Markt für IT-Outsourcing bleibt auf Wachstumskurs

05 Februar, 2015

Die Digitalisierung ist für IT-Dienstleister Chance und Herausforderung zugleich. Cloud Computing, Mobility oder Big Data sind für die Anbieter zukunftsträchtige Wachstumsfelder – in keinen anderen Bereich investieren sie mehr. Die PwC-Studie „IT-Sourcing – die Perspektive der Anbieter“ untersucht, wie sich IT-Dienstleister jetzt und in Zukunft positionieren, wie sie die Zusammenarbeit mit ihren Kunden bewerten und wo sie Verbesserungspotenzial sehen.

Im Mittelpunkt steht die Sicht der Dienstleister und nicht – wie sonst bei IT-Outsourcing-Studien üblich – die Perspektive der Kunden. PwC befragte mehr als 50 Führungskräfte und Verantwortliche von führenden IT-Outsourcing-Unternehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden zu den Trends bei einzelnen IT-Gewerken, zu Entwicklungen in den einzelnen Branchen und zur Zusammenarbeit mit ihren Kunden. Dabei untersucht die Studie zahlreiche Aspekte: Angefangen von der Frage, welche IT-Services künftig ausgelagert werden über das Potenzial, das die Standardisierung bei einzelnen Gewerke bietet, bis hin zur Praxis von Ausschreibungen bei IT-Projekten. In einem Punkt besteht große Einigkeit: Die befragten Anbieter sehen einen weiter wachsenden IT-Outsourcing-Markt und wollen ihr Personal aufstocken, um die vielfältigen Herausforderungen in Zukunft zu bewältigen.

Bereits schon heute sehen sich rund 80 Prozent der befragten Anbieter als Cloud-Computing-Anbieter. Sie wollen diese Rolle in Zukunft weiter ausbauen. Aus Sicht der IT-Dienstleister haben sich Cloud-Services am Markt durchgesetzt. Dabei hat sich das Risiko, auf unreife Technologie zu setzen, mittlerweile in ein Risiko verwandelt, den Anschluss zu verlieren. Die IT-Dienstleister wollen sich in Zukunft verstärkt als Innovationstreiber positionieren, wie die Grafik zeigt.

 

 

Outsourcing senkt Kosten

Ein wesentliches Ziel beim IT-Outsourcing ist nach wie vor die Reduktion von Kosten. Das größte Potenzial im Hinblick auf Nachfrage und Umsatz bieten die Cloud-Services, die für Business Process Operating (BPO) typischen Prozesse und die Service Integration. Dabei handelt es sich um die neueren Gewerken in der Outsourcing-Historie.

Kriterien bei der Wahl des Anbieters

Aus Sicht der IT-Dienstleister ist das wichtigste Kriterium der Kunden für die Auswahl eines Anbieters die Qualität der Dienstleistungen. Als weitere wichtige Faktoren nennen sie relevante Referenzprojekte sowie die Skalierbarkeit der Services. Dies ist ein Unterschied zur Kundensicht aus der IT-Sourcing-Studie 2012: Die Kunden wählten ebenfalls Qualität als wichtigstes Entscheidungsmerkmal, gefolgt jedoch von Preis und Cultural Fit.

Ausschreibungen mit Optimierungspotenzial

Die Anbieter sind in vielen Punkten unzufrieden mit der Ausschreibungspraxis. Sie sehen vielfältige Ansatzpunkte, um die Verfahren in Zukunft zu vereinfachen. Immerhin ein Drittel der Anbieter steigt wegen der Komplexität sogar aus laufenden Ausschreibungen aus. Als Gründe dafür nennen sie zum Beispiel den unzureichenden Zugang zum Management. Weniger Bürokratie und kürzere Entscheidungswege können nach Auffassung der Anbieter die Ausschreibungen deutlich vereinfachen.

Anbietersteuerung bedarf Managementkompetenz

Wenn Unternehmen IT-Funktionen auslagern, verbleiben IT-Aufgaben im Haus, die bei der Retained Organisation angesiedelt sind. Eine ihrer zentralen Aufgaben besteht darin, die Dienstleister strategisch und operativ zu steuern. Dafür sind neben IT-Know-how auch Erfahrungen im Management unerlässlich. Nach Einschätzung der Anbieter sind allerdings viele der Retained Organisationen unreif. Häufig lässt aus Sicht der Dienstleister die Qualität des Personals beim Kunden zu wünschen übrig.

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Jörg Hild

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