Berlin: weit mehr als Start-up-Metropole

19 Mai, 2017

Hauptstadt gilt als attraktiver Arbeitsort / Start-up Szene beliebter als traditionelle Branchen / Gehaltsniveau gilt als niedrig / Anstieg der Arbeitsplätze erwartet

Berlin, 19. Mai 2017

86 Prozent der Berliner unter 30 Jahren sehen ihre Stadt als attraktiven Arbeitsort. Aber auch bei älteren Befragten kommt Berlin gut an: Insgesamt bewerten 81 Prozent Berlin als attraktiv. Passende Jobangebote finden mit 86 Prozent allerdings besonders jüngere Arbeitnehmer. Bei den über 50-Jährigen liegt dieser Wert nur bei 69 Prozent. Jobsicherheit und Gehaltsniveau werden im Schnitt von allen Altersgruppen kritisch gesehen: Nur 48 bzw. 34 Prozent halten Berlin bei diesen beiden Punkten für attraktiv, wobei Berufseinsteiger das Gehaltsniveau mit 40 Prozent etwas besser bewerten als Ältere mit 31 Prozent. Das sind einige Ergebnisse der aktuellen Umfrage „Berlin als Wirtschafts-Standort“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 500 Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren aus Berlin und Umgebung befragt wurden.

Berliner finden stark vertretene Branchen nur mäßig attraktiv

Was die Branchen betrifft, steht bei den Befragten aller Altersgruppen der Tourismus an der Spitze, wenn es um das Arbeitsumfeld für sich selbst als Arbeitnehmer geht: 47 Prozent finden die Tourismusbranche besonders attraktiv. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Medienbranche (41 Prozent) und die Digitalwirtschaft/Start-ups (40 Prozent). Die Altersgruppe ab 50 Jahre schätzt die Digitalwirtschaft mit 43 Prozent sogar als noch interessanter ein als die unter 30-Jährigen mit 38 Prozent. Bei dem in Berlin stark vertretenen Gesundheitswesen ist der Unterschied zwischen „alt“ und „jung“ noch größer: Bei der jüngeren Generation sagen hier 24 Prozent, dass diese Branche für sie attraktiv sei – bei den Älteren geben das 37 Prozent der Befragten an. Die für Berlin ebenfalls wichtige Transport- und Logistik-Branche und auch die öffentliche Verwaltung, die in der Hauptstadt viele Arbeitsplätze stellt, schneiden mit Durchschnittwerten von 21 bzw. 15 Prozent bei allen Altersgruppen schlecht ab.

„Die Start-up-Szene macht Berlin modern, international und jung, weshalb sie sehr wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Stadt ist. Aber dennoch sollte man sich klar machen: Insgesamt betrachtet kommt die Wirtschaftskraft Berlins eindeutig aus anderen Branchen.“

Thomas Kieper, PwC-Partner und Leiter des Standorts Berlin


Old Economy muss junge Arbeitsnehmer stärker für sich begeistern

In den Augen der Befragten ist Berlin allerdings vor allem für Unternehmen aus den Bereichen Start-ups und Digitalwirtschaft sowie Medien attraktiv. Nach dem Tourismus mit 63 Prozent landen diese Branchen mit je 53 Prozent auf dem zweiten und dritten Platz. „Für Unternehmen der traditionellen Branchen ist es deshalb in Zeiten des steigenden Fachkräftemangels wichtig, junge Arbeitnehmer für sich zu begeistern und ihre Stärken deutlich zu machen“, empfiehlt PwC-Berater Thomas Kieper. „Die ‚old economy‘ ist nämlich ebenso innovativ, übrigens auch deshalb, weil sie immer häufiger mit Digitalfirmen und Start-ups kooperiert oder auch eigene Inkubatoren-Programme aufsetzt. Hinzu kommt, dass sie oft transparentere Karrieremodelle, eine höhere Arbeitsplatzsicherheit und oft auch ein besseres Gehaltsniveau bietet.“

Befragte rechnen mit mehr Arbeitsplätzen in der Stadt

Positiv sehen die Bewohner die wirtschaftlichen Bedingungen und die Entwicklung der Arbeitsplätze: 46 Prozent der Befragten rechnen mit einem Anstieg der Beschäftigung in den kommenden fünf Jahren. Die Hauptgründe dafür sehen sie darin, dass der Standort für neue Firmen in ihren Augen besonders interessant ist (58 Prozent) und der Wirtschaftsstandort an Bedeutung gewinnen wird (56 Prozent). 39 Prozent sind zudem der Ansicht, dass in Berlin beispielsweise durch die Gründerszene und die Industrie gute Voraussetzungen geschaffen sind, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Und auch was den Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) betrifft, glauben die Anwohner aus Berlin und Region an ein gutes Ende: 37 Prozent sind überzeugt, dass der BER neue Arbeitsplätze schaffen wird. Zuzüge von Firmen aus Großbritannien oder den USA durch den Brexit oder die protektionistische Politik Trumps erwarten dagegen nur wenige Menschen (18 und 14 Prozent).
 

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