Kurzübersicht Retail & Consumer Deals 2017/2018

PwC-Analyse zu den Fusionen und Übernahmen in der europäischen Handels- und Konsumgüterbranche

Wie Zukäufe die Digitalisierung des Geschäftsmodells vorantreiben

Wenn es um die Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells geht, haben Händler verschiedene Optionen: Sie können die nötige Expertise selbst entwickeln, etwa durch Neueinstellungen oder den gezielten Aufbau von Know-how. Schneller geht es aus unserer Sicht häufig durch Kooperationen, Übernahmen oder Beteiligungen an Start-ups.

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„Um in der heutigen Wettbewerbslandschaft erfolgreich zu sein, müssen Omnichannel-Modelle für deutsche Händler und Hersteller selbstverständlich werden. Doch gerade in Deutschland besteht bei diesem Thema noch viel Nachholbedarf. Gezielte Übernahmen sind ein Weg, um in diesem Bereich schnell voranzukommen und das Geschäftsmodell zukunftsfähig zu machen.“

Dr. Christian Wulff, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC Deutschland

Transaktionen verfolgten selten ein digitales Vorhaben

Mergers & Acquisitions werden im Handel und der Konsumgüterindustrie fast täglich angekündigt. Aber überraschend wenige verfolgen das Ziel, die digitale Expertise zu stärken. PwC hat alle europäischen Deals der Branche zwischen November 2017 und Dezember 2018 unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Nur die wenigsten Käufe und Verkäufe zielen auf die Digitalisierung des Käuferunternehmens ab. Im untersuchten Zeitraum wurden in Europa insgesamt 612 Deals im Handel und der Konsumgüterbranche abgeschlossen (gezählt wurden alle M&A ohne Private-Equity-Beteiligung). Aber lediglich 37 Transaktionen verfolgten eindeutig ein digitales Vorhaben. In Deutschland hatten die Entscheider nur bei acht der insgesamt 72 Transaktionen die Absicht, Online-Expertise einzukaufen. 

Handels-Deals in Deutschland nach Zielen

Digitaler Hintergrund ist bei europäischen Deals die Ausnahme

Auch im europäischen Vergleich sind Deals mit einem eindeutigen digitalen Hintergrund eher die Ausnahme. Zwar orientieren sich auch europäische Hersteller und Händler am Branchenführer Amazon und digitalisieren zunehmend ihr eigenes Geschäftsmodell. Doch an die technologischen Mega-Trends (Blockchain-oder Cloud-Lösungen, Anwendungen für künstliche Intelligenz oder Data Analytics), trauen sich nach wie vor eher die Wettbewerber aus den USA oder China heran.

Hauptziele der Deals in verschiedenen Sektoren

Marktkonsolidierung und geografische Expansion als Hauptziel

Die große Mehrheit der M&As sowohl in Deutschland als auch im Rest von Europa haben Ziele aus der Lebensmittelindustrie im Visier. An zweiter Stelle stehen Bekleidungsunternehmen gefolgt von Firmen aus der Möbel- und Haushaltsgerätebranche. 

Für alle Kategorien gilt: Das häufigste strategische Ziel, das das Management eines Unternehmens mit einem Deal verfolgt, ist eine Konsolidierung des Marktes oder die Expansion in neue Märkte.

„Die Chancen, die ein Unternehmenskauf für die Digitalisierung der Geschäftsprozesse oder den Aufbau digitaler Services und Produkte bietet, bleiben häufig noch ungenutzt.“

Dr. Christian Wulff, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC Deutschland

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Dr. Christian Wulff

Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter, PwC Germany

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