Digitalisierung macht Tax Compliance für Unternehmen effizienter

17 Dezember, 2019

„Paying Taxes Report 2020“ von PwC und Weltbank ermittelt wichtigste Tax-Compliance-Kennzahlen für Unternehmen in 190 Ländern / 234 Stunden benötigen Unternehmen im Schnitt für die Steuererklärung / So haben die beiden arabischen Länder Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zu Jahresbeginn 2018 erstmalig eine Mehrwertsteuer eingeführt

Düsseldorf, 17. Dezember 2019

Die Implementierung neuer Technologien hilft Unternehmen weltweit dabei, ihre Steuerpflichten zu erfüllen. Dies ist eines der Kernergebnisse des „Paying Taxes Reports 2020“, den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) gemeinsam mit der Weltbank erstellt hat. Der jährliche Bericht untersucht die Tax Compliance in 190 Volkswirtschaften jeweils anhand eines mittelgroßen Fallstudienunternehmens. Die Daten wurden für das Jahr 2018 erhoben.

Effizienzgewinne zeigen sich vor allem langfristig

Unternehmen benötigen im weltweiten Durchschnitt 234 Stunden, um ihre Steuerpflichten zu erfüllen. Das sind zwei Stunden weniger als im Vorjahr, in dem die Unternehmen durchschnittlich noch 236 Stunden benötigten. Hauptgrund für die Zeitersparnis sind digitale Technologien, die die nationalen Finanzbehörden bereits seit geraumer Zeit immer stärker implementieren. Deutschland liegt mit 218 Stunden unterhalb des weltweiten Durchschnitts, jedoch hinter Ländern wie den USA (175) oder dem Vereinigten Königreich (114).

Leicht gestiegen ist auch der sogenannte Post-Filing-Index, das Maß für die Effizienz der Prozesse zur Steuererfüllung: Im weltweiten Durchschnitt verbesserten sich die Unternehmen gegenüber 2017 von 59,6 auf 60,9 von 100 Punkten.

Zwar fielen die Effizienzsteigerungen bei der Tax Compliance 2018 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt nur gering aus. Doch in langfristiger Perspektive zeigen sich die Verbesserungen deutlich: Im Jahr 2004 benötigten Unternehmen im weltweiten Durchschnitt noch 325 Stunden für ihre Tax Compliance, 91 Stunden mehr als 2018. „Der langfristige Trend zur immer effizienteren Steuerverwaltung dank innovativer Technologien hält an“, sagt Klaus Schmidt, Leiter Tax & Legal bei PwC Deutschland.

„Die Steuereffizienz ist für Regierungen sehr wichtig, denn sie beeinflusst stark, wie die Funktionsfähigkeit staatlicher Behörden insgesamt wahrgenommen wird.“

Klaus Schmidt,Leiter Tax & Legal bei PwC Deutschland

Deutliche Effizienzsteigerungen in Brasilien und Vietnam

Auch wenn die Effizienzsteigerungen bei der Tax Compliance im internationalen Vergleich sehr gering ausfielen: Bei der Betrachtung einzelner Volkswirtschaften zeigten sich zum Teil erhebliche Verbesserungen. So benötigten Unternehmen in Brasilien und Vietnam 2018 jeweils 23 Prozent weniger Zeit als im Jahr 2017, um ihre Steuerpflichten zu erfüllen – wenngleich auf sehr unterschiedlichem Niveau. So lag 2018 die Zeit zur Steuerpflichterfüllung (Time to comply, TTC) in Brasilien bei 1501 Stunden (2017: 1958 Stunden), in Vietnam dagegen bei nur 384 Stunden (2017: 498 Stunden). Unternehmen anderer Länder benötigten demgegenüber mehr Zeit für die Tax Compliance. Besonders groß war die Verschlechterung in Venezuela: Hier waren es 920 Stunden statt 792 Stunden im Jahr 2017.

„Die politische und wirtschaftliche Krise, die 2018 in Venezuela begann, zeigt sich auch im Effizienzrückgang der Tax Compliance“.

Klaus Schmidt,Leiter Tax & Legal bei PwC Deutschland

Mehrwertsteuer in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten

Der „Paying Taxes Report 2020“ verzeichnet auch wesentliche Änderungen in der Steuerpolitik einzelner Länder. So haben die beiden arabischen Länder Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zu Jahresbeginn 2018 erstmal eine Mehrwertsteuer (Value Added Tax, VAT) eingeführt. Sie liegt bei fünf Prozent und wird auf die meisten Waren und Dienstleistungen erhoben. Lockten die Golfstaaten lange Zeit ausländische Arbeitskräfte mit dem Versprechen der Steuerfreiheit ins Land, ändert sich dies nun. Hauptgrund für diese Entscheidung sind zusätzliche Steuereinnahmen, rund 11 Milliarden Euro nahm Saudi-Arabien 2018 mit der Mehrwertsteuer ein. Damit wollen die Länder der Golfregion den sinkenden Ölpreis, von dem ihre Volkswirtschaften stark abhängen, kompensieren.

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Martin Krause

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