Carve-out: Darauf kommt es bei der Abschlusserstellung an

12 Februar, 2014

Verkauft ein Unternehmen eine Tochtergesellschaft oder spaltet einen Geschäftsbereich ab, tauchen viele Fragen rund um die Rechnungslegung für die auszugliedernde Einheit auf. Die bei der Transaktion involvierten Stakeholder, insbesondere Erwerber und Investoren, einschließlich Kapitalmarktteilnehmer erwarten detaillierte Finanzinformationen über die zu ausgegliederte Einheit auf der Basis anerkannter Rechnungslegungsvorschriften: Zum Beispiel verlangt der Erwerber sogenannte Carve-out-Abschlüsse zum Zweck der Kaufpreisverhandlungen oder für die Finanzierung des Erwerbs über den Kapitalmarkt. Aber auch im Fall eines geplanten Börsengangs (IPO) unter Einschluss der ausgegliederten Einheit, ist der häufig damit verbundenen komplexen Finanzhistorie durch die Aufnahme historischer Carve-out Abschlüsse Rechnung zu tragen. Wo die Tücken bei der Erstellung liegen, erläutert PwC-Experte Dirk Menker

Im Gespräch mit Dirk Menker, PwC-Spezialist für Carve-out-Abschlüsse:

Die Aufstellung eines Carve-out-Abschlusses gilt als äußerst komplex. Wo liegen dabei die größten Hürden für Unternehmen?

Dirk Menker: Mit grenzüberschreitenden M&A-Aktivitäten steigen grundsätzlich die regulatorischen Anforderungen. Im Vorfeld eines Spin-offs oder einer M&A-Transaktion muss das Management – neben dem Tagesgeschäft – bereits sehr früh tiefgreifende Überlegungen anstellen und weitreichende Entscheidungen treffen. Denn es gilt, die richtigen Weichen für den späteren Abschluss zu stellen. Dazu gehören Fragen wie: Wie sind die Finanzinformationen für die berichtende Einheit sachgerecht darzustellen und welche Marktpraxis hat sich etabliert? Welche Berichtsperioden müssen wir testieren lassen und welche Prüfungshandlungen müssen vollzogen werden? All diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten, denn die Aufstellungs- und Prüfungsgrundsätze sind immer individuell auf die Transaktion abzustimmen. Aus diesem Grund ist es ratsam, frühzeitig Experten einzubinden.

Welche Fragen müssen Unternehmen bereits im Vorfeld klären?

Menker: Sie müssen die Berichtseinheit, die so genannte Reporting Unit, abgrenzen und die Qualität der Accounting Records, der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sicherstellen. Auch die Vermögensgegenstände, Schulden, Erträge und Aufwendungen müssen aufgeteilt und zugeordnet werden, welches insbesondere bei rechtlich nicht selbständigen Unternehmenseinheiten mit großen Herausforderungen verbunden ist. Einer sorgfältigen Analyse sind Kosten zu unterziehen, die für Shared Services oder das Unternehmen als Ganzes anfallen sowie die Finanzierungsstruktur, Zinsen, Steuern oder Pensionen.

Sind diese Punkte denn nicht in den Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) festgelegt?

Menker: Die IFRS enthalten keine spezifischen Vorschriften, wie ein Carve-out-Abschluss auszusehen hat und welche Anhangangaben zu machen sind. Unternehmen müssen daher die lokal akzeptierten Marktpraktiken und regulatorischen Sichtweisen des jeweiligen Landes berücksichtigen, welche mehr oder weniger explizit dargelegt sind, beispielsweise. in Großbritannien SIR 2000, in den USA die Regeln der SEC oder in Deutschland Bestimmungen der BaFin.

Wie unterstützen Sie Unternehmen bei der Erstellung von Carve-out-Abschlüssen?

Menker: Seit über zehn Jahren begleiten wir Unternehmen bei der Erstellung von Carve-Out-Abschlüssen. Unser Leistungsspektrum umfasst dabei die Analyse der speziellen Informationsanforderungen und der vorhandenen Finanzinformationen. Darauf aufbauend unterstützen wir bei der Definition realistischer Ziele, Maßnahmen und Meilensteine. Selbstverständlich helfen wir auch bei der Umsetzung der gesetzten Ziele. Unsere Fachexpertise sowie unsere Kontakte im weltweiten PwC-Netzwerk, gewährleisten die Aufstellung qualitativ hochwertiger Carve-out Abschlüssen nach internationalen Rechnungslegungsnormen unter Berücksichtigung der spezifischen regulatorischen Sichtweisen. Aus unserer eigenen Erfahrungen bei der Prüfung von Carve-out-Abschlüssen gelingt es uns zudem den Abschlussprüfer effizient bei der Planung und Erstellung von Carve-out-Abschlüssen einzubinden. Sind wir frühzeitig im Boot, können wir für ein kosteneffizientes Vorgehen sorgen und sicherstellen, dass die definierten Ziele und Meilensteines eingehalten werden

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