Familienunternehmen und Mittelständler sind deutlich optimistischer als börsennotierte Konzerne

03 April, 2017

86 Prozent der mittelständischen Top-Manager weltweit bewerten Wachstumschancen ihres Unternehmens positiv / Globalisierung wird skeptisch gesehen/ Geschwindigkeit des technologischen Wandels bereitet Sorgen / Informationssicherheit wird dennoch vernachlässigt.
 

Düsseldorf, 4. April 2017

Zum ersten Mal seit fünf Jahren beurteilen die Chefs von Familienunternehmen und mittelständischen Gesellschaften ihre Wachstumsaussichten für die kommenden zwölf Monate deutlich optimistischer als die CEOs börsennotierter Konzerne: 86 Prozent der weltweiten Familienunternehmer sind zuversichtlich, aber nur 51 Prozent der Konzernchefs. Zu diesen Ergebnissen kommt die Analyse „Undaunted, but underprepared?“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, eine Auskopplung des 20. CEO-Survey von PwC, für den weltweit 1.379 CEOs interviewt wurden, darunter 781 Geschäftsführer und Inhaber mittelständischer Unternehmen. Zu der guten Stimmung passt, dass 55 Prozent der mittelständischen Unternehmer im kommenden Jahr mehr Mitarbeiter einstellen wollen (Vorstände börsennotierter Unternehmen: 48 Prozent)

Blick auf die Globalisierung ist skeptisch

Dennoch glauben nur 30 Prozent der Lenker von Familienunternehmen und mittelständischen Gesellschaften an ein globales Wirtschaftswachstum. Das ist zwar ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (28 Prozent). Der Wert liegt jedoch deutlicher niedriger als 2014 (37 Prozent) und 2013 (43 Prozent). Rund 57 Prozent der Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen sind zudem der Meinung, dass der globale Wettbewerb und der freie Welthandel aufgrund nationaler Abschottungstendenzen immer schwieriger werden. Diese Sorge ist bei den inhabergeführten Unternehmen sogar noch stärker ausgeprägt (66 Prozent). „Die USA und Großbritannien gehören zu den wichtigsten Handelspartnern deutscher Familienunternehmen. Damit wären sie von möglichen Handelsbeschränkungen, die bei den aktuellen protektionistischen Tendenzen ja nicht auszuschließen sind, besonders betroffen. Das ließe sich nicht so schnell kompensieren“, sagt Dr. Peter Bartels, Mitglied der PwC-Geschäftsführung und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand.

Technologischer Wandel wird schneller

Einen großen Einfluss sehen die Befragten im technologischen Wandel. 29 Prozent der befragten Familienunternehmen und mittelständischen Gesellschaften sind der Meinung, dass neue Technologien den Wettbewerb in ihrer Branche schon heute komplett verändert haben, 74 Prozent gehen davon aus, dass sich ihre Märkte in den kommenden fünf Jahren weiter verändern werden.

„Für Familienunternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben wollen, bedeutet das, dass sie sich selbst sehr grundlegend verändern müssen und zwar nicht nur in Einzelbereichen, zum Beispiel dem Vertrieb oder bei ihrem Produkt. Bei der Digitalen Transformation steht letztlich immer auch das Geschäftsmodell auf dem Prüfstand.“

Dr. Peter Bartels, Mitglied der PwC-Geschäftsführung und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand

Risiko Cyber-Kriminalität

Ein Teil der Befragten sieht diesem technologischen Wandel mit Sorge entgegen – 68 Prozent (gegenüber 74 Prozent bei den börsennotierten Unternehmen). Das mit der Digitalen Transformation einhergehende zunehmende Risiko von Cyber-Kriminalität fürchten 59 Prozent (CEOs: 65 Prozent). „Das zeigt aus meiner Sicht eine allzu große Sorglosigkeit. Gerade Familienunternehmen und Mittelständler sind besonders gefährdet, da sie oft weniger finanzielle und personelle Ressourcen haben, um in neue Technologien und Cyber-Sicherheit zu investieren“, kommentiert Peter Bartels. „Dadurch steigt das Risiko. Das belegt auch die kürzlich von PwC veröffentlichte Studie ‚Im Visier der Cyber-Gangster‘, für die wir 400 deutsche Mittelständler befragt haben. Danach war jedes fünfte Unternehmen 2016 Opfer einer Cyber-Attacke – im Jahr zuvor war es nur jedes zehnte.“

Defizite bei der Datensicherheit kostet Vertrauen

Folgerichtig sind es vor allem Verstöße gegen die Datensicherheit (und Ethikgrundsätze), die Unternehmen öffentliches Vertrauen kosten. 55 Prozent der mittelständischen Unternehmer sehen hier die größte Bedrohung, wenn es um einen Vertrauensverlust geht. Bemerkenswert ist, dass dieser Anteil speziell bei Familienunternehmen mit 45 Prozent deutlich niedriger ausfällt. „Die Auswirkungen von Datenverstößen sollte aber kein Unternehmen auf die leichte Schulter nehmen“, warnt Peter Bartels. „Denn mit ihrem hochspezialisierten Fachwissen und ihrem beeindruckenden Kundenstamm sind ihre Datenbestände bei Cyber-Gangstern gefragt“.

Über PwC:

PwC bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 223.000 Mitarbeiter in 157 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.

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Corinna Freudig

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