PwC-Studie „Total Retail“: Vorliebe für Online-Shopping wächst nur noch für bestimmte Produkte

11 Februar, 2015

Nach einem kräftigen Anstieg 2013 stagniert die Konsumpräferenz der Deutschen zum Online-Kauf 2014 in den Pioniersegmenten des E-Commerce. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Total Retail 2015“, für die PwC über 19.000 Konsumenten weltweit befragt hat, darunter 1.000 Verbraucher in Deutschland. 74 Prozent der deutschen Online-Käufer – also Konsumenten, die schon mindestens einmal im Internet eingekauft haben – bestellen Bücher, Musik, Filme oder Videospiele am liebsten online. Allerdings sinkt der Anteil der Online-Shopper in diesem Segment leicht: Im Vorjahr gaben noch 78 Prozent der Verbraucher an, dass sie Bücher & Co. am liebsten online kaufen.

Auch bei anderen Produktgruppen zeigen sich bei der Vorliebe zum Online-Shopping erste Sättigungstendenzen, beispielsweise beim Kauf von Unterhaltungselektronik und Computern. 60 Prozent der Befragten kaufen diese Produkte vorzugsweise online, im Vorjahr waren es noch 62 Prozent. Beim Kauf von Kleidung und Schuhen scheint der Online-Boom ebenfalls vorbei: 39 Prozent der deutschen Verbraucher kaufen Kleidung und Schuhe am liebsten online – ein Minus von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Abb.: Erste Marktsegmente verschieben sich und zeigen Sättigungstendenzen


Beim Kauf von Spielzeug ist der Trend zum Online-Shopping ungebrochen

In den übrigen Branchensegmenten – ausgenommen Gesundheits- und Kosmetikprodukte, die lieber im Laden gekauft werden – ist der Trend zum Online-Kauf ungebrochen: Die Anzahl der Verbraucher, die Produkte wie Spielzeug, Haushaltsgeräte oder Schmuck am liebsten im Internet kaufen, ist in den vergangenen drei Jahren um durchschnittlich rund 28 Prozentpunkte pro Jahr gestiegen. Dieses Wachstum dürfte sich zunächst moderat fortsetzen, auch wenn bereits heute ein Großteil der Konsumenten Spielwaren (55 Prozent), Haushaltsgeräte (47 Prozent), Sport- und Outdoor-Ausrüstung (42 Prozent) oder Schmuck und Uhren (38 Prozent) vorzugsweise online kaufen.
 

Abb.: Die Vorliebe für den Onlinekauf stagniert in Pioniersegmenten wie Büchern und Musik, Kleidung und Schuhen und Unterhaltungselektronik


„In diesen Wachstumssegmenten haben Händler beste Chancen, im Internet weitere Neukunden für sich zu gewinnen oder ihre Kunden aus dem stationären Geschäft zum Einkauf im eigenen Online-Shop zu motivieren. Investitionen in den Online-Shop sowie ein Angebot an kanalübergreifenden Einkaufsmöglichkeiten sind also weiterhin ein Muss“, analysiert Gerd Bovensiepen.

Auch für Möbel und Nahrungsmittel wächst der Anteil der Online-Käufer

Möbel und Haushaltswaren kaufen 30 Prozent der Deutschen bereits im Internet, bei Heimwerkerprodukten bevorzugen 25 Prozent den Einkauf per Mausklick und rund 12 Prozent der Verbraucher beziehen ihre Lebensmittel online. In diesen Segmenten mit einem relativ niedrigen Anteil an Online-Shoppern bestehen gute Wachstumsaussichten für Online-Händler: „Ihre Lebensmittel und Möbel kaufen die Deutschen zwar weiterhin am liebsten im Laden. Die Vorliebe für Online-Shopping wächst jedoch auf bemerkenswertem Niveau von rund 28 Prozentpunkten pro Jahr. Konsumenten werden ihre Einkäufe auch in diesen Produktgruppen künftig verstärkt ins Internet verlagern“, so die Prognose von Gerd Bovensiepen. Sein Fazit: „Für Händler und Hersteller lohnt es sich, ihre Online-Angebote weiter kundenorientiert auszubauen und sich so Marktanteile zu sichern.“

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