Finanzdienstleister: Fachkräftemangel größtes Risiko für Branchenwachstum

18 März, 2016

Den Finanzdienstleistern weltweit macht ein zunehmender Fachkräftemangel zu schaffen. Rund 70 Prozent der Vorstände befürchten dadurch negative Auswirkungen auf die Wachstumsperspektiven ihrer Institute. Allerdings richten bislang lediglich 28 Prozent der CEOs ihr Augenmerk auf die Qualifikation und Anpassungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter.

Viele Organisationen setzen weiter auf  kurzfristige Maßnahmen wie finanzielle Anreize, statt nachhaltige, langfristige Strategien zur Mitarbeiterqualifikation zu entwickeln. Zu diesem Ergebnis kommt die PwC-Studie „Shifting Demands, Competing Priorities: Adjusting to the New Talent Realities in Financial Services“, für die weltweit 490 Top-Manager aus dem Bereich Finanzdienstleistungen (Financial Services) befragt wurden.

Geografisch betrachtet sind die Bedenken der Führungskräfte über einen Fachkräftemangel in den rasch wachsenden Regionen Asien-Pazifik, Mittlerer Osten und Afrika am größten. Am geringsten sind sie in Westeuropa. Die Marktexpansion dürfte für zusätzlichen Druck auf den Talent Pool vieler Schwellenländer sorgen. Hinsichtlich der Offshore-Strategien vieler Institute sollten Alternativen wie die Automatisierung von internen Prozessen und die verstärkte Umsetzung der Digitalisierungsstrategien an Bedeutung gewinnen.

„Die große Frage für die Finanzdienstleistungsbranche lautet, wie rekrutiere, halte und motiviere ich Mitarbeiter, die über die digitalen Fachkenntnisse und das Engagement verfügen, das gebraucht wird, um in diesem stets sich wandelnden Umfeld zu arbeiten, sich laufend anzupassen und Innovationen anzustoßen“, sagt Markus Burghardt, Mitglied der Geschäftsführung, Financial Services Leader in Deutschland.

Weitere Ergebnisse der PwC-Studie im Überblick:

  • Neue Technologien als Wachstumsrisiko: Ähnlich große Sorgen wie der Fachkräftemangel bereiten den Firmenchefs die Geschwindigkeit des technologischen Wandels (70 Prozent) und die wachsende Gefahr von Cyber-Übergriffen (69 Prozent). Als weitere Wachstumsrisiken nennen die Vorstände Überregulierung (86 Prozent), Regierungsmaßnahmen gegen Staatsverschuldung (72 Prozent) sowie geopolitische Unsicherheiten (71 Prozent).
  • Stimmungsbild trübt sich ein: Die eigenen Wachstumschancen und die Entwicklung der Welt-Konjunktur schätzen die Führungskräfte aus der Finanzdienstleistungsbranche etwas pessimistischer ein als im vergangenen Jahr. Lediglich 36 Prozent (2015: 41 Prozent) erwarten einen Umsatzzuwachs in den nächsten zwölf Monaten. Dennoch will mehr als die Hälfte der CEOs (53 Prozent) in den kommenden zwölf Monaten zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Hingegen planen rund 20 Prozent der Firmenchefs planen indes einen Stellenabbau.
  • Wettbewerb mit Banken, Versicherern und FinTechs um Fachkräfte steigt: Viele Finanzdienstleister heuern bereits Beschäftigte aus der FinTech-Branche an, doch stoßen deren Ideen und Initiativen häufig an die Grenzen der Hierarchien, Entscheidungsprozesse und Firmenkulturen innerhalb der etablierten Institute.
  • Firmenchefs von morgen benötigen neue Qualifikationen: Rund 47 Prozent der CEOs ändern die Ausbildung des Führungskräfte-Nachwuchses. Künftige Entscheider benötigen in dem sich wandelnden Umfeld mit neuen Technologien, Wettbewerbern, Kunden- und Mitarbeiterwünschen zusätzliche Fähigkeiten.

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