PwC Sport Survey 2019: Die Branche muss innovativer werden und Frauen in den Fokus rücken

19 November, 2019

PwC-Befragung zur Branchenentwicklung der Sportindustrie: Führende Vertreter prognostizieren jährliches Wachstum von 6,4 Prozent in den nächsten drei bis fünf Jahren / Mangelnde Umsetzung konkreter Innovationsstrategien bremst den Erfolg / Urban Sports mit überraschend hohem Wachstumspotenzial / Frauen als Zielgruppe sollten stärker in den Fokus rücken / Sportorganisationen müssen mediale Inhalte auf direkterem Weg zu den Konsumenten bringen

Düsseldorf, 19. November 2019

Ein Großteil der traditionellen Unternehmen und Organisationen in der Sportindustrie ist gefordert, mit dem Wandel der Branche mitzuhalten. Sie brauchen veränderte Vertriebsprozesse und mehr Innovation. Dies ist eines der Kernergebnisse des PwC Sport Survey 2019, den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) durchgeführt hat. Dazu hat PwC 590 Branchenführer aus 49 Ländern zu ihren Wachstumserwartungen befragt. Im Fokus standen darüber hinaus der Innovationsbedarf etablierter Sportorganisationen, der Vertrieb medialer Inhalte direkt an die Konsumenten und die Bedeutung des Frauensports.

Transformation und Innovation: wichtig, aber noch zu selten umgesetzt

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie lautet: 94 Prozent aller Branchenführer in der globalen Sportindustrie halten Transformation und Innovation für wichtig. Konkrete Innovationsstrategien setzen indes nur 46 Prozent von ihnen um.

„Sportorganisationen müssen die richtige Kombination aus Strukturen, Prozessen und Menschen finden, um innovativ zu sein und in einer zunehmend wettbewerbsorientierten und disruptiven Branche relevant zu bleiben“

Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC Deutschland

Mittelfristig sind die befragten Organisationen jedoch recht optimistisch: Für die nächsten drei bis fünf Jahre prognostizieren sie eine jährliche Wachstumsrate von etwa sechs Prozent. Allerdings ist dies ein Prozentpunkt weniger als das durchschnittliche Jahreswachstum in den vergangenen drei bis fünf Jahren.

Urban Sports mit überraschend hohem Wachstumspotenzial

Zum zweiten Mal in Folge schafft es Esport bei der Frage nach dem Wachstumspotenzial auf den ersten Platz – dicht gefolgt von Fußball und Basketball. Erstmals nimmt PwC in diesem Jahr auch die Kategorie „Urban Sports“ in das Ranking auf, die es aus dem Stand in die Top 10 schafft: Mehr als die Hälfte der Befragten sieht Wachstumspotential in dieser Sportart. „Wir beobachten in den letzten Jahren eine zunehmende Verschmelzung zwischen Sport und Lifestyle, die besonders in modernen Sportarten wie Esport und Trends wie urbanem Sport deutlich wird“, erläutert PwC-Experte Werner Ballhaus. Sport wird von den Fans nicht mehr rein als Sport betrachtet, sondern als Lifestyle, der von der Unterhaltung bis hin zu einer speziellen Mode, zugehörigen Marken und einer bestimmten Ernährung reicht. Das eröffnet zudem neue Absatz- und Kooperationsmöglichkeiten im traditionellen Sportgeschäft.

Frauen als Zielgruppe sollten stärker in den Fokus rücken

Nicht nur neue Absatzkanäle, sondern auch neue Zielgruppen sollten laut der Studie in den Fokus des Sportgeschäfts rücken. Während Frauen im Sport Rekorde brechen, werden sie bislang von dem noch durch Männer dominierten traditionellen Sports Business vernachlässigt. Beispiel: Erst in diesem Jahr schauten 60.739 Fans das Fußballspiel der spanischen Frauenmannschaften Atlético Madrid gegen den FC Barcelona im Stadion in Madrid – das ist mehr als je zuvor bei einem Vereinsduell im Frauenfußball. Deutsche Sportlerinnen rücken nicht zuletzt durch ihre Leistungen und Erfolge stärker in das öffentliche Interesse – das zeigen die Ergebnisse bei der Leichtathletik-WM 2019, bei der die erste deutsche Leichtathletin Bronze über 5.000 Meter gewinnen konnte. Übrigens: Die deutschen Damen gewannen vier Medaillen gewinnen, die Herren zwei. Auch in der laufenden Fußball-EM-Qualifikation beweist die deutsche Frauenmannschaft durch ihre herausragende Leistung einmal mehr, dass sie Massen begeistern kann: Etwa eine Million Zuschauer verfolgten die Liveübertragung des 10:0 der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation gegen Montenegro im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Das Fazit: Ausgehend von den Zuschauerzahlen, die Sportlerinnen mit ihren Erfolgen erzielen, sollten sie daher stärker als bisher in den Fokus des Sports Business rücken.

Herausforderungen beim Direktvertrieb: Servicequalität, langfristig vielfältige Inhalte und der Preis

Der Direktvertrieb medialer Inhalte an die Verbraucher („Direct-to-Costumer“) ist für die befragten Branchenführer bislang wirtschaftlich weitgehend enttäuschend: 40 Prozent äußerten sich so, halten den Direktvertrieb aber nach wie vor für vielversprechend. Und immerhin 31 Prozent der Befragten sagten, dass der Direktvertrieb ihren Erwartungen entsprochen habe, während sich fünf Prozent enttäuscht zeigten und eine Umstrukturierung erwägen.

„Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung einer Direct-to-Customer-Strategie ist die Fähigkeit, Kunden und deren Bedürfnisse zu verstehen und eine direkte Beziehung zu den Fans aufzubauen“

Werner Ballhaus, PwC-Experte

Organisationen, die dies bereits umsetzen, hätten gute Voraussetzungen, künftig erfolgreich zu sein.

Als größte Herausforderungen bei der Implementierung einer Plattform für Over-the-Top-Content, also einem Online-Service für die Übertragung von Video und Audio, nannten 77 Prozent der Befragten die Sicherstellung einer hohen Servicequalität. Ausreichende Inhalte, um langfristiges Interesse zu generieren, nannten 75 Prozent der Branchenführer, und die Entwicklung einer effektiven Preisstrategie sahen 69 Prozent als Herausforderung.

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 276.000 Mitarbeiter in 157 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.

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