Gemischte Geschäftsführung: Wie Teamwork an der Spitze gelingt

17 Mai, 2016

Sie vertreten neue Sichtweisen und bringen Know-how in das Unternehmen ein, können aber auch zur Konkurrenz auf höchster Ebene werden: Fremdmanager in Familienunternehmen. Wie gut funktioniert die Zusammenarbeit? Was sind die Erfolgsfaktoren für gemischte Geschäftsführungsteams? Worauf kommt es bei der Auswahl der externen Manager an? Diesen Fragen geht die Studie „Gemischte Geschäftsführungsteams in Familienunternehmen“ nach, die PwC gemeinsam mit der INTES Akademie für Familienunternehmen und dem Wittener Institut für Familienunternehmen veröffentlicht hat.

Die meisten Familienunternehmen werden bereits von einem Team aus internen und externen Managern geleitet. Die Frage, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit in der gemischten Geschäftsführung gelingen kann, ist in der Wissenschaft bislang aber vernachlässigt worden. Diese Forschungslücke schließt die PwC-Studie, für die 163 Familienunternehmen mit langjähriger Erfahrung in der Zusammenarbeit befragt wurden.

„Wir haben festgestellt, dass externe Manager mit ihren Kompetenzen und ihrem Blick von außen den ,Inhaberbonus’ der Familie sehr gut ergänzen können“, sagt Dr. Peter Bartels, PwC-Vorstandsmitglied und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand. So sind 90 Prozent der Familienunternehmen mit der Zusammenarbeit zufrieden; 77 Prozent bestätigen, dass die Fremdmanager das Vertrauen, das in sie gesetzt wird, auch verdienen. Teamwork zählt: 70 Prozent der Geschäftsführer arbeiten eng mit den Kollegen zusammen und fordern deren persönlichen Beitrag auch ein.

Weitere Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • Die Kompetenz zählt: Wichtigstes Motiv für die Einstellung von Fremdmanagern ist der Ausbau fachlicher Expertise, wie 73 Prozent der Befragten bestätigen. Weitere Gründe: die Professionalisierung des Unternehmens (53 Prozent) und ein stärkeres Wachstum (49 Prozent).
  • Die Rollen sind klar verteilt: Die Ausrichtung des Unternehmens bestimmt der interne Geschäftsführer, er hält in der Regel auch die Entscheidungshoheit. Bereiche wie Finanzen und Controlling übernimmt meistens der externe Geschäftsführer.
  • Konflikte durch starke Charaktere: Die Mehrheit der Studienteilnehmer bestätigt, dass bei ihnen eine offene und konstruktive Streitkultur herrscht. Zu Konflikten kommt es vor allem dann, wenn Persönlichkeiten aufeinanderprallen: 54 Prozent geben an, dass dies „häufiger“ oder „gelegentlich“ vorkommt.
  • Der „Fit“ entscheidet: Die Unternehmerfamilien wählen den externen Manager, der am besten zum familieninternen Geschäftsführer passt, wie 91 Prozent bestätigen.
  • Weiche Faktoren führen zum Erfolg: Auf Seiten des internen Geschäftsführers kommt es darauf an, dass er dem externen Kollegen auf Augenhöhe begegnet. Für den Fremdmanager zählt, dass er sich mit den Werten der Unternehmerfamilie identifizieren kann.

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Uwe Rittmann

Leiter Familienunternehmen und Mittelstand, PwC Germany

Tel.: +49 211 981-1998

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