Wie Ideen aus Start-ups zu Produkten im Unternehmen werden

18 August, 2017

Grundsätzlich können große wie kleine Unternehmen verschiedene organisatorische Strukturen nutzen, um sich mit Start-ups besser zu vernetzen und zusammenzuarbeiten.

Von außen betrachtet sind die gängigsten Plattformen Innovations Labs, Inkubatoren und Acceleratoren.Offene Co-Working Spaces (wie Mindspace, Betahaus, WeWork, Factory, etc.) bieten zudem Unternehmen die Möglichkeit, Ideen und Impulse von Start-ups aufzunehmen – sich von ihrem Gründergeist und Mindset anstecken zu lassen. Dabei ist zum einen entscheidend, dass sich die Unternehmen öffnen, d.h. dass sie den Start-ups Zugang zum eigenen Kundennetzwerk und zu hilfreichen Informationen und Daten ermöglichen.

Damit die Ideen von Start-ups auf “fruchtbaren” Boden in einem Unternehmen treffen, bedarf es eines gut aufgestellten und intern gut vernetzten Innovationsmanagements. Dazu braucht es auch Verantwortlichkeiten und Ansprechpartner an den wichtigen Schnittstellen des Unternehmens, die Innovationsthemen in den jeweiligen Unternehmensbereichen aufnehmen und gemeinsam mit den Start-ups vorantreiben und nachhaltig steuern. Es ist zu erkennen, dass viele Unternehmen bis heute noch nicht die richtigen Strukturen intern geschaffen haben, um Innovationen in ihr Geschäftsmodell zu integrieren. Inkubatoren bieten Unternehmen dafür eine geeignete Plattform, um diese Innovationsprozesse zu steuern und gleichzeitig neue Ideen vor tradierten Strukturen der Legacy-Organisation zu schützen.

Das “richtige Modell” für Unternehmen und Start-ups hängt maßgeblich von den strategischen Zielsetzungen beider Seiten ab.

Aus Unternehmensperspektive ergeben sich zwei Blickwinkel: Liegt der Innovationsfokus auf dem eigenen Kerngeschäft, sollte eine enge Kooperation auf Augenhöhe mit den Start-ups angestrebt werden, da hier die gemeinsame Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen im Mittelpunkt steht. Liegt der Innovationsfokus außerhalb des Kerngeschäfts, können Unternehmen durch die Akquise und Integration von Start-ups den Zugang zu innovativen Lösungen erlangen, die sie mit eigenen Mitteln nicht erreichen können. Für Start-ups in der Frühphase bieten Kooperationen mit Unternehmen ein optimales Umfeld, um innovative Produkte und Lösungen zu testen und gemeinsam mit dem Partnerunternehmen zu entwickeln. Für Start-ups mit einem höheren Reifegrad kann das Integrationsmodell wiederum attraktiver sein, da hier der Zugang zu dem vorhandenen Ökosystems des Unternehmens im Mittelpunkt steht.

In Großkonzernen ist eine Sensibilisierung für die Zusammenarbeit mit Start-ups zu erkennen. Allerdings fehlt es hier im Hinblick auf das eigene Kerngeschäft oftmals an dem Zugang zu den wirklich relevanten Start-ups. Dafür braucht es nicht unbedingt den Blick in Richtung Silicon Valley. Mittlerweile hat sich auch die Gründerszene in Deutschland rasant entwickelt. Vor allem in Berlin, München, Frankfurt und Hamburg haben sich innovative Ökosysteme angesiedelt. Es geht nun darum, den Großunternehmen die Verbindung zu diesen Ökosystemen herzustellen und an den richtigen Stellen zu vernetzen. Dazu ist die Bereitschaft oftmals noch zu gering ausgeprägt. Man muss sich öffnen und andere Ideen von außen zulassen. Das ist auch immer mit einem Stück „loslassen“ und „Kontrolle abgeben“ verbunden. Damit hat mancher Manager sein persönliches Problem.

Großkonzerne müssen den Start-ups ihr Netzwerk öffnen und ihre Expertise zur Verfügung stellen um gemeinsam an Innovationen und Produkten zu arbeiten. Zugleich können Unternehmen von der Arbeits- und Denkweise von Start-ups lernen und den eigenen Kulturwandel vorantreiben. Es geht nicht um ein Eingreifen, sondern darum, dass beide Seiten voneinander lernen und profitieren. Das gelingt nur, wenn man die Logik des Start-ups verstehen will. Deren Kultur und die Persönlichkeit des Gründerteams müssen erhalten bleiben, wenn man als Großunternehmen erfolgreich von ihnen profitieren will. Das gelingt nur mit akzeptieren und nicht durch lenkendes Eingreifen.

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