Schwellenländer eröffnen der Agrar- und Ernährungsindustrie neue Absatzmärkte

09 Oktober, 2014

Skeptische Verbraucher, der Klimawandel, steigende Energiekosten und fehlende Arbeitskräfte: Die Agrar- und Ernährungsindustrie hat auf vielen Ebenen Herausforderungen zu meistern. Wie sich die Situation hierzulande aktuell darstellt, wo Innovationen nötig sind und wo sich Chancen für Wachstum bieten, das untersucht die PwC-Studie „Megatrends in der deutschen Agrar- und Ernährungsindustrie“.

Das Vertrauen in die deutsche Lebensmittelindustrie ist bei mehr als einem Drittel der Verbraucher angeknackst. Mehr als die Hälfte greifen immer öfter zu Bio- und Markenprodukten. Doch nicht nur den gestiegenen Ansprüchen ihrer Kunden hat sich die Agrar- und Ernährungsindustrie in Zukunft zu stellen: Die Märkte hierzulande sind gesättigt, der Preisdruck enorm. Auch die Exportländer in der EU lassen kein nennenswertes Wachstum erwarten.

Export in Schwellenländer als Wachstumschance

Die PwC-Studie beleuchtet die aktuelle Situation dieses viertgrößten Industriezweigs, der auf dem Weltmarkt als drittgrößter Exporteur von Ernährungsgütern rangiert. Die Branche muss sich mehr und mehr auf klimatische Veränderungen und den demografischen Wandel einstellen. Doch es bieten sich auch Chancen: Dazu zählt der Export in Schwellenländer wie China, Indien, Vietnam, Polen, die Türkei und Brasilien, in denen Konsumenten immer mehr Mittel für Lebensmittel zur Verfügung haben. Auch in Deutschland gibt es noch Ansatzpunkte für Wachstum: Nach den jüngsten Lebensmittelskandalen steigt bei Verbrauchern die Bereitschaft, für Bio- und Markenprodukte mehr auszugeben.

Verbraucher verlangen Lebensmittelsicherheit

Außerdem wollen Kunden hierzulande wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie sie produziert wurden. Nachhaltigkeit gehört auch in Hinsicht auf Umweltschutz und Ressourcenschonung zu den zentralen Themen: Transparente Lieferketten, die Einsparung von Wasser und Energie oder Informationen über den Anbau zählen zu den Inhalten, mit denen Unternehmen der Lebensmittelindustrie in ihrem Reporting bei Shareholdern und Kunden punkten.

Weitere interessante Details der Studie

Finanzierung: Eine Möglichkeit für Landwirte, Investitionen zu finanzieren, bieten Genossenschaften. Während einzelne Betriebe wegen strengerer Auflagen oft keine Bankkredite erhalten, können Genossenschaften als Kreditnehmer aktiv werden, um ihren Mitgliedern Zugang zu Liquidität bei geringeren Kapitalkosten zu verschaffen.

Wirtschaftssäule: Die Agrar- und Ernährungsindustrie ist der viertgrößte Industriezweig in Deutschland. Landwirtschaftliche Betriebe produzierten 2013 Waren im Wert von mehr als 50 Milliarden Euro. Dort sind etwa eine Million Menschen beschäftigt. Die Ernährungsindustrie hatte einen Umsatz von 175 Milliarden Euro und mehr als 550.000 Beschäftigte zu verzeichnen.

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