Große Erwartungen: Frankfurter rechnen mit positiven Effekten durch den Brexit

24 Mai, 2017

Sechs von zehn Frankfurtern rechnen mit mehr Jobs in den kommenden fünf Jahren / Banken gelten als attraktive Arbeitgeber, Industrie und Digitalwirtschaft werden unterschätzt / 30 Prozent erwarten neue Unternehmensansiedlungen durch den Brexit / Region für Bundesbürger oft weniger attraktiv als andere Metropolen

Frankfurt, 24. Mai 2017

Für die Bewohner der Rhein-Main-Region steht fest: Frankfurt gehört zu den wirtschaftlich attraktivsten Standorten Deutschlands. Knapp neun von zehn (88 Prozent) bewerten die regionale Wirtschaft insgesamt als positiv, für 82 Prozent ist Frankfurt ein attraktiver Arbeitsort. Besonders schätzen die Menschen die regionale Branchenvielfalt (91 Prozent), das Jobangebot (87 Prozent) sowie das Gehaltsniveau und die Infrastruktur für Pendler (jeweils 83 Prozent). Immerhin noch knapp zwei Drittel (65 Prozent) halten den Frankfurter Arbeitsmarkt auch mit Blick auf das Thema Jobsicherheit für attraktiv. Das geht aus einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor, für die 500 Personen aus Frankfurt und Umgebung befragt wurden.

Job-Schub durch Brexit erwartet

Auch mit Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind die Frankfurter optimistisch: Sechs von zehn Befragten rechnen damit, dass es in den nächsten fünf Jahren mehr Jobs in der Region geben wird als heute. Nur sechs Prozent gehen von einem Abbau von Arbeitsplätzen aus. Neben grundsätzlich guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, etwa durch den Flughafen, speist sich dieser Optimismus vor allem aus den möglichen Folgen des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU: 30 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass durch den Brexit mehr Firmen nach Frankfurt kommen werden. Immerhin jeder Vierte glaubt, dass Firmen Mitarbeiter aus Großbritannien zurück an den Main holen werden.

„Frankfurt wird seine Rolle als führender europäischer Wirtschaftsstandort auch künftig behaupten können. Stärker als beispielsweise Berlin kann die Region von ihrer zentralen Lage und guten Verkehrsanbindung profitieren. Viele der bisher in London beheimateten Arbeitsplätze könnten daher tatsächlich am Main entstehen.“

Dr. Ulrich Störk, Partner und Leiter des PwC-Standorts in Frankfurt

Banken für viele Wunscharbeitgeber – Industrie und Digitalbranche unterschätzt

Bei der Attraktivität der einzelnen Branchen in der Region zeigen sich hingegen deutliche Unterschiede. Drei Viertel (74 Prozent) der Befragten sehen die Banken als besonders attraktiven Arbeitgeber für sich. Die Immobilienwirtschaft landet mit insgesamt 36 Prozent auf Platz zwei, gefolgt vom Handel / der Konsumgüterbranche (34 Prozent) sowie dem Bereich Telekommunikation / IT (29 Prozent). Zum Vergleich: Für die Industrie möchten durchschnittlich lediglich 14 Prozent der Befragten besonders gern arbeiten, für die Digitalwirtschaft nur knapp jeder Fünfte (19 Prozent). Für junge Arbeitnehmer sind neben der Finanzbranche mit 68 Prozent vor allem die Bereiche Immobilien (37 Prozent), Medien (33 Prozent) sowie Telekommunikation / IT (32 Prozent) interessant. Auf den hinteren Rängen landen bei jungen Menschen Industrie und Energiewirtschaft (jeweils 14 Prozent), die öffentliche Verwaltung (13 Prozent), die chemische Industrie (10 Prozent) und der Maschinenbau (7 Prozent). „Produzierende und forschende Unternehmen tragen wesentlich zur Zukunftsfähigkeit der Region bei, werden aber gerade von jungen Menschen noch zu wenig als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen“, erklärt PwC-Experte Störk. „Diese Branchen müssen aufpassen, im Wettbewerb um die besten Talente nicht unter den Radar zu fallen.“ Etwas besser sieht es bei den Start-ups und Digitalunternehmen aus: Jeder Vierte Frankfurter unter 30 sieht sie als attraktive Arbeitgeber. „Das ist ein positives Signal, denn die Region braucht motivierte Digital Natives, um Innovationen, etwa im Bereich FinTech, voranzutreiben.“

Deutschlandvergleich: Frankfurt keine Wunschdestination

Bundesweit kann Frankfurt seine Stärken als Wirtschaftsstandort hingegen nur bedingt ausspielen. Vor die Wahl gestellt, in welche der fünf größten Städte sie am ehesten umziehen würden, gaben lediglich 8 Prozent der befragten Bundesbürger die Mainmetropole als Wunschdestination an. Deutlich mehr Deutsche würden lieber nach Hamburg (21 Prozent), München (20 Prozent), aber auch nach Berlin oder Köln (jeweils 11 Prozent) ziehen. Zwar landet Frankfurt mit Blick auf den Faktor Gehaltsniveau auf Platz zwei der attraktivsten Metropolen (hinter München), doch bei anderen Faktoren wie etwa Jobangebot, Jobsicherheit und Branchenvielfalt rangiert die Region lediglich im Mittelfeld. „Frankfurt wird zwar auch bundesweit als wichtiger Wirtschaftsstandort wahrgenommen, viele Bundesbürger haben die Stadt allerdings nicht als Lebens- und Arbeitsmittelpunkt für sich persönlich entdeckt“, erläutert Ulrich Störk. „Hier müssen Politik und Wirtschaft weiter Überzeugungsarbeit leisten, denn Frankfurt und Umgebung haben viel zu bieten.“

Über die Studie:

Die Ergebnisse zum Thema „Frankfurt als Wirtschaftsstandort“ basieren auf einer repräsentativen Online-Panel-Befragung, für die 500 Deutsche aus der Region Frankfurt am Main im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt wurden. Die bundesweiten Ergebnisse entstammen einer repräsentativen Online-Panel-Befragung unter 1.027 Bundesbürgern ab 18 Jahren.

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 223.000 Mitarbeiter in 157 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.

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