Accounting Transformation: Der Weg zu einem zukunftssicheren und kosteneffizienten Rechnungswesen

01 Juni, 2016

Die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen stellen viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Vor allem die Globalisierung, der Kostendruck und wachsende regulatorische Anforderungen, aber auch technologische Innovationen und Trends bewegen eine große Anzahl von ihnen dazu, ihre administrativen Funktionen und Prozesse neu zu organisieren. Im Interview erklären PwC-Partner Michael Suska und Director Christian Jöhnk, welche neuen Perspektiven sich für das Rechnungswesen in den kommenden Jahren ergeben werden und wie eine erfolgreiche Accounting Transformation gelingen kann.

Im Gespräch mit Michael Suska und Christian Jöhnk, Experten für Shared Service Center und Accounting Transformation

Welche aktuellen Themen bewegen die Unternehmen? Vor welchen konkreten Herausforderungen stehen Ihre Kunden?

Michael Suska: Viele Unternehmen planen derzeit, ihre administrativen Prozesse und Funktionen neu aufzustellen. Von diesem Vorhaben ist insbesondere das Rechnungswesen betroffen. Der Blick des Managements richtet sich dabei vor allem in die Zukunft. Sie erwarten vom Rechnungswesen in verstärktem Maße Informationen, die als Grundlage für in die Zukunft gerichtete Entscheidungen dienen. In diesem Bereich gibt es noch erheblichen Verbesserungsbedarf: Wie unsere PwC-Studie „Neue Wege für Finance“ zeigt, glauben 40 Prozent der Unternehmen, dass bestehende Mängel das Rechnungswesen daran hindern, sein volles Potenzial auszuschöpfen. Insgesamt gehen zwei Drittel der Befragten davon aus, dass die Qualitätsanforderungen an Unternehmensinformationen in den kommenden Jahren steigen werden. Darüber hinaus erwarten viele Unternehmen zusätzlich eine stärkere prozessuale Verzahnung mit anderen Funktionsbereichen, wie beispielsweise der Produktion oder dem Einkauf. Zusätzlich steht die Forderung nach stärkerer Standardisierung und Automatisierung auf der Agenda der Entscheidungsträger.

Wie begegnen die Unternehmen diesen Herausforderungen? Welche Trends sehen Sie im Rechnungswesen?

Christian Jöhnk: Unsere Erfahrung aus zahlreichen Transformationsprojekten zeigt, dass der Trend der Bündelung von Buchhaltungstätigkeiten an wenigen Standorten in Niedriglohnländern weiterhin anhält. Zusätzlich wird immer häufiger eine Globale Governance Organisation in der Buchhaltung etabliert. Sie garantiert durch geeignete Mechanismen, dass die Durchgriffsrechte in der Buchhaltungsorganisation sichergestellt werden und mehr Transparenz geschaffen wird. Ein weiterer Trend ist das Erreichen eines hohen Maßes an organisatorischer und prozessualer Standardisierung sowie die Nutzung von Automatisierungspotenzialen. Des Weiteren verlangt das Topmanagement verstärkt die nachhaltige Realisierung von Einsparpotenzialen und Qualitätsverbesserungen in der Buchhaltung. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der sowohl das Feedback der Mitarbeiter und Kunden als auch die Ziele des Managements und relevanter Best Practices berücksichtigt, ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg.

Unternehmen, die global aufgestellt sind, haben an ihren verschiedenen Standorten oft wenig einheitliche Prozesse und Strukturen. Welche strukturierte Vorgehensweise raten Sie Unternehmen, die sich neu aufstellen wollen?

Michael Suska: Der erste Schritt ist in jedem Fall die Frage: Wo steht meine Finanzfunktion derzeit? Aus der Analyse des Status quo lassen sich dann ein Zielbild und entsprechende Lösungsansätze ableiten, die die sechs Dimensionen: Organisation, Prozesse, Technologie, Mitarbeiter, Standorte und Dienstleistungsportfolio einschließen. PwC nutzt hierbei eine eigen-entwickelte Vorgehensweise, die wir an jedes Unternehmen individuell anpassen, um die speziellen Anforderungen unserer Kunden zu berücksichtigen. So entwickeln wir für jedes Unternehmen einen individuellen Plan – in kürzester Zeit.

Kosteneffizienz ist den Unternehmen ausgesprochen wichtig. Wie hoch sind die Einsparungen, die sich mithilfe einer Accounting Transformation erzielen lassen?

Christian Jöhnk: Durch die Bündelung der Buchhaltungsfunktionen sowie die Standardisierung und Automatisierung von Prozessen lassen sich regelmäßig Buchhaltungskosten in Höhe von 30 bis 40 Prozent einsparen. Unsere Projekte zeigen, dass sich Einsparungen in dieser Größenordnung von kleineren Unternehmen von 1 Milliarde Euro bis hin zu Großunternehmen im zweistelligen Milliardenumsatzbereich erzielen lassen. Diese Projekte amortisieren sich typischerweise innerhalb von zwei Jahren. Wichtig für unsere Kunden ist dabei aber nicht nur die Kosten zu senken, sondern auch die Qualität der Buchhaltung nachhaltig zu verbessern.

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Michael Suska

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