische Business Process Management (BPM) auf eine neue Stufe.

Eine Implementierung von RPA erfordert keinen tiefen Eingriff in die zumeist komplexe IT-Struktur von Banken, sondern kann relativ zügig und kostengünstig erfolgen. Die Software funktioniert plattformunabhängig und kann in Verbindung mit jeder Anwendung genutzt werden. Arbeitsschritte werden aufeinander aufbauend programmiert und sind je nach Bedarf skalierbar. Dabei können die Arbeitsschritte eines Mitarbeiters auch einfach digital „aufgenommen“ und später durch den Roboter wieder „abgespielt“ werden. Gleichzeitig können Prozesse auch in kleinere Komponenten zerlegt werden, was die Wiederverwendbarkeit steigert.

Echtzeit-Interaktion mit Kunden

Robotics steigert so nicht nur Effizienz und Produktivität, sondern erlaubt auch eine lückenlose Dokumentation und Kontrolle der Abläufe. So lassen sich wachsende regulatorische Anforderungen an Compliance und Governance leichter erfüllen. Bei sich häufig wiederholenden Abläufen gewährleistet die neue Technologie außerdem eine konstant hohe Arbeitsqualität, da computergesteuerte Anwendungen eine deutlich geringere Fehlerquote aufweisen als manuelle Eingaben.

Institute stehen bei RPA am Anfang

Banken beginnen gerade, sich intensiv mit dem Thema Prozessautomatisierung auseinanderzusetzen. Im Vordergrund steht dabei die Frage, welche Prozesse sich automatisieren lassen, und wie Robotics in den einzelnen Häusern umgesetzt werden kann.

Vollständig per Software steuern lassen sich etwa Prozesse, die stark regelbasiert sind und keine Entscheidungsspielräume bieten. Dazu zählen die Kreditsachbearbeitung oder die Beantragung und der Versand neuer Kredit- und EC-Karten. Prozesse die eine hohe Entscheidungskompetenz benötigen sind hingegen technologisch schwer abbildbar.

Bereits im Vorfeld einer Implementierung sollte geklärt werden, wie Anforderungen für Compliance- und Datenschutzaspekte erfüllt werden können. Auch Fragen zu den Verantwortlichkeiten für die automatisierten Prozesse sorgen häufig noch für Kopfschmerzen in den Führungsetagen.

Den passenden RPA-Anbieter finden

Der Markt der RPA-Anbieter wächst stark. Neben großen Systemanbietern tummeln sich hier auch eine Reihe junger FinTechs, von denen manche sogar schon an der Kombination von Robotics und künstlicher Intelligenz forschen.

Wenn der passende RPA-Anbieter gefunden ist, können Institute innerhalb von zehn Wochen für eine Implementierung der Technologie bereitgemacht werden. Experten liefern hierfür technologisches Know-how und klären Fragen zum Umgang mit den neuen virtuellen Mitarbeitern.

Wichtig hierbei ist auch, das Thema Robotics den Menschen im Haus verständlich zu machen. Viele Mitarbeiter sehen in der Technologie eine Bedrohung für den eigenen Arbeitsplatz. Dabei kann Automatisierung auch Chancen eröffnen. Menschen werden von einfachen Tätigkeiten entlastet und erhalten Freiräume für anspruchsvollere Aufgaben und Projekte. Nur so können im digitalen Zeitalter die vom Kunden gewünschten individuellen Produkte und Services entwickelt werden.

Contact us

Joachim Schölzel
Leader Robotics, PwC Germany
Tel.: +49 69 9585-3778
E-Mail

Thomas K. Otto
Experte Robotics, PwC Germany
Tel.: +49 69 9585-3462
E-Mail