Große Hoffnung in die personalisierte Krebsmedizin

05 Februar, 2018

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Vor der Tumorerkrankung haben die Deutschen große Angst, wie eine bevölkerungsrepräsentative Studie von PwC und Strategy& unter 1.000 Bundesbürgern zeigt: Etwa zwei Drittel der Menschen sehen darin mit Abstand die größte Gefahr für ihre Gesundheit, gefolgt von neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson. Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, die tatsächlich zu den meisten Todesfällen in Deutschland führen, werden erst an dritter Stelle genannt.

Entsprechend hoch ist das Interesse der Bürger an der Krebsforschung, mit der Wissenschaftler mehr über die Ursachen von Krebs und mögliche Therapien herausfinden wollen: 86 Prozent halten die Forschung für „sehr wichtig“. Den größten Forschungserfolg trauen sie den Universitäten zu, wie 80 Prozent bestätigen, gefolgt von niedergelassenen Onkologen, Kliniken und forschenden Pharmaunternehmen. Die Bürger sind aber auch bereit, ihren Anteil zu leisten, damit die Krebsforschung Fortschritte machen kann – 80 Prozent befürworten die Nutzung personalisierter Patientendaten, damit Krebsmedikamente in kürzerer Zeit entwickelt werden können, trotz möglicherweise höherer Risiken für den einzelnen Patienten. Nahezu ebenso viele, 78 Prozent, würden ihre eigenen Daten für die Krebsforschung mit einer vertrauenswürdigen Institution teilen.

„Die personalisierte Medizin bietet großes Potenzial für die Krebstherapie, weil sie eine zielgerichtete und individuelle Behandlung für jeden einzelnen Patienten ermöglicht. Doch dazu müssen zunächst große Datenmengen gesammelt werden. Wie unsere Studie zeigt, teilen Menschen ihre Daten bereitwillig, wenn sie auf bessere Behandlungsmöglichkeiten hoffen können“, sagt Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswesen & Pharma bei PwC Deutschland.

Kosten für Krebstherapie gelten als angemessen

Die Bürger in Deutschland messen der Krebsforschung nicht nur einen hohen Stellenwert bei, sondern tragen auch die Kosten der Therapie mit: 59 Prozent halten die Preise für eine moderne medikamentöse Krebstherapie für gerechtfertigt. Unter ihnen geben 17 Prozent der Studienteilnehmer an, dass neue Krebsmedikamente generell besser bezahlt werden müssen, während 25 Prozent die Mittel für zu teuer halten. „Die Kostensensibilität im Gesundheitswesen ist gestiegen, doch die personalisierte Medizin kann durch neue Datenanalysen und diagnostische Methoden dazu beitragen, dass Medikamente schneller und ggf. günstiger auf den Markt kommen“, so Dr. Thomas Solbach, Pharma- und Gesundheitsexperte bei Strategy& Deutschland.

Weitere Ergebnisse der Studie im Überblick:

Das größte Vertrauen gilt den Universitäten: Die Bürger würden ihre Daten am ehesten mit akademischen Einrichtungen wie Universitäten teilen, wie 64 Prozent bestätigen.

Daten gegen Geld: Jeder Fünfte erhofft sich von einer Datenfreigabe einen finanziellen Vorteil. Doch 31 Prozent würden ihre Daten auch kostenlos teilen. 28 Prozent sind sogar der Meinung, dass alle Patienten ihre Daten anonymisiert weitergeben müssen.

Schwerpunktzentren für eine optimale Behandlung: Drei Viertel der Deutschen befürworten, dass verstärkt Krebs-Schwerpunktzentren aufgebaut werden.

Unterstützung für die Krebsforschung und -medizin: Der persönliche Beitrag der Bürger zur Krebsforschung liegt in der Teilnahme an Studien (67 Prozent), der Weitergabe persönlicher und anonymisierter Gesundheitsdaten (64 Prozent) und in Spenden für die Krebsforschung (27 Prozent).

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Michael Burkhart
Leiter Gesundheitswirtschaft und Managing Partner Region Mitte, PwC Germany
Tel.: +49 69 9585-1268
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Thomas Solbach
Partner bei Strategy&, PwC Germany
Tel.: +49 69 97167-477
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