BVE-PwC Exportbarometer der deutschen Ernährungsindustrie - Mai 2018

14 Juni, 2018

Exportklima in der Ernährungsindustrie verschlechtert sich

Das Exportklima in der Ernährungsindustrie hat sich im Frühling 2018 eingetrübt. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle BVE-PwC-Exportbarometer. Der Index, der sich aus der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen zusammensetzt, fiel im Vergleich zum Winter 2017 um vier Punkte auf einen Wert von aktuell 42 Punkten. Der Grund für die Verschlechterung: Die Geschäftserwartungen der Branche fallen pessimistischer aus als vor einem halben Jahr.

Deutschland ist der drittgrößte Lebensmittelexporteur der Welt. Mit einer Exportquote von einem Drittel ist das Auslandsgeschäft bei stagnierendem Inlandsmarkt ein wichtiger Wachstumstreiber. Im Jahr 2017 exportierten die Unternehmen der Branche Lebensmittel im Rekordwert von 60,1 Milliarden Euro. Ein hoher Wettbewerbsdruck und immer mehr Marktzugangsbarrieren verhindern aktuell jedoch weitere Zuwächse. 80 Prozent der deutschen Lebensmittelexporte entfallen dabei auf die Europäische Union. Das wichtigste Exportziel innerhalb der EU ist derzeit Frankreich, gefolgt von den Niederlanden und Österreich.

Grafik: Export in EU-Länder

Grafik: Export in EU-Länder

Ein Fünftel ihrer Ausfuhrwaren exportiert die deutsche Ernährungsindustrie in Länder außerhalb der EU: Bei stagnierendem EU-Export bildet die steigende Nachfrage in kaufkräftigen Drittländern ein attraktives Wachstumsfeld. Zu den wichtigsten Absatzmärkten außerhalb der EU gehören laut aktueller Befragung die Schweiz, USA und China. Der Anteil der Unternehmen, die auch in Länder außerhalb der EU exportieren, ist im Vergleich zum Vorjahr um einen Punkt zurückgegangen und liegt nun bei 73 Prozent.

Drei Viertel der Unternehmen nutzen Förderinstrumente

In der aktuellen Umfrage wurden die Unternehmen zudem gefragt, auf welche staatlichen und privatwirtschaftlichen Exportförderungsmaßnahmen und -instrumente sie setzen und wie sie den Nutzen dieser Maßnahmen einschätzen.

73 Prozent der Exportleiter gaben an, mindestens eine Exportfördermaßnahme bereits in Anspruch genommen zu haben. Je größer ein Unternehmen, desto wahrscheinlicher ist es, dass es Exportförderinstrumente nutzt.

Grafik: Inanspruchnahme von Exportförderungsmaßnamen und –instrumenten

Grafik: Inanspruchnahme von Exportförderungsmaßnamen und –instrumenten

Zu den beliebtesten Instrumenten zählen die Beteiligung an Auslandsmessen, Fortbildungen, Schulungen und Exportseminare sowie Marktstudien und Länderinformationen. Die Märkte, für die Unternehmen die Exportförderungsmaßnahmen und -instrumente vorrangig nutzen, sind China, USA, Frankreich und Russland. Insbesondere für Russland, China, USA und das Vereinigte Königreich wünschen sich die Unternehmen jedoch noch mehr Unterstützung durch die Bundesregierung.

"Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich spürbar abgekühlt. Ich empfehle den Unternehmen der Branche, die vielfältigen Angebote zur Exportförderung intensiver zu nutzen. Diese Instrumente bieten hilfreiche Orientierung, um Märkte wie Russland, USA, China und nicht zuletzt auch Großbritannien erfolgreich zu bearbeiten. Denn insbesondere beim Export in diese Länder zeigt unsere Befragung ein hohes Maß an Unsicherheit."

Gerd Bovensiepen, Leiter des PwC-Geschäftsbereichs Consumer Markets in Deutschland und EMEA

Für das BVE-PwC-Exportbarometer der deutschen Ernährungsindustrie wurden im April und Mai 2018 zum 17. Mal in Folge 400 Geschäftsführer und Exportleiter der deutschen Ernährungsindustrie befragt.

Das Exportbarometer der Ernährungsindustrie wird gefördert durch:

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