BVE-PwC Exportbarometer Dezember 2017: Handelshemmnisse erschweren Ausfuhr in Nicht-EU-Länder

20 Dezember, 2017

Das Exportklima der Ernährungsindustrie hat sich im Dezember 2017 erneut verbessert. Das belegt das aktuelle BVE-PwC-Exportbarometer. Der Saldo aus aktueller Geschäftslage und den Geschäftserwartungen legte im Vergleich zum Vorjahr um 5 Punkte auf 46 Punkte zu. Die Stimmungslage für das Exportgeschäft hellte sich in nahezu allen Teilbranchen auf. Für deutsche Lebensmittelhersteller ist der Export ein wichtiger Wachstumstreiber. Den Zugang zu den Märkten außerhalb des EU-Binnenmarktes erschweren jedoch Handelshemmnisse.

Deutschland ist der drittgrößte Lebensmittelexporteur der Welt. Im Jahr 2016 wurden Lebensmittel im Rekordwert von 56,7 Milliarden Euro ausgeführt. Dabei entfallen etwa 80 Prozent der deutschen Lebensmittelexporte auf die Europäische Union. Frankreich ist nach Einschätzung der befragten Exporteure aktuell das wichtigste Exportziel innerhalb der EU, gefolgt von den Niederlanden, Österreich und Italien. Das Vereinigte Königreich gewinnt trotz des bevorstehenden Brexits für die deutschen Exporteure wieder an Bedeutung und liegt auf Rang 5. Die Absatzerwartungen für die kommenden sechs Monate sind für die EU-Märkte insgesamt stabil. Steigende Exporte erwarten die deutschen Lebensmittelhändler vor allem für Polen und Österreich.

Export in EU-Länder

Welches sind die 3 wichtigsten EU-Länder, in die Ihr Unternehmen regelmäßig exportiert?

Ein Fünftel der Exporte geht in Länder außerhalb der EU

Etwa ein Fünftel ihrer Ausfuhrwaren exportiert die deutsche Ernährungsindustrie in Nicht-EU-Länder. Die wichtigsten Absatzmärkte außerhalb der EU sind aktuell die Schweiz, die USA und China. Steigende Exporte für die kommenden sechs Monate erwarten die Lebensmittelhersteller insbesondere für die Absatzmärkte in Norwegen und Japan.

„Die deutsche Ernährungsindustrie ist mit einer Ausfuhrquote von einem Drittel stark vom Export abhängig. Während der Export in EU-Länder stagniert, steigt die Nachfrage aus kaufkräftigen Drittländern. Die Ausfuhr in Länder außerhalb der EU birgt also hohes Wachstumspotenzial für deutsche Exporteure.“

Gerd Bovensiepen, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC in Deutschland und EMEA

Handelshemmnisse erschweren den Marktzugang

In vielen Exportmärkten außerhalb des EU-Binnenmarktes erschweren oder verhindern jedoch Handelshemmnisse den Marktzugang. Diese kommen den Nahrungsmittelexporteuren teuer zu stehen: Die Mehrzahl der Unternehmen wendet bis zu 10 Prozent der Exportkosten dafür auf.

„Mit zunehmender Unternehmensgröße steigt häufig auch die Zahl der Exportmärkte in Drittländern. Größere Unternehmen müssen einen entsprechend hohen Anteil ihrer Exportkosten für Handelshemmnisse einplanen. Und bei der aktuell sehr intensiven Wettbewerbssituation entscheiden bereits geringe Preisunterschiede über den Erfolg des Exportgeschäfts“, kommentiert Gerd Bovensiepen.

Handelsabkommen mit chancenreichen Märkten wie Kanada und Südkorea

EU-Handelsabkommen zielen zunehmend darauf ab, neue Absatzmärkte zu erschließen. In den vergangenen Jahren sind so auch Abkommen mit Handelspartnern in Kraft bzw. vorläufig in Kraft getreten, die sich für die Ernährungsindustrie zu attraktiven Exportmärkten entwickeln könnten. Dazu gehören beispielsweise Kanada, Südkorea, Südafrika und die Ukraine. Die aktuelle Umfrage ergab jedoch: 60 Prozent der Lebensmittelhersteller exportieren derzeit nicht in diese Märkte. „Eine staatliche Unterstützung beim Zugang zu diesen Märkten kann dabei helfen, das Wachstumspotential zu erschließen“, so das Fazit von Gerd Bovensiepen.

Für das BVE-PwC-Exportbarometer der deutschen Ernährungsindustrie wurden im Oktober 2017 zum 16. Mal in Folge 400 Geschäftsführer und Exportleiter der deutschen Ernährungsindustrie befragt.


Das Exportbarometer der Ernährungsindustrie wird gefördert durch:

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