Handlungsempfehlung für smarte Städte

29 Mai, 2017

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Die Digitalisierung der Mobilität frühzeitig angehen. Klare Position beziehen und strategische Weichen stellen. All das kann sich langfristig positiv auf die Stadtentwicklung auswirken. Selbst aktiv mitgestalten sollte unbedingter Wille von Kommunalpolitik, Kommunalverwaltung und öffentlichen Verkehrsunternehmen sein. Wir geben sieben Handlungsempfehlungen.

1. Digitale Mobilität aktiv voranbringen

Eine Stadt muss bei der Digitalisierung der Mobilität im Interesse von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen vorangehen – für weniger Emissionen und Lärmaufkommen, reduzierte Kosten und mehr Effizienz im ÖPNV sowie mehr Attraktivität im Wettbewerb um Ansiedlungen und Talente. Gefragt ist eine beherzte Digitalstrategie, die alle Smart-City-Bereiche umfasst. Dabei gilt es, sich auch an den Vorbildern außerhalb Deutschlands zu orientieren, weil bislang keine deutsche Stadt als Vorreiter überzeugt.

2. Datenplattformen schaffen

Smarte Städte benötigen eine zentrale, öffentliche Datenplattform, die den Bereich Mobilität einschließt und von der Kommune bereitgestellt wird. Das ermöglicht der Stadt eine privilegierte Stellung im Umgang mit Daten sowie bei deren Nutzung und Bereitstellung an private und öffentliche Stakeholder. Daraus ergeben sich neue Geschäftsmodelle am Standort oder auch für die Kommune selbst. Datenplattformen sind eine wertvolle Quelle für Wissenschaft und Talente.

3. Sharing nutzen

Sharing hat sich bereits etabliert. Nun geht es darum, es für Stadt und ÖPNV besser zu nutzen. Kommunen sind als Gestalter bei der Einbindung der Angebote in den öffentlichen Verkehr gefragt. Außerdem muss Sharing für die Digitalisierung der Mobilität als Ganzes eingesetzt werden: Kommunen können es zur Auflagenpraxis machen, dass sie durch ihre bereitgestellte Datenplattform an den Sharing-Daten der privaten Anbieter partizipieren. Mittelfristig sind auch Formen finanzieller Beteiligung der Kommunen denkbar.

4. E-Mobility fördern

Kommunen können steuern und sollten das auch tun. Um emissionsbedingte Fahrverbote weitestgehend auszuschließen, müssen drastische Angebote der Bevorzugung für E-Mobility entwickelt werden. Dabei gilt es, deutliche Vorteile bei der Nutzung von E-Fahrzeugen zu bieten, beim Parken und Laden bis zur attraktiven privaten und gewerblichen Nutzung. Dies gilt beispielsweise für die volle Ausschöpfung der Stellplatzverordnung oder der Ausweitung von Lieferzeiten für elektrisch betriebene Zulieferungen.

5. Vorbild bei Ladeinfrastruktur sein

Die Städte sollten Vorbild, Unterstützer und Anreizgeber in Sachen E-Mobilität sein und Ladesäulen öffentlichkeitswirksam installieren, zum Beispiel in zentralen, noblen Einkaufsstraßen. Obgleich der Aufbau der Ladeinfrastruktur durch private und gewerbliche Partner geleistet werden muss, ist die Kommune wichtiger Unterstützer und Ansprechpartner, zusammen mit öffentlichen Ämtern und Versorgern.

6. ÖPNV weiterentwickeln

Als kommunales Unternehmen muss der ÖPNV einen radikalen Wandel vom reinen Beförderer zum digitalen Dienstleistungsunternehmen und Mobilitätsmanager vollziehen. Datenkompetenz wird zur zentralen Fähigkeit und Priorität. Es geht um Echtzeitdaten zur Optimierung von Strecken und Auslastungen sowie digitale Kompetenz bei Produkt und Vermarktung. Der Schwerpunkt verschiebt sich vom eigenen Angebot zur Vermittlung eigener und fremder Mobilitätsdienstleistungen.

7. Autonomes Fahren pilotieren

Mitgestalten statt Spielball der rasanten Entwicklung sein: Autonomes Fahren muss jetzt Teil der Digitalstrategie und der Infrastrukturplanung werden. Pilotprojekte in den Städten müssen vorangetrieben, Ziele für den Infrastrukturausbau entwickelt und verankert werden. Auf Basis dieser Erfahrung können Kommunen glaubhaft Position beziehen und mitgestalten, autonome Lieferverkehre werden schon bald zu einem wichtigen Standortfaktor.

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Felix Hasse
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Michael Jahn
Leiter Kompetenzteam Smart Cities, PwC Germany
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