Investitionen in Skills schaffen potenziell Millionen neuer Jobs und weltweiten Wohlstand

PwC-Report 2021 „Upskilling for Shared Prosperity“ zu globalen Wachstumspotenzialen von Investitionen in berufliche Qualifizierung

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Petra Raspels

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Globale Megatrends erfordern massive Investitionen in Upskilling

Viele Branchen, Geschäftsmodelle und einzelne Berufsprofile verändern sich durch globale Megatrends rasant – allen voran durch die Digitalisierung, die Globalisierung und den demografischen Wandel. Wenn etwa die Automatisierung viele heute von Menschen ausgeführte Tätigkeiten übernimmt, benötigen Berufstätige die richtigen Fähigkeiten und Fertigkeiten für den Arbeitsmarkt der Zukunft. Investitionen in Qualifizierungsmaßnahmen, sogenanntes Upskilling, können sich wirtschaftlichen lohnen – eine Steigerung des weltweiten BIP um bis zu 6,5 Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2030 ist möglich. In diesem Zeitraum könnten zudem bis zu 5,3 Millionen neue Jobs entstehen. Das sind einige der wichtigsten Ergebnisse des Berichts „Upskilling für Shared Prosperity“, den das World Economic Forum in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) erstellt hat.

„Das tatsächliche Upskilling ist weitaus größer. Denn in unseren Szenarien ist das wirtschaftliche Potenzial von Innovationen und neuen Jobs noch nicht eingerechnet.“

Petra Raspels, Leiterin People & Organisation bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

Enormes weltweites Upskilling-Potenzial bis 2030 erreichbar

Investitionen in Upskilling-Maßnahmen können den weltweiten Wohlstand drastisch erhöhen. Um diesen zu beziffern, entwirft der Report zwei Szenarien: Das Kernszenario geht davon aus, dass Qualifizierungslücken bis zum Jahr 2030 geschlossen sind. Damit ist ein Wachstum des BIP von 5 Billionen US-Dollar möglich. Im beschleunigten Szenario mit größeren Investitionen sind solche Lücken, „Skill Gaps“, schon im Jahr 2028 behoben. Damit wären sogar 6,5 Billionen US-Dollar BIP-Zuwachs bis 2030 erreichbar.

Eine verbreitete Befürchtung lautet: Digitalisierung und Automatisierung vernichtet Jobs. Demgegenüber analysiert der Report, dass bis 2030 mit gezielten Upskilling-Investitionen sogar bis zu 5,3 Millionen neue Jobs entstehen können, weil künftig mehr Jobs menschliche Fähigkeiten wie Kreativität, Innovationsfähigkeit und Empathie erfordern. Und Upskilling und neue Technologien könnten ebenso dazu führen, dass durch Automatisierung keine Beschäftigungen entfallen, sondern dass diese höherwertig werden.

Das größte Potenzial, um mit Upskilling für mehr Beschäftigung zu sorgen, haben in den beiden Szenarien die USA mit ca. 2,4 bzw. 2,75 Millionen neuen Jobs bis 2030 (Jobzuwachs in Relation zur Beschäftigung: 1,5 bzw. 1,6 Prozent im Kern- bzw. beschleunigten Szenario). Auf Rang Zwei kam Indien mit einem potenziellen Zuwachs von 2,1 bzw. 2,4 Millionen Jobs (relative Steigerung je 0,4 Prozent für beide Szenarien), gefolgt von China mit ca. 1,4 bzw. 1,6 Millionen Jobs (relative Steigerung je 0,2 Prozent für beide Szenarien).

„China hat gute Chancen, bis 2028 die Qualifizierungslücken vieler Menschen zu schließen. Das Land hat 2019 13,8 Milliarden in Upskilling investiert, um bis 2022 rund 50 Millionen Menschen weiterzubilden.“

Petra Raspels,Leiterin People & Organisation bei PwC Deutschland

China, USA und Indien mit größtem Upskilling-Potenzial

Länder und Regionen, in denen die „Skill Gaps“ am größten sind, haben das größte Potenzial, von Upskilling-Investitionen und technologischem Fortschritt zu profitieren. So ist das BIP-Wachstumspotenzial in China (3,6 bis 7,5 Prozent Zuwachs relativ zum chinesischen BIP in Kern- bzw. beschleunigtem Szenario) am größten. Die USA kommen (3,3 bzw. 3,6 Prozent Zuwachs relativ zum US-amerikanischen BIP) auf Rang Zwei. Und an dritter Stelle steht Indien mit einem relativen BIP-Zuwachs von 6,1 bis 6,8 Prozent. 

Ebenfalls einen signifikanten BIP-Zuwachs könnten bis 2030 Staaten in Subsahara-Afrika und in Lateinamerika erreichen – jeweils etwa 7 Prozent sind erreichbar, wenn die Regionen rasch in Upskilling investieren. Denn beide sind durch große soziale Ungleichheit, eine im internationalen Vergleich unterentwickelte Wirtschaft und einen großen Anteil junger Menschen charakterisiert.

„PwC beteiligt sich an Initiativen wie der DBU Digital Business University und hilft damit Unternehmen, ihre Mitarbeitenden gezielt auf die künftigen Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten – ein echter Vorteil im auch hierzulande spürbar härteren Wettbewerb um die besten Talente.“

Petra Raspels, Leiterin People & Organisation bei PwC Deutschland

Berufsqualifikation in Deutschland schneidet international gut ab

Das Wachstumspotenzial durch Upskilling ist in Deutschland im Vergleich eher gering – im Ranking kommt die Bundesrepublik auf den zwölften von 13 Rängen, hinter Südafrika und vor den Vereinigten Arabischen Emiraten. Den beiden Szenarien zufolge ist bis 2030 ein BIP-Wachstum von 0,2 bzw. 0,3 Prozent relativ zum deutschen BIP möglich. Im internationalen Vergleich sind die Beschäftigten in Deutschland also grundsätzlich gut für künftige Jobanforderungen qualifiziert. Doch die COVID-19 erhöht auch hierzulande den Bedarf an gezieltem Re- und Upskilling.

Innovatives Bildungskonzept fürs digitale Zeitalter

Die DBU bündelt Digitalkompetenz und Praxisnähe. Gemeinsam bilden wir die Pioniere von morgen aus. Dank des Lehr- und Forschungsangebots der 2018 gegründeten und staatlich anerkannten Wirtschaftshochschule erwerben Unternehmensmitarbeitende und Studierende in Weiterbildung und Studium genau die Digitalkompetenzen, die sie in einer zunehmend digitalen Arbeitswelt benötigen.

Die Methodik

Die Methodik für diese Analyse umfasst drei Stufen:

  1. Literaturrecherche zu vorhandenen Erkenntnissen über die Beziehung zwischen Qualifikationsentwicklung, Schließen der Qualifikationslücke, Produktivität und wirtschaftlicher Entwicklung.
  2. Datenrecherche und -analyse zu Steigerungen der Arbeitsproduktivität in Verbindung mit der Verringerung von Qualifikationslücken in verschiedenen Ländern, die in die CGE-Modellierung (Computable General Equilibrium) einfließen.
  3. CGE-Modellierung zur Bewertung der gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Arbeitsproduktivitätssteigerungen in verschiedenen Volkswirtschaften, gemessen am BIP und an den Arbeitsplätzen.

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