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Die Abschlussprüfung hat ein erhebliches ökologisches Aufholpotenzial

19 Dezember, 2019

Ein Interview mit Prof. Dr. Rüdiger Loitz über die Notwendigkeit „grüner“ Abschlussprüfungen und was dafür getan werden muss.

Herr Loitz, warum müssen Abschlussprüfungen nachhaltiger werden?

Dieses Thema ist von den Veränderungen der Ökosysteme genauso betroffen wie alle anderen Unternehmensaktivitäten. Die Prüfung verbraucht eine Menge Ressourcen. Deshalb sollten wir daran arbeiten, sie in Zukunft nachhaltig zu gestalten. In der Praxis legen wir die Details eines „Green Audit“ nach und nach und in enger Abstimmung mit den Prüfungsmandanten fest. Wichtig ist zunächst, dass der Prozess vorangeht und in die unternehmerische Strategie integriert wird.

Worum geht es da im Detail?

Generell hat die Abschlussprüfung die Aufgabe, die Finanzberichterstattung auf ihre Ordnungsmäßigkeit zu analysieren. Das Ergebnis ist ein Prüfungsbericht und ein Testat, die in aller Regel noch als gedruckte Papierexemplare an die Mandanten gehen. Wir reden hier unter anderem über Unmengen an Papier, die sich vermeiden ließen, wenn wir digitale Berichte und Testate zum Standard machten. Unsere Umwelt würde es uns danken. Rechnen wir das Papier hinzu, das über den gesamten Prüfungsprozess heute noch ausgedruckt wird, reden wir oft über Tonnen von Papier nur bei einem einzigen größeren Unternehmen.

„Die Abschlussprüfung sollte genauso „grün“ werden, wie es viele Unternehmen für andere Aktivitäten anstreben.“

Wie einfach – oder schwierig – ist so ein Prozess?

Wir stehen mit „Green Audit“ noch am Anfang, entsprechend neu und manchmal schwierig ist der Veränderungsprozess. Das gilt für die Mitarbeiter der geprüften Unternehmen genauso wie für uns bei PwC. Manche Prüfer zum Beispiel sehen ihre „ausgedruckte“ Arbeit als Bestätigung ihrer Leistung an. Auf der anderen Seite fordern viele Unternehmen noch beispielsweise gedruckte Jahresabschlüsse mit eigenhändiger Unterschrift des Prüfers an. Dabei würden digitale Exemplare genügen.

Ist nur die Berichterstattung ein ökologisches Problem?

Leider nicht. Es geht um alle prüfungsrelevanten Abläufe – sowohl bei den Prüfungsgesellschaften als auch bei den zu prüfenden Mandanten. Green Audit funktioniert ja nur, wenn beide Seiten ihre Systeme nachhaltiger gestalten. Und das kriegt man hin, wenn man sich motiviert zusammensetzt. Es gibt etliche Stellhebel, die sogar kurzfristig eine relevante Ressourcenschonung bringen.

Welche Stellhebel gibt es neben dem reduzierten Papierausdrucken noch?

Zum Beispiel die gezielte Auswahl der Verkehrsmittel für prüfungsbedingte Reisen. Ich versuche beispielsweise, wann immer es geht, die Bahn und andere öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und auf das Flugzeug oder das Auto zu verzichten. Auch davon möchten wir mehr Mitarbeiter überzeugen.

Welche Erfahrungen machen Sie, wenn Sie mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaftsprüfung umsetzen möchten?

Zunehmend gute, vor allem in der Zusammenarbeit mit jüngeren Prüfungsbeteiligten. Die jüngeren Kolleginnen und Kollegen haben „grüne Wirtschaft“ oft einfach deutlicher im Hinterkopf. Das Schöne ist, dass sich auch immer mehr ältere Mitarbeiter motivieren lassen, mitzumachen.

„Ich sehe bei PwC einen ‚Audit for Future‘-Trend, von dem wir, unsere Mandanten und unsere Umwelt profitieren werden.“

Und welche Erfahrungen machen Sie bei Mandanten?

Wir stellen unser Green Audit-Konzept nach und nach mehr Mandanten vor. Bereits heute stellen wir fest, dass es unter unseren Gesprächspartnern viele gleichgesinnte Menschen gibt. Und das motiviert uns natürlich, beharrlich auf das Thema Nachhaltigkeit in der Prüfung und im Berichtswesen insgesamt zu setzen.

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Prof. Dr. Rüdiger Loitz

Prof. Dr. Rüdiger Loitz

Partner Assurance Technology & Innovation, PwC Germany

Tel.: +49 211 981-2839

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Petra Justenhoven

Petra Justenhoven

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