Kampf um digitale Talente sorgt CEOs

Die Ergebnisse des 21. CEO Surveys (2018) für den Handel und die Konsumgüterindustrie.

Handel pessimistischer als andere Branchen

Weltweit blicken die Vorstandschefs im Handel und in der Konsumgüterindustrie skeptisch in die Zukunft. Wachstum ist nur schwer zu erzielen – besonders für die etablierten Unternehmen. Das Budget für Investitionen ist schmal. Und die Einkaufsgewohnheiten und Präferenzen der Konsumenten wandeln sich rasant. Zu diesem Ergebnis kommt die Branchenauswertung des 21. CEO Surveys von PwC.

Den guten Handelsumsätzen in Deutschland im ersten Halbjahr 2018 zum Trotz: Global schätzen die Vorstandschefs die Wachstumsaussichten für die Wirtschaft und das eigene Unternehmen pessimistischer ein als die CEOs aus anderen Branchen. Während 57 Prozent aller CEOs damit rechnen, dass die Weltwirtschaft sich in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird, sind die Manager aus dem Handel und der Konsumgüterindustrie vorsichtiger: hier gehen nur 49 bzw. 52 Prozent von einer Verbesserung aus. Mit Blick auf das eigene Unternehmen sind 38 Prozent der Vorstandslenker von Konsumgüterherstellern und 33 Prozent der Manager im Handel sehr zuversichtlich, dass ihr Unternehmen 2018 wachsen wird. Der globale Durchschnittswert aller betrachteten Branchen liegt immerhin bei 42 Prozent.

Die CEOs der Branche sind auch vorsichtiger, wenn es um Fusionen und Übernahmen oder darum geht, ihr Geschäft umfänglich zu digitalisieren. Sie fokussieren sich auf das Hier und Jetzt – weniger auf die langfristige Planung. 

Download Ergebnisse 21. CEO Survey Handel und Konsumgüter

Was treibt die CEOs im Handel und in der Konsumgüterbranche um? 

Cyber-Angriffe 

Über alle Branchen hinweg zeigen sich 40 Prozent der Vorstandschefs sehr besorgt, dass Cyber-Gefahren ihre Wachstumspläne durchkreuzen könnten. Im Handel ist es immerhin ein Drittel. Die Auswirkungen von Cyber-Angriffen auf unzureichend geschützte Systeme sind vielen Unternehmen allerdings noch nicht in vollem Umfang bewusst. Bei den Konsumgüterherstellern äußerten lediglich 16 Prozent der Befragten eine deutliche Sorge vor Cyber-Bedrohungen. „Es ist überraschend, dass gerade in einer Branche, die mit großen Mengen an Kundendaten operiert, das Cyber-Risiko offenbar noch deutlich unterschätzt wird“, sagt Dr. Christian Wulff, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC Deutschland. „Der materielle Schaden und der Vertrauensverlust beim Kunden sind nach einer Cyber-Attacke unter Umständen immens. Insofern sollten Unternehmen diesem Thema einen höheren Stellenwert einräumen.“

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Fachkräftemangel

Wie in anderen Branchen haben die Chefs von Handel- und Konsumgüterunternehmen Probleme, Nachwuchskräfte zu rekrutieren. Für die Hälfte ist es schwierig, digitale Talente für ihr Unternehmen zu finden. Diese werden aber als dringend notwendig erachtet, um im Wettbewerb bestehen zu können. 

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Neue Wettbewerber

Digitales Können wird möglicherweise zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Drei Viertel der CEOs aus dem Handel und die Hälfte der Vorstandschefs bei Konsumgüterherstellern rechnen damit, dass die Konkurrenz durch traditionelle Mitbewerber und neue Marktteilnehmer ihr Geschäft in den kommenden fünf Jahren stark beeinflussen wird.

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Digitalisierung

Viele neue Marktteilnehmer bringen ausgezeichnete digitale Fähigkeiten mit, die den etablierten Playern teilweise fehlen. Nur 34 Prozent der Vorstandschefs aus dem Handel und 41 Prozent der CEOs aus der Konsumgüterindustrie geben an, dass sie ein gutes Verständnis aufgebaut haben, wie Künstliche Intelligenz und Robotics das Kundenerlebnis verbessern können.

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Erfolgsfaktoren für die Zukunft

Unternehmen aus dem Handel und der Konsumgüterbranche haben in den vergangenen zehn Jahren massive Veränderungen erlebt: Konsumgüterhersteller mussten beispielsweise ihre Kostenbasis drastisch reduzieren, innovative Strategien für Absatzkanäle entwerfen, Lieferketten umbauen und das Verständnis für ihre Kunden vertiefen.

„Die gute Nachricht für die Konsumgüterbranche: Egal wie und wo die Verbraucher einkaufen, sie werden immer Produkte wie Lebensmittel und Drogerieartikel benötigen“, kommentiert Dr. Christian Wulff.

Anders sieht es im Handel aus: Onlineshopping-Plattformen sichern sich immer größere Marktanteile und stellen stationäre Läden grundsätzlich in Frage.

„Händler haben verschiedene Optionen, um auf diese existenzbedrohende Entwicklung zu reagieren: Sie können beispielsweise die Anzahl ihrer Läden reduzieren, ihren Kunden ein unverwechselbares Einkaufserlebnis bereiten oder ihre digitale Reichweite ausbauen. Die einzige Option, die sicher nicht zum Erfolg führen wird, ist Stillstand.“

Dr. Christian Wulff, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC Deutschland

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