PwC-Studie zur Lebensmittelbranche: Vertrauen durch transparente digitale Lösungen steigern

11 Februar, 2015

Wie weit ist die Digitalisierung in der Lebensmittelbranche vorangeschritten? Gelingt es den Unternehmen bereits, neue digitale Technologien so einzusetzen, dass sie Transparenz für den Verbraucher über die gesamte Lieferkette hinweg schaffen? Lässt sich damit ein Wettbewerbsvorteil erzielen? Diesen Fragen geht die PwC-Studie „Lebensmittelunternehmen im digitalen Wandel“ nach. Die wichtigsten Ergebnisse der Analyse im Überblick.

Die deutsche Lebensmittelwirtschaft will für mehr Transparenz innerhalb der Branche sorgen, sie setzt dabei auf digitale Technologien: Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen, 91 Prozent, gibt wichtige Informationen zu Produkten über digitale Kanäle wie Websites, Apps oder QR-Codes an die Verbraucher weiter. Damit reagiert die Branche nicht nur auf die Erwartungen der Konsumenten, deren Vertrauen in die Lebensmittelsicherheit durch einige Skandale erschüttert wurde, sondern verschafft sich auch einen Wettbewerbsvorteil. Wie die PwC-Studie „Lebensmittelunternehmen im digitalen Wandel. Digitalisierung als Schlüssel zur Schaffung nachhaltiger Wertschöpfungsketten in der Lebensmittelbranche“ zeigt, können Unternehmen durch transparente digitale Lösungen ihre Effizienz steigern. Sie schaffen eine bessere Vergleichbarkeit mit Wettbewerbern, erkennen Risiken schneller, sorgen für mehr Produktsicherheit und erreichen so einen Vorsprung an Vertrauenswürdigkeit. Drei Viertel der Befragten wollen deshalb in den kommenden zwei Jahren in digitale Lösungen investieren und deren Potenziale noch stärker nutzen. Für die PwC-Studie wurden 100 Entscheider der Lebensmittelwirtschaft in einer Online-Erhebung befragt, zusätzlich wurden 27 Tiefeninterviews geführt.

Kundenerwartungen und Wettbewerbsdruck treiben die Digitalisierung voran

„Die Unternehmen haben klar erkannt, wie wichtig eine lückenlose Rückverfolgung der Produkte innerhalb der gesamten Lieferkette ist“, sagt Gerd Bovensiepen, Leiter des PwC-Bereichs Handel und Konsumgüter in Deutschland und Europa. „Digitale Lösungen helfen ihnen dabei, dieses Ziel zu erreichen.“ Entsprechend gehen zwei Drittel der Studienteilnehmer davon aus, dass die Bedeutung digitaler Rückverfolgbarkeitslösungen in den kommenden zwei Jahren noch weiter steigen wird – vor allem durch den Druck der Öffentlichkeit und strengere regulatorische Anforderungen, aber auch durch den Wettbewerb innerhalb der Branche. Auf Seiten der Hersteller wollen 66 Prozent in digitale Technik investieren, auf Seiten des Handels, der näher am Kunden ist, sogar 91 Prozent.

Der nächste Schritt: Standardisierung und flächendeckender Einsatz digitaler Medien

Allerdings gelingt es den Unternehmen noch nicht, digitale Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette flächendeckend einzusetzen. In den Tiefeninterviews zur Studie gaben die Gesprächspartner an, dass die lückenlose Rückverfolgbarkeit von Produkten – bis zurück zum landwirtschaftlichen Erzeuger – in der Praxis nur schwer umzusetzen ist. „Hier zeigt sich, dass die Unternehmen zwar bereits auf dem richtigen Weg sind, eine weitgehende Standardisierung und Vereinheitlichung über alle Stufen der Lieferkette hinweg aber noch fehlt“, so Barbara Johanna Wieler, PwC-Expertin für Nachhaltigkeit im Handel und in der Konsumgüterindustrie. „Die Unternehmen schöpfen noch nicht alle Potenziale digitaler Technologien zur Effizienzsteigerung und Risikovermeidung aus.“

Branchenweite Lösungen sind gefragt

Wie sich in den Tiefeninterviews zeigte, verlangen die Konsumenten vor allem Informationen über die Herkunft eines Produkts. Die digitale Technologie lässt sich sehr gut an die Technik anbinden, die von den Verbrauchern ohnehin genutzt wird, wie Smartphones und Tablets, um die gewünschten Informationen bereitzustellen. So kann auch eine stärkere Personalisierung der Informationen erreicht werden. Allerdings ist der Investitionsaufwand für die Branche hoch. Das schätzen die Unternehmen richtig ein: Drei Viertel der Befragten gehen von einem Investitionsaufwand in Höhe von mindestens einer Million Euro aus. Eine Lösung könnte sein, digitale Technologien zu schaffen, die branchenweit eingesetzt werden und nicht mehr an einen Hersteller gebunden sind. „Hilfreich wären auch Anreize von Seiten der Politik, in Form von Rahmenfestlegungen und Förderungen“, so Wieler.

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