Flughäfen auf dem Weg zur „Airport City“: Digital Asset Management als kritischer Erfolgsfaktor

24 April, 2019

Je größer und komplexer das Bauvorhaben, desto höher das Risiko, dass das Projekt scheitert

Egal ob im Hochbau, der Verkehrsinfrastruktur oder im Energiesektor – immer wieder kommt es bei Großprojekten rund um den Globus zu massiven Schwierigkeiten bei der Abwicklung: Termine verzögern sich, das Budget läuft aus dem Ruder. Ein Muster lässt sich dabei erkennen: Je größer und komplexer ein Bauvorhaben ist, desto höher ist das Risiko, dass das Projekt scheitert.

Vor diesem Problem stehen auch Flughäfen, die vielerorts ihr Geschäftsmodell ausbauen und ganze Städte rund um den Flughafen errichten. Beim Bau der Airport Cities hat sich Digital Asset Management (DAM) als kritischer Erfolgsfaktor bewiesen.

Starkes Wachstum im Kerngeschäft und ein immer komplexeres Geschäftsmodell stellen Flughäfen vor steigende Herausforderungen im Bau

Die Fluggastzahlen sind in den vergangenen Jahren immens gestiegen. Der weltweite Warenverkehr nimmt ebenfalls stark zu. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen und bringt Flughäfen an ihre Kapazitätsgrenzen. Außerdem setzen Flughäfen rund um den Globus auf eine Erweiterung ihres Geschäftsmodells. Sie entwickeln sich zu ausgedehnten Einkaufszentren. Der Einzelhandel ist bei vielen Flughäfen inzwischen ein wichtiger Umsatztreiber. Auch für Unternehmen anderer Branchen werden Flughäfen zu einem attraktiven Standort. So entwickeln sich vermehrt Office Parks oder sogar medizinische Zentren auf dem Flughafengelände.

Die Folge: Zum einen steigen Anzahl und Vielfältigkeit der Großprojekte. Zum anderen werden die geplanten Bauprojekte immer größer, teurer und komplexer. Für viele Flughäfen sind diese Herausforderungen neu. Deshalb sind Organisation, Prozesslandschaft sowie bestehende Systeme in den meisten Fällen noch nicht auf die veränderten Anforderungen in der Projektentwicklung und -abwicklung ausgelegt. Aber nicht nur in der Projektphase nehmen die Hürden zu, auch die Betriebsführung einer steigenden Anzahl komplexer Assets muss bewältigt werden.

„Um diese Aufgaben zu meistern, sind umfangreiche Veränderungen auf unterschiedlichen Ebenen notwendig. Die Einführung eines Digital Asset Management-Systems ist dabei ein zentraler Erfolgsfaktor.“

Christian Elsholz, Experte für digitales Bauen bei PwC

Digital Asset Management in der Praxis: Fallstudie 

Die Situation: Hoher manueller Aufwand, wenig Durchblick

Einer unserer Kunden, ein europäischer Großflughafen, sah sich mit mehreren ambitionierten Bauvorhaben in den kommenden fünf bis zehn Jahren konfrontiert. Das Problem: Die Planung und Abwicklung der Großbaustelle war mit hohem manuellem Aufwand verbunden; es herrschte wenig Transparenz. Viele Insellösungen im Prozess führten zu Dateninkonsistenz und Strukturbrüchen im Projektverlauf.

Unser Ansatz: Implementierung eines DAM-Systems

Unsere Aufgabe war es, ein integriertes System für die Abwicklung baulicher Vorhaben über den gesamten Projektlebenszyklus zu entwickeln.

Auf Basis einer Ist-Analyse der aktuellen Systemumgebung definierten wir gemeinsam mit dem Kunden, was in einem zentralen System geschehen soll und was in Spezialsystemen verbleibt. Darauf aufbauend konfigurierten und implementierten wir eine integrierte Software für die Abwicklung großer Bauvorhaben.

Das Ergebnis ist ein Digital Asset Management-System (DAM), welches den gesamten Lebenszyklus baulicher Vorhaben abdeckt – von der ersten Projektidee bis in den Betrieb. Das DAM-System ist in die Systemlandschaft unseres Kunden integriert – vom ERP-System bis zur Spezialsoftware.

Das Projektergebnis: Höchstmaß an Transparenz

Das gesamte Projektteam kann nun im DAM-System alle relevanten Aufgaben im Projektverlauf ausführen. Im Fokus standen Vertragsmanagement, Änderungsmanagement, Ist-Kosten und Risikomanagement. Aber auch Planverwaltungen, Protokolle und Dokumentenmanagement wurden eingebunden. So haben wir die Integration aller Informationen im Projektverlauf an einem zentralen Ort ermöglicht. Das Ergebnis: Ein Höchstmaß an Transparenz für alle Projektbeteiligten.

Agile Methoden unterstützen bei der Einführung

Um den komplexen Herausforderungen solcher IT-Projekte gerecht zu werden, hat sich die agile Methodik Scrum als sinnvolles Instrument für die Umsetzung bewährt. In dem genannten Fallbeispiel haben wir die benötigten Funktionalitäten in Form von Sprints konfiguriert und im Anschluss erfolgreich in den Live-Betrieb überführt. Diese Methodik in Verbindung mit der Branchenerfahrung der PwC Experten bei komplexen Bauprojekten unterstützt die erfolgreiche Einführung digitaler Lösungen wie Digital Asset Management-Systemen.

Implementierung eines Digital Asset Managements in vier Sprints

Sprint 1 – Projektgrundlagen

Mehrwert für den Kunden:

  • Reduzierter Zeitaufwand durch einheitliche Analysephase
  • Erhöhte Prozess-Compliance
  • Hohe Transparenz über kommende Projekte
  • Verbesserte Planung mit Zukunftsblick
  • Verbesserte Ressourcen- und Finanzprognosen
  • Gesteigerte Nachvollziehbarkeit und Nachverfolgbarkeit der Projektentwicklung
  • Früherkennung von konfliktären Vorhaben

Sprint 2 – Kostenplanung

Mehrwert für den Kunden:

  • Integration aller Projektbeteiligten
  • Effizienz in der Planung durch Aufgaben und Freigaben im System
  • Nachvollziehbarkeit der Projektentwicklung im zeitlichen Verlauf
  • Transparenz in der Kostenentwicklung während der Planung

Sprint 3 – Kostenverfolgung

Mehrwert für den Kunden:

  • Transparenz im Projektverlauf
  • Nachvollziehbarkeit der Prognose- und Projektentwicklung
  • Integration in Systemlandschaft führt zu einer durchgehenden, gemeinsamen Datengrundlage
  • Eliminierung von Insellösungen und manuellen Kostenverfolgungen
  • Systemische Verbindung von Verträgen, Ist-Kosten, Änderungen und Prognose

 

Sprint 4 – Dokumentation

Mehrwert für den Kunden:

  • Projektdokumentation entsteht Großteils automatisch im System
  • Automatische Ablage im integrierten Dokumentenmanager
  • Herkunft und Entstehung eines Dokumentes ist nachvollziehbar
  • Planverwaltungen inkl. Freigabe und Ablage im System
  • Behördenverfahren inkl. Fristen, Freigabe und Ablage im System
  • Alle Dokumente sind mit Projekt und betroffenem Asset verbunden
  • Projektdokumentation ist bereit für Übergabe in Betrieb

Digitale Lösungen als Erfolgsfaktor für Planung und Abwicklung von Bauvorhaben

Unsere Erfahrung in der Auswahl und Einführung digitaler Lösungen zeigt, dass Potenziale zur Effizienzsteigerung insbesondere in folgenden Bereichen liegen:

  • Steigerung der Datenqualität und Transparenz im Projektverlauf 
  • Einhaltung der definierten Projektmanagement-Prozesse 
  • Bereitstellung der benötigten Dokumentation für die Betriebsführung 
  • Schaffung einer Basis zur kontinuierlichen Verbesserung

Contact us

Christian Elsholz

Christian Elsholz

Partner, Compliance, Capital Projects & Infrastructure, PwC Germany

Tel.: +49 40 6378-1980

Martin Zündorf

Martin Zündorf

Manager PwC Capital Projects & Infrastructure, PwC Germany

Tel.: +49 211 981-1552

Follow us