Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: So sieht die Finanzfunktion der Zukunft aus

31 März, 2014

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigen die Ansprüche an die Finanzfunktion: Sie soll die Unternehmensführung mit wichtigen Informationen versorgen, Wachstumschancen aufzeigen und Risiken frühzeitig erkennen. Kurzum: Dem Unternehmen einen strategischen Vorteil verschaffen. Gleichzeitig soll sie das gestiegene Informationsbedürfnis aller Stakeholder erfüllen und kosteneffizient arbeiten. Eine PwC-Analyse zeigt, wie dieser Spagat gelingen kann und zeichnet ein Bild der Finanzfunktion der Zukunft.

„Der CFO und die Finanzfunktion spielen bereits heute eine wichtige Rolle für den Erfolg eines Unternehmens. Ihr Einfluss wird perspektivisch noch zunehmen“

Martin Petry, Global Finance Leader bei PwC

Die Analyse “Finance matters. Finance function of the future” entwirft ein konkretes Bild, wie die Finanzfunktion im Jahr 2030 aussehen kann.

Der Fokus liegt auf den folgenden vier Kernaufgaben:

Orientierung bieten

Die Finanzfunktion wird sich verstärkt auf Analysen konzentrieren, um strategische Entscheidungen vorzubereiten. Die Reporting-Prozesse werden zunehmend flexibel, dynamisch und automatisiert ablaufen; Analysen und Prognosen auf Knopfdruck zur Verfügung stehen. Neue Technologien wie Big Data und Cloud Computing werden dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Vermitteln und kommunizieren

Die Finanzfunktion wird zukünftig als Vermittler auftreten und mit einem großen Kreis an Stakeholdern kommunizieren. Sie wird den Austausch und Dialog mit Kunden, Zulieferern und anderen Interessensgruppen forcieren, um die gestiegenen Informationsbedürfnisse zu erfüllen.

Die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens stärken

Die Finanzfunktion der Zukunft wird Analysen erstellen, die das Unternehmen vor internen und externen Unwägbarkeiten schützen. Dazu gehören eine vorausschauende Risiko-Analyse, kluges Risiko-Reporting und Strategien zur Risiko-Vermeidung.

Den Austausch innerhalb des Unternehmens fördern

Die künftige Finanzfunktion wird dazu beitragen, das Silo-Denken zwischen Funktionen und Abteilungen zu überwinden und für einen engen Austausch sorgen. Das Reporting wird automatisiert ablaufen; Spreadsheets gehören der Vergangenheit an.

Im Gespräch mit Martin Petry, Global Finance Leader von PwC, zur Zukunft der Finanzfunktion

Die Anforderungen an die Finanzfunktion steigen: Sie soll die Grundlage für strategische Entscheidungen legen, informieren und kommunizieren, Risiken erkennen. Wie kann sie diesen Spagat schaffen?

Martin Petry: Um auch in Zukunft relevant zu bleiben, muss die Finanzfunktion sich wandeln. Neue Technologien wie Big Data werden dafür sorgen, dass sich die Finance-Mitarbeiter stärker auf den Aspekt der Analyse fokussieren können. Die Datensammlung wird zunehmend automatisiert ablaufen. Dadurch entstehen Freiräume, die der CFO nutzen kann, um sich auf die Kommunikation mit den Stakeholdern, das Risiko-Management und das Performance Management zu konzentrieren.

Wo liegen denn die Defizite der heutigen Finanzfunktion?

Petry: In den meisten Firmen verbringen die Finance-Mitarbeiter zwei Drittel ihrer Zeit damit, Daten zu sammeln. Nur ein Viertel ihrer Arbeitszeit investieren sie darin, der Unternehmensführung Einsichten und Analysen zu liefern. Interne Kontrollen werden zu 90 Prozent noch manuell durchgeführt. Das integrierte Reporting, das verschiedene Interessensgruppen fordern, steckt noch in den Kinderschuhen. Der Fokus liegt noch immer auf dem Jahresbericht und dem Austausch mit den Investoren.

Wie wird die Finanzfunktion im Jahr 2030 aussehen?

Petry: Vermutlich wird es die Finanzfunktion, wie wir sie heute kennen, in 15 oder 20 Jahren nicht mehr geben. Im Jahr 2030 werden Unternehmen ihre Zahlen in Echtzeit an ihre Stakeholder kommunizieren. Alle Berichte werden automatisch auf Betrug, fälschliche Darstellungen oder Kapitallücken gescannt. Neue Technologien wie Big Data und Cloud-Dienste werden zum normalen Alltag gehören.

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Martin Petry

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