European Private Business Survey 2018

Was bewegt den europäischen Mittelstand, was deutsche Familienunternehmen? Und wo drückt der Schuh? 2.447 Unternehmer aus Europa, 371 aus Deutschland, geben Antworten.

Die deutsche Wirtschaft floriert, wie lange noch? Es gibt viel ungenutztes Potenzial!

Der Fachkräftemangel bremst das europäische Wirtschaftswachstum und wird zu einem immer größeren Problem für den Mittelstand. Und nicht nur der: die teils überhandnehmende Regulierung und Bürokratie, der schleppende Ausbau der digitalen Infrastruktur, die Unsicherheiten durch den Brexit und zunehmender Protektionismus belasten mittelständische Gesellschaften. Trotzdem blicken sie optimistisch in die Zukunft. Wie und wo wollen sie wachsen? Wo besteht Handlungsbedarf?
PwC hat für den European Private Business Survey 2.447 Unternehmer aus 31 europäischen Ländern befragt, darunter 371 deutsche. 
 

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Wirtschaftliche Lage und Ausblick

Der deutsche Mittelstand ist in Top-Form: 97 Prozent der deutschen Unternehmer bewerten ihre Geschäftslage als stabil. Doch ihr Optimismus schwindet: Nur 59 Prozent erwarten eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage, EU-weit sind es 65 Prozent. Am besten wird die wirtschaftliche Entwicklung im Heimatmarkt eingeschätzt (49 Prozent erwarten Wachstum in den nächsten 12 Monaten). Mit Blick auf Europa und das weltweite Wachstum sind Unternehmer deutlich kritischer (36 Prozent vs. 26 Prozent). Dies gilt auch für die Mehrheit der Unternehmer aus Europa. Die südlichen EU-Länder wie Spanien und Italien sind hingegen zuversichtlicher hinsichtlich der Entwicklung in der EU, Unternehmer in Großbritannien sehen mehr Wachstumspotenzial auf internationalen Märkten.

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Wachstumsstrategie

Um ihre Wachstumsziele zu erreichen, konzentrieren sich mittelständische Unternehmen in Deutschland auf die Erweiterung des Produkt- und Leistungsportfolios (43 Prozent) und inländisches Wachstum (40 Prozent). Dass Digitalisierung erst an dritter Stelle der zentralen Wachstumsstrategien genannt wird (38 Prozent), zeigt, dass viele Mittelständler ihre disruptiven Auswirkungen unterschätzen. Auf EU-Ebene liegt die Bedeutung der Digitalisierung für die Wachstumsstrategie jedoch noch niedriger, bei 31 Prozent. 

Die deutschen Nachbarländer sind bei der Digitalisierung aber deutlich weiter: In Österreich (45 Prozent), der Schweiz (47 Prozent) und den Niederlanden (52 Prozent) wird sie als wesentlich wichtiger eingeschätzt. An der Spitze der europäischen Länder steht Norwegen mit 55 Prozent, am unteren Ende Slowenien und Slowakei (beide 11 Prozent) und Kroatien (8 Prozent). Im internationalen Wettbewerb drohen diese Unternehmen, den Anschluss zu verlieren. Auch deutsche Unternehmen sind gefordert.

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Risiken

Der Fachkräftemangel ist das größte Wachstumsrisiko für deutsche Mittelständler. Alleine in Deutschland führt der der Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften zu einem Verlust von knapp 65 Milliarden Euro jährlich, was 2,2 Prozent des deutschen BIPs entspricht. EU-weit verursacht dieser 324 Mrd. € oder das jährliche BIP von Portugal, Ungarn und Kroatien zusammen! Weitere zentrale Risiken sind die Regulierung und Bürokratie – in Deutschland (46 Prozent) und der EU (45 Prozent). Deutschen Unternehmen macht zudem der zögerliche Ausbau der digitalen Infrastruktur zu schaffen. Fast 44 Prozent der befragten Unternehmen bemängeln den Breitbandinternetzugang (EU31: 26 Prozent). 

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Brexit

Eine Ironie des Brexit-Votums, das vor allem auf die Beendigung der EU-Vorschriften ausgerichtet war: Selbst mittelständische Unternehmen aus Großbritannien schätzen die heimische Bürokratie und Regulierung als größere Bedrohung für ihr Unternehmen ein als die Bürokratie und Regulierung innerhalb der EU (35 Prozent gegenüber 25 Prozent). Dies gilt auch für Länder wie Italien (49 Prozent gegenüber 20 Prozent) und Ungarn (36 Prozent gegenüber 17 Prozent).
Welche Auswirkungen der Brexit auf ihr Unternehmen haben wird, ist für viele mittelständische Betriebe in Europa mit Fragezeichen behaftet. Große Sorgen machen sie sich aber nicht. Nur 30 Prozent der deutschen Unternehmer befürchten negative Auswirkungen – und es gibt sogar einige Länder, die sich durch den Brexit Chancen ausrechnen. Allen voran die Türkei.

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„Für mittelständische Unternehmen ist die zunehmende Regelungsdichte ein zentrales Problem. Im Vergleich zu Großkonzernen sind Umsetzungen wie die der Datenschutzgrundverordnung für den Mittelstand ein Kraftakt.“

Dr. Peter Bartels, Vorstand Familienunternehmen und Mittelstand, PwC Europe

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