Digitalisierung im Finanz- und Rechnungswesen: Akzeptanz und Geschwindigkeit nehmen zu

09 Mai, 2018

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PwC-Analyse über die technologische Entwicklung der Finanzfunktion und Abschlussprüfung: Limitierungsfaktoren für Technologieeinsatz verlieren an Gewicht / Automatisierungsgrad von bis zu 40 Prozent in der Abschlussprüfung erwartet / Ende des Excel-Zeitalters bringt Informationsgewinne / Datenanalysen werden wichtiger / Viele Einsatzgebiete für Künstliche Intelligenz, Robotics und Co

Düsseldorf, 9. Mai 2018

Die Digitalisierung verändert das Finanz- und Rechnungswesen grundlegend – und damit auch die Abschlussprüfung. Doch wie sieht die Zukunft aus? Und wie hoch ist die Änderungsgeschwindigkeit im Finanz- und Rechnungswesen von Unternehmen? PwC splittete diese Fragen in mehr als 40 Detailfragen auf – und Verantwortliche aus dem Finanz- und Rechnungswesen von Mittelständlern und Großkonzernen in Deutschland antworteten. In der Analyse „Digitalisierung im Finanz- und Rechnungswesen – und was sie für die Abschlussprüfung bedeutet“ sind die Antworten in 41 Grafiken dargestellt und von PwC-Experten kommentiert. Sie umfassen folgende Themen: 

  1. Status quo des Finanz- und Rechnungswesens
  2. Digitale Zukunft des Finanz- und Rechnungswesens
  3. Status quo und Weiterentwicklung der Digitalisierung der Abschlussprüfung
  4. Bedeutung der Digitalisierung für die Zusammenarbeit von Wirtschaftsprüfer und Mandant

Deutlich steigendes Vertrauen in Datenschutz und Datensicherheit

„Ein klares Indiz dafür, wohin sich das Finanz- und Rechnungswesen schon kurz- und mittelfristig entwickeln wird, ist die Beurteilung der Limitierungsfaktoren für den Technologieeinsatz“, sagt Petra Justenhoven, Mitglied der Geschäftsführung bei PwC Deutschland sowie Co-Autorin der Studie. „Und alle von uns abgefragten Argumente gegen die Nutzung neuer Technologien haben im Vergleich zur Erhebung im Jahr 2016 an Gewicht verloren.“

So sehen nur 18 Prozent der Befragten noch Limitierungsfaktoren in Datenschutz und Datensicherheit.

Eine insgesamt „geringe“ Technologie-Akzeptanz in der eigenen Finanzfunktion empfinden nur noch 7 Prozent der Befragten – ein Minus von 53 Prozent gegenüber 2016. „Das Vertrauen in digitale Technologien steigt im Finanz- und Rechnungswesen“, bringt es Petra Justenhoven auf den Punkt.  

Weniger Sorgen vor Mitarbeiterreduktion durch Technologieeinsatz

Auch das belegt die Analyse: Neue Technologien wie Robotics und Künstliche Intelligenz (KI) bringen Sorgen vor Mitarbeiterreduktionen mit sich. Allerdings: Nachdem 2016 noch 27 Prozent der befragten Entscheider meinten, dass die Mitarbeiterzahl in ihrem Finanz- und Rechnungswesen technologiebedingt “erheblich“ sinken wird, waren es bei der Befragung für die aktuelle Analyse nur noch 19 Prozent. Und das, obwohl 70 Prozent der Befragten allein für den Bereich der Abschlussprüfung bis 2022 einen Automatisierungsgrad zwischen 10 und 40 Prozent erwarten.

Ende des Excel-Zeitalters in der Finanzfunktion

„Letzteres heißt auch: Das Excel-Zeitalter im Finanzwesen und in der Abschlussprüfung geht zügig zu Ende. Nun kommt das Datenzeitalter auch in der Finanzfunktion an“, sagt Prof. Dr. Rüdiger Loitz. Als Leiter des Bereichs Capital Markets & Accounting Advisory Services bei PwC Deutschland hat er die Analyse verantwortet. „Eine deutliche Mehrheit der befragten Finanzfunktion-Verantwortlichen schätzt die Bedeutung umfassender Datenerhebungen und die Analyse dieser Daten als äußerst relevant für die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen ein“, sagt er.  

Belegerkennung, Datenverarbeitung und Zahlungsverkehr zuerst digital

Neue Technologien – das sind neben KI auch Softwareroboter (Robotics) und Blockchain. Einsetzen möchten die befragten Unternehmen sie künftig in ganz unterschiedlichen Finanzfunktionsbereichen. Zurzeit haben sie vor allem die Belegerkennung (22 Prozent), die direkte Datenverarbeitung mit Kunden und Lieferanten (20 Prozent) sowie den Zahlungsverkehr (19 Prozent) im Blick.

Wenn die befragten Unternehmen neue Technologien gezielt in der Abschlussprüfung einsetzen und künftig einsetzen wollen, dann aus heutiger Sicht vor allem, um Systemeinstellungen, Konten im Hauptbuch und Nebenbücher zu analysieren.

Künstliche Intelligenz für die Abschlussprüfung geeignet

Obwohl KI noch in einem Entwicklungsstadium ist, nutzen sie heute schon 18 Prozent der befragten Unternehmen. In der Abschlussprüfung von morgen sehen die Befragten KI vor allem geeignet, um Anomalien im Buchungsstoff aufzuzeigen (34 Prozent), Prozessschwächen zu erkennen (25 Prozent) und Simulationen von Schätzungen oder Prognoserechnungen zu überprüfen (19 Prozent).

Im Bereich neuer Technologien befassen sich die Unternehmen neben KI vor allem mit Robotics. 13 Prozent der Unternehmen setzen Softwareroboter bereits ein und 22 Prozent haben dies vor. Viele Finanzfunktion-Verantwortliche planen, vor allem Routinetätigkeiten von ihnen erledigen zu lassen. Dabei haben die Entscheider beispielsweise die Buchung von Standardgeschäftsvorfällen sowie die Datenanalyse und -aufbereitung im Blick. Blockchain ist derzeit noch weniger im Einsatz. 8 Prozent der befragten Unternehmen nutzen diese Technologie.

Digitale Abschlussprüfung bringt Mehrwert für Unternehmen

„Unternehmen, die die Transformation meistern, können aus der Abschlussprüfung neuen Mehrwert generieren“, ist sich Prof. Dr. Rüdiger Loitz sicher. „Einen Mehrwehrt sehen die für die Studie befragten Entscheider beispielsweise in KPI-Analysen zu einzelnen Geschäftsprozessen.“ Die drei Tätigkeitsbereiche der Abschlussprüfung, in denen die Befragten die größten Veränderungen infolge der Digitalisierung erwarten, sind die Prüfung von IT-Systemen, von historischen Finanzinformationen und von Geschäftsprozessen.

Politik muss richtige Schwerpunkte setzen

Experten prognostizieren, dass sich die Datenmenge künftig alle zwei bis drei Jahre verdoppeln wird. Damit Unternehmen sie standardisieren, strukturieren, analysieren und gewinnbringend nutzen können, muss auch die Politik als Treiber agieren.

„Momentan dreht sich die politische Digitalisierungsdebatte sehr stark um eine massendatentaugliche Infrastruktur. Dies ist richtig und wichtig. Allerdings braucht es auch neue Überlegungen, wie der Datenschutz so gestaltet sein kann, dass er den Unternehmen weniger Hürden auf ihren Digitalisierungsweg stellt.“

Petra Justenhoven, Mitglied der Geschäftsführung bei PwC Deutschland sowie Co-Autorin der Studie

Die erste Analyse zur Digitalisierung des Finanz- und Rechnungswesens sowie der Abschlussprüfung hatten wir im Jahr 2016 durchgeführt – damals bei 98 in Deutschland ansässigen Mittelständlern und Großkonzernen. Die nun vorliegende Folgeanalyse hat PwC Ende 2017 mit 76 Unternehmen und deutlich mehr Detailfragen erstellt.

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 236.000 Mitarbeiter in 158 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter  www.pwc.com/structure.

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