Mit LED-Technologie Kosten für Straßenbeleuchtung weiter senken

19 Februar, 2015

PwC-Studie zur Straßenbeleuchtung: Anteil von Leuchtdioden (LEDs) steigt auf elf Prozent / Energiekosten sanken um 90 Millionen Euro pro Jahr weitere Einsparungen in ähnlicher Höhe möglich / Modernisierungsbedarf: Straßenleuchten in Deutschland im Durchschnitt 20 Jahre alt / Kostentreiber sind Energieverbrauch und Betriebsführung

Frankfurt, 19. Februar 2015

Leuchtdioden erobern den öffentlichen Raum: Bei der kommunalen Straßenbeleuchtung hat sich der Anteil von LED-Leuchten innerhalb von vier Jahren verzehnfacht, im Jahr 2014 lag er bei elf Prozent. Das ist ein Ergebnis der Studie „Straßenbeleuchtung im Energiesparmodus?“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die bundesweit 156 Städte und Gemeinden befragt wurden. „Die LED-Technologie birgt für den öffentlichen Haushalt ein enormes Einsparpotenzial“, sagt Christian Liebaug, Partner bei PwC im Bereich öffentlicher Sektor. Der wachsende LED-Anteil macht sich schon jetzt positiv bemerkbar: Verbrauchte ein Lichtpunkt im Jahr 2010 im Schnitt 340 Kilowattstunden pro Jahr, waren es 2014 nur noch 300 Kilowattstunden. Das entspricht einer Reduktion von zwölf Prozent. Hochgerechnet auf die rund neun Millionen Lichtpunkte, die in Deutschland betrieben werden, ergaben sich so bei Kosten von 25 Cent pro Kilowattstunde Einsparungen von 90 Millionen Euro jährlich. Bei einem vermehrten Einsatz von LED-Leuchten und einem durchschnittlichen Verbrauch von nur noch 240 Kilowattstanden pro Lichtpunkt bundesweit ließen sich jährlich weitere 135 Millionen Euro sparen.

EU-Richtlinien erzwingen Austausch alter Leuchtmittel

Die Kommunen stehen mit ihrer Straßenbeleuchtung, die zu den hoheitlichen Aufgaben der Städte und Gemeinden im Sinne der Daseinsvorsorge zählt, mehr und mehr unter Zugzwang: Ab dem 13. April 2015 verschwinden Quecksilberdampflampen gemäß der EU-Ökodesign-Richtlinie nach und nach aus dem Handel. Sie machen aber durchschnittlich noch 18 Prozent des Bestands aus und müssen schrittweise durch andere Technologien ersetzt werden. Diese „Restbestände“ sind innerhalb der Kommunen sehr ungleich verteilt: Fast die Hälfte der Städte und Gemeinden (48 Prozent) hat keinen oder nur noch einen geringen Anteil von weniger als fünf Prozent. Demgegenüber machen Quecksilberdampflampen aber in jeder zehnten Gemeinde noch mehr als die Hälfte des Bestands aus.

Unterm Strich ist die öffentliche Beleuchtung in Deutschland veraltet: Die Leuchten sind im Durchschnitt seit 20 Jahren in Betrieb und entsprechend wartungsintensiv. Neben dem zu hohen Energieverbrauch (52 Prozent der Kosten) erweist sich deshalb die Betriebsführung, zu der die Wartung und Instandhaltung zählen, als Kostentreiber. Auf sie entfällt gut ein Viertel der Gesamtkosten für die öffentliche Beleuchtung.

Investitionen bestätigen Akzeptanz von LEDs

Geht es um den Austausch alter Lampen, setzen etwa drei Viertel der Städte und Gemeinden zunehmend auf Leuchtdioden: Mehr als die Hälfte der Kommunen (55 Prozent) investierten in den vergangenen vier Jahren überwiegend in die Anschaffung von LED-Leuchten, weitere 23 Prozent taten dies vermehrt. Die anfängliche Skepsis, ob diese Technik genügend ausgereift ist, hat sich inzwischen gelegt. Waren Leuchtdioden zunächst nur in Anliegerstraßen und Wohngebieten zu finden, werden sie heute zunehmend auch entlang von Hauptverkehrsstraßen eingesetzt.

An einem noch stärkeren Einsatz von LED-Leuchten hindern viele Kommunen nach wie vor hohe Investitionskosten (2014: 84 Prozent, 2010: 82 Prozent). Eine weitere Hürde bleibt die Ungewissheit über die langfristige Wirtschaftlichkeit (2014: 45 Prozent, 2010: 54 Prozent). „Nach unseren Erfahrungen kann sich die Anschaffung von Leuchtdioden bereits in fünf bis acht Jahren amortisieren. Es kommt natürlich jeweils darauf an, in welchem Zustand sich die Anlagen insgesamt befinden, welche zusätzlichen Kosten beispielsweise durch das Erneuern ganzer Lichtpunkte inklusive Mast und Kabel entstehen oder welche Folgekosten im Betrieb anfallen. Deshalb ist es ratsam, im Vorfeld alle Kostenkomponenten zu analysieren und darauf aufbauend eine maßgeschneiderte Lösung zu entwickeln", erläutert Gerrit Birkemeyer, PwC-Experte für kommunale Energieversorgung und Straßenbeleuchtung.

Weitere Einsparpotenziale ausschöpfen

Das Einsparpotenzial, das die Straßenbeleuchtung birgt, ist noch lange nicht ausgeschöpft: Die Vorreiter unter den Städten und Gemeinden erreichen heute schon niedrige durchschnittliche Verbrauchswerte von 240 Kilowattstunden pro Lichtpunkt und Jahr. Auf ganz Deutschland bezogen entspräche das einer weiteren jährlichen Kostenreduktion von 135 Millionen Euro. Der flächendeckende Einsatz von LED-Leuchten würde nach den Berechnungen von PwC deutschlandweit zusätzlich 90 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Weitere Effekte in ähnlicher Höhe ergeben sich aus einer intelligenten, bedarfsgerechten Steuerung während der Nacht.

Nahezu alle befragten Städte und Gemeinden (97 Prozent) sehen Einsparungen bei der Beleuchtung ihrer Straßen als wichtig an. Drei Viertel erachten die Kostensenkung als oberstes Ziel, vor der Steigerung der Effizienz (58 Prozent) und der Erneuerung und Modernisierung (49 Prozent). Auch der Handlungsbedarf ist erkannt: rund 40 Prozent der Kommunen geben an, dass sie Einsparpotenziale bislang "eher schlecht" bis "schlecht" ausnutzen.

Experten empfehlen ein umfassendes Modernisierungskonzept

„Kommunen sind gut beraten, das Thema Straßenbeleuchtung umfassend anzugehen und die Situation als Chance zu nutzen, um langfristig Ausgaben zu senken“, empfiehlt Birkemeyer. „Dazu ist eine detaillierte Bestandsaufnahme nötig, die nicht nur die Straßenbeleuchtung selbst, sondern auch Betriebskonzepte und Finanzierungsmodelle einschließt. Das Gesamtkonzept kann Förderprogramme, KfW-Kredite oder alternative Finanzierungsmodelle wie ein Energieeinspar-Contracting beinhalten.“

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