E-Mobility Sales Review: Zulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen in Deutschland wachsen 2017 um 120 Prozent

07 Februar, 2018

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PwC-Analyse: Absatz für Elektroautos und Hybride steigt weltweit stark / Allein im November Zuwachsraten bei E-Autos und Plug-In-Hybriden von 150 bzw. 130 Prozent / Staatliche Anreize beschleunigen Anteil von E-Mobility in China / Ausbau von Ladeinfrastruktur eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten

Düsseldorf, 7. Februar 2018

Der Markt für Elektroautos und Hybride ist 2017 weltweit deutlich weiter gewachsen - wenngleich noch auf niedrigem Niveau. Wie der internationale Trendbericht von PwC Autofacts zu E-Mobilität und alternativen Antriebskonzepten ergab, blieben batteriebetriebene Elektroautos in den ersten elf Monaten 2017 verglichen zum Vorjahreszeitraum mit einem weltweiten Absatzplus von 59,5 Prozent auf 574.481 Fahrzeuge das stärkste Segment der alternativen Antriebe. Die Auslieferungen von klassischen Hybriden (ohne externe Lademöglichkeit) erhöhten sich in den erfassten Märkten um 34,9 Prozent auf 778.053 Autos. Der Absatz von Plug-In-Hybriden (mit externer Ladevorrichtung) legte weltweit um 36,4 Prozent auf 287.402 Fahrzeuge zu.

Vor allem Norwegen erzielte von Januar bis November mit einem Plus von 32,2 Prozent auf 25.628 Fahrzeuge einen stark steigenden Absatz an Plug-In-Hybriden zusätzlich zu einem Marktanteil von über 30 Prozent für Elektrofahrzeuge. „Norwegen bleibt auch infolge der massiven staatlichen Förderung ein Leitmarkt in Sachen E-Mobilität. Jedes zweite Neufahrzeug dort verfügt bereits über einen Stecker zum externen Laden“, erläutert Felix Kuhnert, PwC Partner und Global Automotive Leader.

In Deutschland verzeichneten Fahrzeuge mit alternativen Antrieben bis zu dreistellige Wachstumsraten: Der Absatz von E-Autos kletterte im Gesamtjahr um 120 Prozent auf 25.056 Fahrzeuge. Die Auslieferungen von Plug-In-Hybriden legten im Gesamtjahr bis November um 116,6 Prozent auf 26.560 Fahrzeuge zu, während klassische Hybride ein Absatzplus von 65 Prozent auf 50.484 Autos erreichten. Zusammen erreichten die Hybride ein Wachstum von 76 Prozent bis November.

Europaweit stieg die Zahl der Registrierungen von E-Autos in den ersten elf Monaten 2017 um 55,1 Prozent auf 426.377 Fahrzeuge. Der Absatz rein batteriebetriebener E-Fahrzeuge wuchs dabei um 49,1 Prozent auf 61.175 Fahrzeuge. Nach einem schwachen Jahresauftakt gewann der Absatz von Plug-In-Hybriden in den Folgemonaten an Fahrt: Per November schlug hier ein Plus von 59,2 Prozent mit 72.379 Fahrzeugen zu Buche. Der Absatz von Hybriden in Europa legte um 55,5 Prozent auf 292.823 Autos zu.

„Die Regulierungen und Förderungen von alternativen Antrieben sind in den einzelnen Ländern extrem unterschiedlich, so dass es noch zu früh ist, von einem wirklich europäischen Trend zu sprechen.“

Christoph Stürmer, Global Lead Analyst von PwC Autofacts

Chinas Markt kommt auf Touren

China festigte seine Position als führender Markt für E-Autos und leichte Nutzfahrzeuge mit Batterieantrieb. Besonders starke Absatzzahlen im Oktober und November ließen die Auslieferungen für diese Modelle in den ersten elf Monaten um 77,3 Prozent auf 385.686 Fahrzeuge klettern. Hybride ohne externe Ladevorrichtung übertrafen mit einem Absatzplus von 129,7 Prozent auf 108.070 Autos das Wachstum von Plug-In-Hybriden (29,7 Prozent).

„In China wurden gerade die Steuervergünstigungen von 10 Prozent für New Energy Vehicles (NEVs) bis 2020 verlängert, was die Nachfrage weiter ankurbeln dürfte“, prognostiziert Christoph Stürmer. „Zudem müssen die Hersteller ab 2019 mit einem Anteil ihrer Produktion NEV-Bonuspunkte erwerben. Einige chinesische Autobauer haben bereits angekündigt, dass sie sich komplett aus der Entwicklung und Produktion konventioneller Antriebe zurückziehen wollen. Ein möglicher Stopp der geltenden Joint-Venture-Verpflichtung für ausländische Hersteller könnte in China für einen zusätzlichen Wachstumsschub sorgen.“  

In den USA weisen Plug-In-Hybride mit einem Plus von 28,9 Prozent auf 80.707 Fahrzeuge den höchsten Absatzzuwachs unter den Vergleichsmodellen für die ersten elf Monate aus. Das mit Abstand größte Segment bildet dort weiterhin der klassische Hybrid mit 338.498 Fahrzeugen und einem Auslieferungsplus von 8,3 Prozent. Durch den Anteil von über 60 Prozent Pickups und SUVs im US-Markt erhalten die hauptsächlich im Pkw-Segment verfügbaren alternativen Antriebe zunehmenden Gegenwind.

Infrastruktur liefert Impulse

„Der weltweite Trend hin zu E-Autos und Hybriden wird in diesem Jahr noch an Dynamik gewinnen“, sagt Kuhnert. „Die Preise für Lithium-Ionen-Akkus sind 2017 verglichen zum Vorjahr bereits um knapp ein Viertel gesunken. Zudem wollen führende Autohersteller ihre Investitionen in E-Autos und Hybride deutlich aufstocken. Einige Länder und Städte haben bereits ein langfristiges Verbot von Verbrennungsmotoren angekündigt. Hohe Investitionen und staatliche Anreize reichen aber nicht aus, um auch die private Nachfrage stärker anzukurbeln. Ein Ausbau der öffentlichen und privaten Ladeinfrastruktur ist dringend notwendig, um die Nutzung von E-Autos im privaten Gebrauch ohne Einschränkungen möglich zu machen.“ Autofacts-Experte Stürmer ergänzt: „Exponentielles Wachstum ist ein Phänomen, das in anderen Technologiebereichen schon zum Umbruch ganzer Industrien geführt hat. In der Automobilindustrie sind Trends bisher eher linear aufgetreten, so dass hier neue Investitions- und Kapazitätsstrategien entwickelt werden müssen.“

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Stefanie Zuberer
PwC Communications, PwC Germany
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